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Während in der NHL die reguläre Saison 2019/20 seit dem 12. März aufgrund der Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus pausiert, liefert NHL.com/de weiterhin eigene Stories. Heute einige der besten Sturmreihen der Liga-Geschichte.

Nun kommen sie rein! Jetzt fällt es! Generationen von Eishockeyfans, ob Anhänger eines sechstklassigen Ostseeliga-Klubs oder eines NHL-Teams, kennen dieses Gefühl, haben dieses Gespür, den siebten Sinn, diesen Optimismus. Ja sie wissen, dass nun, während die eigene Mannschaft hinten liegt und nur noch wenige Minuten zu spielen sind, IHRE Reihe aufs Eis geschickt wird. Jene Drei, die mit solchen brenzligen Situationen umzugehen wissen, die in entscheidenden Momenten das Spiel an sich reißen und die Wende herbeiführen können. Die Formation mit Torgarantie! Die Hoffnungsträger!
Die Geschichtsbücher der NHL sind voll von Sturmreihen, die zu ihrer Zeit die Liga dominierten. Mancher Zusammensetzung war trotz ihres Erfolges nur eine kurze gemeinsame Zeit gegönnt gewesen, andere dominierten länger als eine Dekade.
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Eine Auswahl der besten Sturmreihen in der NHL-Historie (in zeitlicher Reihenfolge):
Kraut Line - Boston Bruins (1936-1947)
Aufgrund der deutschen Wurzeln von Bobby Bauer, Woody Dumart und Milt Schmidt entstand der Spitzname 'Kraut Line'. Die drei Stürmer der Boston Bruins wuchsen in Kitchener, Ontario auf und sollten über ein Jahrzehnt lang, das Aushängeschild des Klubs aus der Hauptstadt Massachusetts sein. Sie führten in den Jahren 1939 und 1941 die Bruins zu deren zweiten und dritten Stanley Cup Gewinn.
Die Spielzeit 1939/40 schloss Schmidt mit 52 Punkten (22 Tore, 30 Assists) als punktbester Spieler der Liga ab, gefolgt von seinen Sturmkollegen Dumart (22-21--43) als Zweiten und Bauer (17-26--43) als Dritten. Im Jahre 1942 zogen sie in den Zweiten Weltkrieg ein. In ihrem letzten Spiel rangen sie am 10. Februar 1942 die Montreal Canadiens mit 8:1 nieder und brachten es gemeinsam auf elf Scorerpunkte in dieser Partie.
Nach Kriegsende spielten sie noch zwei weitere Saisons zusammen, ehe Bauer seine Eishockeykarriere beendete.
Punch Line - Montreal Canadiens (1943-1948)
Zu zwei Stanley Cup Titeln (1944, 1946) verhalf auch die Punch Line ihrem Team. In den Jahren von 1943 bis 1948 war die Reihe mit Toe Blake, Elmer Lach and Maurice 'Rocket' Richard die zweifelsfrei torgefährlichste der Liga.
Ihre stärkste Saison lieferten sie 1944/45 ab, in der sie die ersten drei Plätze in der Scorerwertung der NHL belegten (Lach 80 Pkt., Richard 73 Pkt., Blake 67 Pkt.). Im gleichen Jahr wurde Richard der erste Spieler in der NHL-Geschichte, dem 50 Tore in 50 Partien gelangen.
Aufgrund eines Knöchelbruchs musste Blake 1948 unter seiner Karriere einen Schlussstrich ziehen. In der Summe erzielten die drei Stürmer 840 Punkte (403 Tore, 437 Assists) während ihrer fünf gemeinsamen Jahre.

Rocket_punch_line_17_points

Production Line - Detroit Red Wings (1947-1952)
Einer der größten Eishockeyspieler aller Zeiten, Gordie Howe agierte als Rechtsaußen in der Production Line, die für die Detroit Red Wings von 1946/47 bis 1951/52 auf Punktejagd ging. Howes namhafte Kollegen hießen Sid Abel und Ted Lindsay. Die Reihe gewann in dieser Formation zweimal den Stanley Cup (1950, 1952) für die Red Wings.
In der Spielzeit 1949/50 belegten Ted Lindsay (23-55--78), Sid Abel (34-35--69) und Gordie Howe (35-33--68) die ersten drei Plätze in der ligaweiten Scorerwertung. Sie sind bis dato die letzten Spieler aus einer Reihe, denen dieses Kunststück gelang. Von 1949/50 bis 1951/52 brachte es jeder von ihnen pro Saison auf mindestens 53 Punkte, insgesamt waren es 629 über diese drei Jahre.
Abel nahm im Sommer 1952 ein Angebot von den Chicago Blackhawks an. Seinen Platz in der Production Line übernahm Alex Delvecchio. In den folgenden drei Jahren entführten sie weitere zweimal (1954, 1955) den Stanley Cup nach Detroit.
French Connection Line - Buffalo Sabres (1972-1979)
Ein Cup-Gewinn war der French Connection Line, besetzt mit Rick Martin, Gilbert Perreault und Rene Robert zwar nicht gegönnt, doch in Buffalo wird man sie nie vergessen. Ihr Trikotnummern 7, 11 und 14 hängen aneinandergereiht unter dem Dach des KeyBank Centers und ihre Statuen zieren den Außenbereich der Arena.
Dank der Offensivpower ihrer ersten Sturmreihe erreichten die Buffalo Sabres in den Stanley Cup Playoffs 1975 das Stanley Cup Finale, in dem sie sich jedoch den Philadelphia Flyers in sechs Spielen geschlagen geben mussten. In der regulären Saison des gleichen Jahres hatte Robert (40-60--100) die 100-Punkte-Marke geknackt und Perreault (39-57--96) sowie Martin (52-43--95) an ihr gekratzt.
Sieben Jahre lang standen sie gemeinsam auf dem Eis. In dieser Zeitspanne kam jeder von ihnen auf einen Punkteschnitt von größer Eins pro Spiel: Perreault 1,19 (519 Sp., 617 Pkt.), Robert 1,06 (512 Sp., 543 Pkt.), Martin 1,03 (505 Sp., 521 Pkt.)

