GettyImages-2271152692

It’s Playoff Time! Am heutigen Samstag fällt der Startschuss für die Stanley Cup Playoffs 2026 mit den ersten drei Serien der Ersten Runde. Die Carolina Hurricanes und die Ottawa Senators eröffnen die Postseason ab 3 p.m. ET (9 Uhr MESZ). Später steigt das mit Spannung erwartete Monster-Duell zwischen den Dallas Stars und den Minnesota Wild (5:30 p.m. ET; 23:30 Uhr MESZ) sowie das feurige Derby zwischen den Pittsburgh Penguins und den Philadelphia Flyers (8 p.m. ET; So. 2 Uhr MESZ). Eishockey-Fans dürfen sich also auf einen starken Auftakt in die beste Zeit des Jahres freuen…

Ottawa will von Lerneffekt profitieren

Im zweiten Jahr in Folge nehmen die Ottawa Senators an den Playoffs teil. Damals endete eine Durstrecke von sieben Jahren ohne Postseason in einer Serie gegen den Rivalen Toronto Maple Leafs. Entsprechend euphorisiert gingen die Senators in dieses Duell und schossen dabei oft übers Ziel hinaus. Die Folge waren 70 Strafminuten in sechs Spielen. Das anfällige Penalty Killing (64,7 Prozent) musste sechs Gegentore hinnehmen. Am Ende verlor Ottawa die Best-of-7-Serie mit 2:4.

Das soll ein Jahr später in der Serie gegen Carolina nicht noch einmal passieren. Zwar gehen die Senators erneut mit breiter Brust und aufgrund der erfolgreichen Aufholjagd erneut mit viel Euphorie in die Endrunde, doch soll dabei auch ein Lerneffekt einsetzen. „Damals waren wir vielleicht etwas zu aufgedreht und haben zu viele Strafen genommen“, blickt Ottawas deutscher Superstar Tim Stützle zurück. „Wir müssen einen Weg finden, uns auf das Spiel zu freuen, aber gleichzeitig unser Spiel zu spielen, dann wird alles gut.“

Stützle wird wohl die erste Sturmreihe neben Drake Batherson und Claude Giroux centern.

TBL@OTT: Tim Stützle trifft und liefert zwei Assists beim 6:2-Erfolg der Senators

Heimstarke Hurricanes müssen die T-Frage beantworten

Die Carolina Hurricanes waren das beste Team in der gesamten Eastern Conference sowie auch die beste Heim-Mannschaft in der gesamten NHL (29-10-2; 60 Punkte). Dass der Playoff-Auftakt auf eigenem Eis im Lenovo Center steigt, soll den Start erleichtern. „Es kommt jetzt auf uns an“, sagt Hurricanes-Verteidiger Jalen Chatfield. „Wir wollen unseren Spielstil umsetzen, füreinander und über die vollen 60 Minuten spielen, denn wir wissen, wie hart diese Spiele sind.“

Bis heute noch nicht entschieden ist die Frage, wer bei Carolina im Tor starten wird. Frederik Andersen wäre ein erfahrener Mann, Brandon Bussi aber erhielt in der regulären Saison die meisten Starts, rechtfertigte das Vertrauen mit guten Statistiken und würde seine ersten Stanley Cup Playoffs überhaupt spielen. Nicht rechtzeitig fit wird wohl Pyotr Kochetkov, der sich von einer Unterkörperverletzung erholt. Trainer Rod Brind’Amour hat die Qual der Wahl.

CAR@NYR: Bussi zeigt 16 Saves gegen die Rangers

Pure Vorfreude auf die vielleicht beste Serie

Die wohl hochkarätigste Serie ist die zwischen Dallas und Minnesota, immerhin treffen sich der Dritte und der Siebte in der gesamten NHL, zwei Teams mit über 100 Punkten, bereits in der Ersten Runde.  

