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Engere Torwarthose nun verpflichtend

Neue Regelung ruft bei Spielern unterschiedliche Meinungen hervor

von Dan Rosen @drosennhl / NHL.com Chefautor

Die Torhüter in der NHL müssen ab Samstag neue Hosen tragen. Sie sind fester und körperbetonter als die bisherigen Modelle. Bei der neuen Regel handelt es sich um die jüngste einer ganzen Reihe von Maßnahmen zur Verkleinerung der Torwartausrüstung. Diese hatte das Board of Governors im Juni beschlossen. Die Meinungen über die neuen Hosen sind so unterschiedlich wie Größe und Form der über 60 Torhüter der Liga.

Braden Holtby von den Washington Capitals macht es nichts aus, mitten in der Saison die Berufskleidung zu wechseln. Er war in die Debatten um die Reduzierung der Ausrüstung einbezogen und wusste, dass Änderungen kommen würden.

Holtbys einzige Sorge ist der Umstand, dass ihn die neuen Hosen in seiner Beweglichkeit einschränken und ein Loch verursachen, wenn er versucht, eng gegen
den Pfosten zu spielen und ein Bein nach unten nimmt. Das ist eine Technik, die viele Torleute anwenden. "Wenn die Ausrüstung zu fest anliegt, kommt man nicht komplett nach unten. Deshalb entsteht dieser Zwischenraum", sagte Holtby voriges Wochenende in Los Angeles. "Aber wir haben noch einmal Videostudium betrieben und gesehen, dass das Ganze schon in Ordnung geht."

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Martin Jones, Torhüter der San Jose Sharks, hat die neue Hose bereits einige Wochen bei Spielen getragen. Er meint, dass seine Kollegen keine allzu großen Unterschiede zur alten feststellen würden. Neben Jones testeten auch schon Corey Crawford von den Chicago Blackhawks, Peter Budaj von den Los Angeles Kings, Sergei Bobrovsky von den Columbus Blue Jackets und Andrei Vasilevskiy von den Tampa Bay Lightning die künftigen Hosen unter Wettbewerbsbedingungen. Viele andere, wie etwa Holtby, probierten sie im Training aus.

Kay Whitmore, Senior Director of Hockey Operations and Goaltender Equipment bei der NHL, erläuterte, dass die Weite am Oberschenkel um eineinhalb Zentimeter geringer ist und die Hose insgesamt enger am Bein anliegt. "Darüber hinaus werden mehr Größen angeboten als vorher, um den Bedürfnissen der Torhüter besser gerecht zu werden", sagte Whitmore. "In der Vergangenheit steckten die Ausrüster die Goalies in Modelle der Größen L oder XL. Jetzt haben sie viel mehr Auswahl."

Crawford ließ wissen, dass er keine Schwierigkeiten hinsichtlich der Umstellung erwartet. "Hosen sind der Teil der Ausrüstung, der am einfachsten auszutauschen ist."

Doch nicht alle unterstützen diese Maßnahme derart freimütig. Vor allem der Zeitpunkt stößt auf Kritik. "Ich denke, man sollte mitten in der Serie keine Änderungen an der Ausrüstung vornehmen. Vor allem nicht bei den Torhütern. Das ist verrückt. Damit kann man doch bis zur kommenden Saison warten", machte Mike Smith von den Arizona Coyotes aus seinem Unverständnis keinen Hehl.

Nach Whitmores Auskunft hatte die Liga vor, die neuen Hosen bereits vor dieser Spielzeit verpflichtend einzuführen. Aber es gab Sicherheitsbedenken, die man dem Ausrüster mitteilte und der darauf reagieren konnte. Aus diesem Grund gab es Verzögerungen bei der Auslieferung. "Die Sicherheit der Spieler geht vor. Wir denken aber, dass es die richtige Entscheidung ist, den Beschluss jetzt umzusetzen", erklärte er. Zumal bereits ein Viertel der Torhüter bereits in den neuen Hosen auflaufe.

Whitmore betonte, dass die Liga sich vor der Entscheidung eng mit der NHL-Spielervereinigung abgestimmt hatte und der Prozess seit dem Beschluss auf dem Treffen des Wettbewerbskomitees im Juni 2015 völlig transparent ablief. "Ganz am Anfang sagten uns verschiedene Torhüter, dass es sich für sie um keine große Angelegenheit handelt. Offenbar sind nun nicht alle Goalies einverstanden. Aber es ist schwer nachvollziehbar, dass ein Hosenwechsel unmöglich sein soll, wenn man auf der anderen Seite zehn- bis zwölfmal im Jahr die Schoner austauscht", so Whitmore.

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Smith kann sich nicht mit den neuen Hosen anfreunden. Er ist der Ansicht, dass größere Torhüter mehr Probleme damit haben werden als kleinere. Smith misst 1,91 Meter. "Ich hatte sie einmal an. Sie schränkt definitiv die Bewegungsfreiheit ein und stellt aus diesem Grund eine starke Veränderung der Ausrüstung dar."

Der ebenfalls 1,91 Meter große Jones teilte anfangs die Bedenken von Smith. Aber er änderte seine Meinung. "Nach ein paar Bewegungen auf dem Eis war die neue Hose ganz komfortabel. Man muss sie einfach ein wenig tragen, dann passt sie sich schon demjenigen an, der in ihr steckt."

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