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Ein total verrücktes Spiel lieferten die Winnipeg Jets und Montreal Canadiens den Fans in aller Welt am Dienstagabend im Canada Life Centre: Erstmals in ihrer Geschichte gaben die Jets einen 4:0-Vorsprung wieder her, um am Ende noch mit 8:4 zu gewinnen. Zu sehen gab es dabei unter anderem eine herausragende Leistung von Winnipegs Mark Scheifele und den ersten NHL-Hattrick von Montreals Josh Anderson.

Torfeuerwerk in Winnipeg
Tore, Tore, Tore - in der NHL haben die Torlampen in diesen Tagen Hochkonjunktur: Innerhalb von nur einer Woche schossen gleich acht Teams sieben oder mehr Tore in einem Spiel. Deren acht sollten den Jets an diesem denkwürdigen Abend gelingen.
Mehr noch: Gleich im ersten Drittel fielen acht Treffer - so viele wie in noch keinem anderen Anfangsdrittel in der laufenden Saison. Den bisherigen Rekord dafür hielten bis dahin die Pittsburgh Penguins und San Jose Sharks (2. Januar 2022) sowie Philadelphia Flyers und Colorado Avalanche (6. Dezember 2021) mit jeweils sieben Treffer im ersten Abschnitt.
4:0 - Ein perfekter Start
Auf heimischem Eis legte Winnipeg los, wie die Feuerwehr: Der am Torkreis positionierte Evgeny Svechnikov tippte den Puck zum 1:0 ins Ziel (6.) und traf damit im dritten Spiel in Folge (3-2-5).
Nur 36 Sekunden später donnerte Nate Schmidt einen Schlagschuss zum 2:0 in die Maschen (6.).
Dann tauchte Adam Lowry in einem schnellen Angriff frei vor dem Tor auf, täuschte Torwart Sam Montembeault mit einem Vorhand-Rückhand-Trick und erhöhte auf 3:0 (9.).
Wiederum nur 27 Sekunden später wurde Mark Scheifele zwischen den Bullykreisen gesucht und vollendete mit einer fulminanten Direktabnahme zum 4:0 (10.).
Nach nicht einmal zehn Minuten lagen die Jets komfortabel mit 4:0 vorne. Doch ein Spaziergang sollte dieses Spiel dennoch nicht werden.

MTL@WPG: Jets, Canadiens treffen 7 Mal im 1. Drittel

4:4 - Ein perfektes Comeback
Unglaublich, aber wahr: Die Canadiens kamen auf diesen Schock in Windeseile zurück.
Josh Anderson überraschte Goalie Connor Hellebuyck mit einem Schuss aus spitzem Winkel von rechts und stellte so auf 1:4 (12.).
Im Powerplay war erneut Anderson zur Stelle und staubte auf einen Schuss von Cole Caufield zum 2:4 ab (18.).
Als Artturi Lehkonen dann auch noch einen Puckverlust eiskalt bestrafte und seinen Alleingang zum 3:4-Pausenstand im Tor unterbrachte, war die Hoffnung bei Montreal zurück (19.).
Entsprechend kamen die Canadiens dann für den zweiten Durchgang aus der Kabine und es gelang ihnen tatsächlich der schnelle Ausgleich: In einer 3-auf-1-Situation jagte Anderson den Puck zum 4:4 unter die Latte (25.) und machte seinen ersten NHL-Hattrick damit perfekt.
"Immer, wenn du so in ein Spiel startest und gleich mit vier Toren hinten liegst, wird es schwierig. Aber die Jungs sind drangeblieben und so, wie wir uns als Team zurückgekämpft haben, waren wir in der Lage, auszugleichen. Es sind viele gute Dinge passiert", so Anderson.
8:4 - Ein brandgefährliches Powerplay
Das Momentum war nun auf der Seite von Montreal, doch hatten die Gäste die Rechnung ohne das brandgefährliche Powerplay von Winnipeg gemacht: Mit vier Überzahl-Treffern (4/6) schlug das Pendel im weiteren Verlauf zu Gunsten der Hausherren aus.
Andrew Copp traf aus linker Position zum 5:4 (38., im Powerplay). Im dritten Drittel traf Scheifele von hinter dem Tor zum 6:4 (43.). Pierre-Luc Dubois drückte nach einem Scheifele-Querpass sofort den Abzug und traf zum 7:4 (46.). Und schließlich landete eine feine Direktpasskombination auf der Kelle von Paul Stastny, der aus der Nahdistanz zum Endstand abschloss (58.).
"Wir haben tolle Spielzüge gemacht und den Pucks aufs Tape gespielt. Das war der Grund, warum wir wieder die Kontrolle übernommen haben. Wir haben die Spielzüge gemacht, als wir sie gebraucht haben und wir haben sie präzise ausgeführt", nannte Scheifele den entscheidenden Faktor für das Happy End.
"Jeder weiß, dass es im Powerplay auf die Top-Spieler ankommt. Wenn du Erfolg in Überzahl haben willst, dann müssen deine Top-Spieler voll da sein. Bei uns war das heute der Fall", lobte Jets-Trainer Dave Lowry und meinte damit wohl insbesondere Scheifele (2-1-3), Dubois (1-2-3) und Kyle Connor (0-3-3), die allesamt ein Drei-Punkte-Spiel aufs Eis legten.

WPG 8, MTL 4

Montreals Siegesserie endet
"Es waren zu viele Strafen, zu viele Chancen für sie. Wir können nicht ständig auf der Strafbank sitzen, egal wie wir uns gefühlt haben. Ihr Powerplay ist zu gut, um ihnen so viele Möglichkeiten zu geben", ärgerte sich Anderson (3-0-3), dessen Hattrick am Ende keine Punkte bringen sollte.
Damit ging für die Canadiens eine Siegesserie von fünf Spielen zu Ende. "Ich denke, wir haben uns das selbst zuzuschreiben", analysierte Montreals Trainer Martin St. Louis, unter dem die Canadiens eine 5-4-0-Bilanz haben. "Wir haben vier oder fünf Strafen in der Defensivzone genommen. Da war nicht viel Fluss in vielen Teilen unseres Spiels. Ich denke aber auch, dass wir ein richtig gutes Team sein können, wenn wir in diesen Fluss kommen."