„Es ist ein Duell zweier richtig, richtig guter Mannschaften“, sagt Stars-Center Wyatt Johnston. „Man muss sich nur mal die Tabelle anschauen und du erkennst, dass sich zwei der besseren Teams der Liga gegenüberstehen. Dafür spielst du die gesamte reguläre Saison, um in die Playoffs zu kommen und dich selbst in eine Position zu bringen, in der du Erfolg haben kannst. Es wird eine überragende Serie werden.“

„Wir passen gut zusammen“, so Wild-Verteidiger Jared Spurgeon. „Jedes Spiel, das wir gegen sie bestritten haben, war von einer angespannten Playoff-Atmosphäre geprägt. Wir freuen uns einfach auf die Herausforderung. Man will sich die Chance sichern, den Stanley Cup zu gewinnen. Wir sind voller Vorfreude.“

Dallas hofft auf die Rückkehr von Verteidiger Miro Heiskanen, der bereits wieder trainiert. Nicht zum Einsatz kommen wird Mittelstürmer Roope Hintz (Unterkörperverletzung), der frühestens für Spiel 3 zurückerwartet wird.

Minnesota bangt um seinen erkrankten Elite-Offensivverteidiger Quinn Hughes, der aber wohl rechtzeitig fit wird. Zwischen den Pfosten ist die Entscheidung für den hochtalentierten Jesper Wallstedt (23) gefallen, der junge Schwede erhält den Vorzug vor seinem Landsmann Filip Gustavsson (27). Wallstedt wird erstmals Playoff-Luft in der NHL schnuppern. „Das ist unsere Entscheidung für Spiel 1“, sagt Wild-Trainer John Hynes. Ob der deutsche Center Nico Sturm in der Aufstellung stehen wird, ist fraglich. Nach den Trainingseindrücken werden die vier Mittelstürmerpositionen wohl mit Ryan Hartman, Joel Eriksson-Ek, Danila Yurov und Michael McCarron besetzt.

MIN@EDM: Wallstedt stoppt alle 32 der Oilers für seinen vierten Shutout in der laufenden Saison

Minnesota als gar nicht so geheimer Geheimfavorit?

Während Dallas drei Jahre in Folge bis ins Western Conference Finale vordrang, ging es für Minnesota seit 2015 nie über die Erste Runde hinaus. Angesichts eines starken Auftakt-Gegners werden den Wild auch 2026 nicht viele Chancen eingeräumt. Doch es gibt prominente Fürsprecher: Marco Sturm, Trainer der Boston Bruins, hat Minnesota ganz oben auf dem Zettel: „Ich glaube, dass Minnesota vor der Trade Deadline sehr gut verpflichtet hat. Sie haben mit Dallas zwar einen harten Brocken, doch wenn sie die Erste Runde überstehen, haben sie gute Chancen, bis zum Schluss zu spielen.“

Auch NHL.com/de-Experte Stefan Ustorf rechnet mit einer engen Serie und den Wild als Serien-Siegen in sieben Spielen: „Die Mannschaften sind so ausgeglichen. Das einzige, was ich hier glaube voraussagen zu können, ist eine lange Serie“, so Ustorf im neuen Schlagschuss-Podcast (Episode #43).

„Diese zwei Mannschaften mögen sich nicht“

Viel Feuer wird in der Serie zwischen Pittsburgh und Philadelphia erwartet. Die beiden Städte im US-Bundesstaat Pennsylvania liegen gerade einmal 400 Kilometer auseinander. Bei einer Spielerumfrage der Spielergewerkschaft NHLPA wurde die Rivalität zwischen Penguins und Flyers mit 9,3 Prozent der Stimmen zum drittbesten Derby in der NHL gewählt. 

„Diese zwei Mannschaften mögen sich nicht“, bestätigt Ustorf im Schlagschuss-Podcast. „Es gibt dieses berühmte Interview von einem sehr, sehr jungen Sidney Crosby, der einfach sagt: ‚Ich mag diese Mannschaft nicht, ich mag keinen da drüben.‘ Ich glaube nicht, dass sich das geändert hat. Es sind einfach zwei Mannschaften, die sich aufgrund ihrer Historie nicht mögen. Sie sind Rivalen und deshalb glaube ich, dass es eine sehr intensive Serie werden kann.“

Verwandte Inhalte