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Edmonton Oilers geben sich kämpferisch

Das Team um Kapitän Connor McDavid will durch Sieg in Spiel 6 den Showdown in Anaheim erzwingen

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

ANAHEIM - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wie zutreffend dieses altbekannte Sprichwort ist, dokumentiert ein brandneues Foto von Leon Draisaitl. Es zeigt ihn, wie er erschöpft mit dem linken Arm an der Bande lehnt und frustriert auf seinem Mundschutz herumkaut. Sein Blick geht ins Leere. Geknipst wurde es am Freitagabend im Honda Center von Anaheim, nachdem dort endgültig das Unheil über die Edmonton Oilers hereingebrochen war. Die Aufnahme spiegelt eindrucksvoll die Gefühlswelt wider, in der sich der 21-Jährige Kölner nach dem finalen Tor der Ducks bewegte.

Das Schicksal meinte es in Spiel 5 der zweiten Runde der Playoffs um den Stanley Cup gar nicht gut mit der traditionsreichen Franchise aus dem Westen Kanadas. Drei zu null lagen die Oilers bis 3:16 Minuten vor Schluss vorne. Selbst als die Gastgeber bis auf ein Tor herangekommen waren, glaubte man noch fest an den Sieg. Doch 15 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zerstieb auch diese Hoffnung. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug fürs Gemüt gewesen, mussten die Oilers in der zweiten Verlängerung gar den entscheidenden Nackenschlag durch Corey Perry hinnehmen.

Damit haben die Ducks die Best-of-Seven-Serie der zweiten Runde nach fünf Begegnungen gedreht. 3:2 steht es vor Spiel 6 am Sonntag im Rogers Place in Edmonton. Oilers-Coach Todd McLellan muss die verbleibende Zeit nutzen, um die Seelen seiner Spieler zu streicheln und die Depression zu vertreiben. Er ist zuversichtlich, dass ihm das gelingt. Mut macht ihm vor allem die gelungene Darbietung seiner Schützlinge über weite Strecken der Partie.

Video: EDM@ANA, Gm5: Perry beendet den Thriller

"Im Moment sind wir alle noch wütend und niedergeschlagen. Wir dürfen diese Gefühle zulassen und mal richtig Dampf ablassen", sagte McLellan. Aber spätestens mit Ankunft in Edmonton gelte es, den Blick nach vorne zu richten. "Es ist wichtig, aus dieser Situation gestärkt hervorzugehen. Ich weiß, dass wir das schaffen können. Die Jungs haben die gesamte Saison über einen großartigen Job gemacht. Sie müssen und werden das jetzt wieder tun. Da bin ich mir sicher", fügte er im Hinblick auf Spiel 6 in Edmonton hinzu.

Der Trainer machte niemand einen Vorwurf wegen des fulminanten Comebacks der Ducks. Zumal die Oilers während des gesamten Matches mit widrigen Umständen zu kämpfen hatten. Fünf Spieler waren gezwungen, das Eis wegen diverser Blessuren zu verlassen, darunter die vier Verteidiger Matt Benning, Andrej Sekera, Oscar Klefbom und Kris Russel sowie Angreifer Zack Kassian. Bis auf Sekera kehrten zwar alle zurück, doch der Kräfteverschleiß im Team durch die Kompensation der Ausfälle war unübersehbar. Offenbar fehlten der Oilers-Defensive in den letzten Minuten genau die Körner, die sie zuvor zusätzlich einsetzen mussten. Defensivmann Adam Larsson stand insgesamt 44:58 Minuten auf dem Spielfeld.

"Es hat uns wirklich heftig erwischt. Im ersten Abschnitt waren einmal vier Leute gleichzeitig draußen", sagte Oilers-Goalie Cam Talbot. Er stellte die Moral der Mannschaft an diesem schwierigen Abend heraus und richtete eine Kampfansage an den Kontrahenten aus Kalifornien. "Um die Runde zu gewinnen, braucht man vier Siege. Sie haben erst drei. Wir werden alles dafür tun, dass wir uns am Mittwoch noch einmal hier treffen und die Sache so zu Ende bringen, wie wir sie begonnen haben."

Video: EDM@ANA, Gm5: Talbot glänzt in der Overtime

Ein Wiedersehen in Anaheim zum entscheidenden Showdown kündigte auch Connor McDavid an. Damit es dazu kommt, müssen die Oilers seiner Ansicht nach nichts an ihrem Spiel verändern. "Wir hatten sie eigentlich genau da, wo wir sie haben wollten", meinte Edmontons Kapitän. Umso mehr nervte es ihn, dass man den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gab. Nicht einmal der Umstand, dass ihm zum ersten Mal zwei Punkte in einer Partie der Playoffs gelungen waren, vermochte ihn zu trösten. Alle Hoffnungen von McDavid und den Oilers auf schönere Bilder ruhen nun auf Spiel 6 am Sonntag im Rogers Place.

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