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Roman Josi sei Dank

Durch ein spätes Tor des Schweizers drehen die Nashville Predators noch das dritte Spiel gegen die Anaheim Ducks

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Ryan Ellis und Roman Josi waren als Abwehrspieler wieder mitentscheidend am gestrigen 2:1-Erfolg der Nashville Predators in Spiel Drei des Western Conference-Finales in der NHL über die Anaheim Ducks beteiligt.

Ellis assistierte beim Ausgleichstreffer zum Beginn des Schlussdrittels und der Schweizer Josi traf knapp drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:1-Sieg höchst selbst in den Kasten der Kalifornier. Beide setzten damit ihren herausragenden Lauf fort. Damit verlängerten die Jungs aus Tennessee ihre Heimserie in der Bridgestone Arena auf nun bereits stolze 10 Siege in Serie.

Sechs der inzwischen zehn Erfolge auf heimischem Eis kamen bisher in den Playoffs des Jahres 2017 zustande. Ungeschlagen ist man in Nashville diesbezüglich übrigens seit Spiel Sechs in der Ersten Runde der KLO-Phase des Vorjahres, als man letztmals hier gegen Anaheim unterlag.

Nashville stößt damit in Dimensionen vor, welche zuvor die Colorado Avalanche (11 Siege) und die Detroit Red Wings (10 Erfolge) in der NHL-Geschichte gesetzt hatten. Keine andere Franchise hat solche Heimbilanzen in den vergangenen 28 Jahren aufzuweisen.

Josi durfte sich nicht nur über die 2:1-Serienführung freuen, sondern eben auch über seinen ersten "Gamewinner" in einem Playoff-Spiel. Und das im immerhin schon 43. Anlauf. Mit nun 10 Punkten (5 Tore, 5 Assists) kann er somit auf eine vergleichbare Erfolgsbilanz in diesen Playoffs verweisen wie Teamkollege Ellis. Beide rangieren damit auf Kurs Franchiserekord für Verteidiger.

Mit inzwischen 36 Punkten durch Verteidiger hat kein anderes Team der Liga mehr aufzuweisen. Gut ein Drittel aller Zähler der "Preds" werden also hier von Abwehrspielern erzielt. Auch das ist ein Rekord.

Trotzdem musste man um den Erfolg am Dienstag lange zittern. Erst zwei Tore im Schlussdrittel machten diesen möglich. Nach zwei Dritteln lagen die Gäste aus Kalifornien noch mit 1:0 in Führung. Doch dann drehten die Gastgeber auf. Vier Mal landete der Puck noch im Tor der Ducks. Jedoch zählten nur zwei der Treffer letztendlich dann auch wirklich.

Video: ANA@NSH, Sp3: Josi erzielt im PP die späte Führung

"Wir mussten nur konsequent dran bleiben und es weiter versuchen" resümierte Teamkapitän Mike Fisher. "Wir hatten auch vorher eigentlich schon ein ganz gutes Gefühl, auch wenn wir da noch nicht ins Tor getroffen hatten."

Wie gut die Jungs aus Nashville trotz des zwischenzeitlichen 0:1-Zwischenstandes drauf waren, das belegt schon ein Blick auf das Torschussverhältnis. 28:13 lautete das nämlich. Der Gegentreffer von Corey Perry konnte da nicht drüber hinwegtäuschen.

"Man konnte das schon vorausahnen" meinte auch Trainer Peter Laviolette rückblickend.

"Die Jungs waren sehr positiv, sagten die richtigen Dinge." Und das klappte dann ja auch.

Im dritten Abschnitt netzte man entsprechend ein. Und das dauerte dann auch gar nicht so lange. Forsberg überwand Gibson zum Ausgleich. Sehr zur Freude der großen Mehrheit der Fans in der Halle.

Und auch kurz vor dem Ende war man dann noch einmal im Powerplay erfolgreich. Trotz einer Bilanz von 0:3 zuvor, blieb man in den Überzahlsituationen konzentriert, profitierte letztendlich durch einen Treffer von Josi entsprechend. Keine drei Minuten waren da mehr auf der Uhr.

"Wir sind derzeit halt sehr selbstbewusst. Die Jungs haben immer noch daran geglaubt das Spiel in unsere Richtung biegen zu können" so der Coach.

Auch Josi war angetan von den Darbietungen des Abends: "Das sagt schon viel aus. Wir sind selbstbewusst. Wir sind nicht unruhig geworden. Unsere Leistung war ja OK. Wir hatten viele Chancen. Und irgendwann gehen sie dann halt auch rein. Wir sind positive geblieben. So muss das sein."

Und genau deshalb konnte man letztendlich im ersten Conference Final-Heimspiel der Franchisegeschichte am Ende dann zusammenmit den eigenen Fans auch etwas feiern.

"Natürlich ist es ein Vorteil für uns vor diesen Fans spielen zu dürfen. Hier fühlen wir uns sehr wohl. Und wenn wir abliefern müssen, dann ist es besonders schön dies hier mit der Unterstützung der Fans tun zu dürfen."

Ryan Ellis gab sich nach dem Spiel erleichtert: "Es ist einfach toll, wenn hier alle in der Halle stehen. Das erinnert an die Atmosphäre eines College Football-Spiels. Und die Gesänge und Schlachtrufe begleiten einen fast über das ganze Spiel. Die Fans sind einfach fantastisch hier."

Die Zuversicht bei den Preds und ihren Fans blieb auch erhalten, nachdem zwei Treffer im Schlussdrittel die Anerkennung versagt blieb. Der Torhüter wurde in beiden Fällen unerlaubter weise bei seiner Arbeit behindert.

"Wir sind dann so richtig in unser Spiel gekommen" erinnert sich James Neal an diese Phase. "Wir haben weiter Angriffswelle auf Angriffswelle auf ihren Kasten laufen lassen. Man konnte spüren, dass das irgendwann zum Erfolg führen würde."

"Man darf sich nicht frustrieren lassen von solchen Schiedsrichterentscheidungen" meint auch Fisher. "Man muss weiter Druck machen, auch auf den Torhüter des Gegners. Und irgendwann klappt es dann schon."

So ja auch am Dienstag, dank des Treffers zum 2:1 durch Josi. Nicht aufzugeben wurde somit reich belohnt am Ende. Doch noch ist in der Serie natürlich noch keine Vorentscheidung gefallen. Das wissen auch die Nashville Predators.

"Den Heimvorteil will man natürlich ausnutzen" bekräftigt Torhüter Pekka Rinne. "Das haben wir heute getan, denke ich. Man will ja nach einem Heimspiel nicht von einer verpassten Gelegenheit sprechen müssen."

Das haben die Achtplatzierten nach der Vorrunde gestern bewiesen. Auch Dank Roman Josi!
Spiel Vier dann am Donnerstag. Erneut in der Brigdgestone Arena zu Nashville.

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