2011 Pegula French Connection

Trio Grande Line - New York Islanders (1977-1986)
Die New York Islanders sammelten zwischen 1980 und 1983 Stanley Cups am Fließband. Viermal in Folge heimsten sie die begehrte Trophäe ein, vor allem weil sie mit Mike Bossy, Clark Gillies und Brian Trottier eine Angriffsformation besaßen, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre kaum zu stoppen war.
Trottier gelangen in sieben der acht Spielzeiten von 1977/78 bis 1983/84 mehr als 100 Punkte, Bossy schoss in jeder Saison bis 1985/86 mehr als 50 Tore, fünfmal mindestens 60, und Gillies steuerte im gleichen Zeitraum 500 Punkte (212 Tore, 288 Assists) den Erfolgen der Islanders bei.
Überragende Sturmreihen aus den letzten drei Jahrzehnten, die einen bleibenden Eindruck hinterließen:
Sky Line - Pittsburgh Penguins (1990-1994)
Mario Lemieux, Jaromir Jagr und Kevin Stevens führten in ihren ersten zwei Jahren zusammen die Pittsburgh Penguins zu den ersten zwei Titelgewinnen (1991, 1992) ihrer Klubgeschichte.
Bereits in seiner Rookie-Saison sammelte Jagr 57 Punkte (27 Tore, 30 Assists), wobei Lemieux erst zum Saisonende und in den Stanley Cup Playoffs zu Einsätzen kam. Im Jahr darauf legten die drei richtig los: Jagr baute seine Ausbeute auf 69 Punkte (32 Tore, 37 Assists) aus und Lemieux führte mit 131 Punkten (44 Tore, 87 Assists) in 64 Spielen die Scorerwertung der Liga an, vor Stevens mit 123 Punkten (54 Tore, 69 Assists) in 80 Spielen.
Legion of Doom - Philadelphia Flyers (1995-1997)
Zweieinhalb Jahre lang war es den Anhängern der Philadelphia Flyers vergönnt gewesen, John LeClair, Eric Lindros und Mikael Renberg auf dem Eis zaubern und checken zu sehen. Die drei Stürmer verzückten nicht nur aufgrund ihrer Produktivität sondern auch wegen ihrer physischen Präsenz.
LeClair stieß am 9. Februar 1995 in der wegen des Lockouts auf 48 Partien verkürzten Spielzeit 1994/95 von den Montreal Canadiens zu den Flyers. In dieser Saison gelangen dem Trio 176 Punkte (80 Tore, 96 Assists) und Lindros gewann die Hart Memorial Trophy als MVP.
In ihrem letzten gemeinsamen Jahr 1996/97, in der sie es auf 235 Punkte (104 Tore, 131 Assists) in der regulären Saison und auf 58 Punkte (26 Tore, 32 Assists) in den Playoffs brachten, führten sie Philadelphia bis in das Stanley Cup Finale, unterlagen jedoch in diesem den Detroit Red Wings per Sweep (0:4-Siege).

Legion of Doom

Pizza Line - Ottawa Senators (2005-2009)
Drei Stürmer, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen anspornten waren Daniel Alfredsson, Dany Heatley und Jason Spezza.
Alfredsson, der bereits seit 1995/96 für die Ottawa Senators spielte und Spezza, dessen NHL-Laufbahn 2002/03 in der kanadischen Hauptstadt begann, stellten Karriere-Bestmarken auf nachdem zur Saison 2005/06 Heatley verpflichtet worden war (Alfredsson 05/06: 103 Pkt.; Heatley 06/07: 105 Pkt.; Spezza 07/08: 92 Pkt.).
In den vier gemeinsamen Jahren sammelten sie 1057 Punkte (435 Tore, 622 Assists). 2007 verhalfen sie den Senators zum Einzug in das Stanley Cup Finale, in dem sie gegen die Anaheim Ducks den Kürzeren zogen (1:4-Siege).