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Ein Sidney Crosby reicht nicht aus

Der Kapitän der Pittsburgh Penguins zeigt gegen die Nashville Predators in Spiel Vier eine Reaktion, doch das ist zu wenig

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Druck war schon immens groß vor Spiel Vier des diesjährigen Stanley Cup-Finales zwischen den Pittsburgh Penguins und den Nashville Predators auf den Kapitän des Titelverteidigers, Sidney Crosby. Der Anführer der Gäste hatte in Spiel Drei bekanntlich auf ganzer Linie enttäuscht, war wie auch der hochgeschätzte Teamkamerad Evgeni Malkin völlig ohne eigenen Torschuss geblieben, was Fans wie Experten gleichermaßen enttäuschte.

Allgemein wurde daher eine entsprechende Reaktion, gerade auch des Kanadiers, in Spiel Vier erwartet. Und Crosby lieferte wie erhofft. Er erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 höchst selbst, hatte diesmal insgesamt wieder vier Torschüsse aufzuweisen und bot insgesamt eine starke Vorstellung. Dumm nur, dass seine Penguins am Ende trotzdem erneut in Nashville unterlagen. Mit 1:4 zog man diesmal gegen den Außenseiter aus Tennessee den Kürzeren, musste so den Serienausgleich zum 2:2 hinnehmen, machte damit aus der ursprünglichen 'Best of 7'-Serie faktisch ein 'Best of 3'.

Am Teamkapitän der Jungs aus der Stahlstadt lag das allerdings diesmal wahrlich nicht. Gerade in der ersten Hälfte des Spiels vom Montagabend wusste Crosby zu überzeugen. Bestes Beispiel hierfür war sein Treffer zum 1:1 in der 16. Minute, als er bei einem Konter alleine auf Torhüter Pekka Rinne zustürmte, die Ruhe behielt, und gekonnt vollendete.

Es war sein insgesamt schon achter Treffer in den Playoffs. Schon beeindruckend wie souverän er die Möglichkeit nutzte, als es ihm erst einmal gelang hinter die Abwehrreihe der Gastgeber zu gelangen und wie er dann mit den Goalie aussteigen ließ, die kleine Lücke zwischen Rinne und dem Pfosten ausnutzen konnte.

Überhaupt bot Crosby diesmal wieder viel mehr Offensivszenen als zuletzt, setzte immer wieder auch seine Mitspieler sehr gekonnt in Szene. Nur konnten diese die große Anzahl von Torchancen nicht entsprechend in Treffer umsetzen. Teilweise lag das an den Pens-Aktiven, teilweise aber auch an der erneut bärenstarken Vorstellung von Pekka Rinne im Gehäuse der 'Preds', welche ihre Playoff-Heimbilanz inzwischen auf beeindruckende 9:1 Erfolge schrauben konnten.

Die Penguins hatten insgesamt diesmal wieder mehr Tormöglichkeiten zu verzeichnen. Das Problem war jedoch, dass Crosby von seinen Teamkameraden in Summe auch nicht gut genug unterstützt wurde. Und eine Klasseleistung des Teamkapitäns ist im Zweifelsfalle auf diesem Niveau dann eben auch zu wenig. Zumal auch dann, wenn der Gegner so gut drauf ist, von den eigenen Fans so massiv gepusht wird, wie am Abend die Nashville Predators in der heimischen Bridgestone Arena.

Video: PIT@NSH, Sp4: Crosby trifft mit der Rückhand

Unterkriegen wollten sich Crosby & Co. von der zweiten Pleite in Serie in der Fremde aber nicht. Gegenüber NHL.com/de gab man sich unverändert kämpferisch. So resümierte der Teamkapitän etwas trotzig: "Ich glaube nicht, dass wir in der Serie wirklich aus dem Tritt gekommen sind. Wir hatten heute unsere Möglichkeiten. In allen Spieldritteln. Das war wieder deutlich stärker als zuletzt. Wir freuen uns jetzt auf unsere Fans im Heimspiel. Spiel Fünf wird nun extrem wichtig. Wir haben jetzt eine 'Best of 3'-Serie und bleiben optimistisch nach den jüngsten Erlebnissen. Je länger eine Serie dauert, je höher wird die Intensität. Wir fühlen uns dafür gerüstet."

Auch Coach Mike Sullivan richtete den Blick bereits wieder nach vorne. Nicht jedoch ohne auch seinen Teamkapitän noch einmal ausdrücklich zu loben. "Ein Tor ist natürlich zu wenig. So kann man nur schwer gewinnen. Aber wir hatten diesmal diverse Tormöglichkeiten, konnten unseren Spielplan ganz gut umsetzen. Wenn wir weiter so arbeiten, dann haben wir demnächst auch wieder mehr Glück im Abschluss. Crosby hat in diesem Spiel sehr viele starke Szenen gehabt. Das macht uns Mut. Auch das Powerplay hat im Grunde gut funktioniert. Es gab bei allem Ärger übe das Ergebnis viele positive Ansätze, auch wenn das Ergebnis natürlich nicht in unserem Sinne war."

Stürmer Jake Guentzel lobte gegenüber NHL.com/de noch einmal ausdrücklich seinen vielbeäugten Teamkapitän, richtete den Blick aber auch schon auf das nächste Heimspiel am Donnerstagabend: "Das schmerzt uns heute schon. Sid war offensichtlich sehr gut drauf heute. Sein Tor war eine Klasse für sich. Am Ende hat das leider so nicht gereicht. Wir freuen uns jetzt auf das nächste Heimspiel vor unseren Fans. Das ist für uns eine tolle Sache und könnt der entscheidende Faktor zu unseren Gunsten werden. Wir wussten ja, dass es nicht einfach werden würde. Und jetzt ist es eben eine Serie wo wir noch zwei der möglichen drei Spiele gewinnen müssen. Darauf freuen wir uns. Wir müssen nun positiv bleiben."

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