Landon DuPont 3

Landon DuPont, der als potenzieller Nummer-1-Pick für den NHL-Draft 2027 gehandelt wird, gehört zu den 28 Spielern, die auf der am Montag veröffentlichten vorläufigen „Players to Watch“-Liste von NHL Central Scouting ein „A“-Rating erhalten haben.

Die Liste umfasst Nachwuchstalente, die für den Draft infrage kommen und in den wichtigsten Nachwuchsligen in Nordamerika und Europa aktiv sind. Sie wird im Laufe der Saison kontinuierlich aktualisiert, während die Scouts die Spieler weiter beobachten und bewerten.

Jüngster Spieler der NCAA

DuPont (ca. 180 cm, 87 kg), der erst am 28. Mai seinen 18. Geburtstag feiert, ist in dieser Saison der jüngste Spieler im Herren-Eishockey der NCAA. Der Verteidiger, der als Freshman für die University of Michigan spielt, kommt in fünf Partien auf sechs Scorerpunkte (allesamt Assists), 11 Torschüsse und eine Plus-Minus-Bilanz von +6. Seine durchschnittliche Eiszeit liegt bei 18:31 Minuten.

„Er spielt auf einem ganz anderen Niveau“, sagt Karl Stewart, Direktor von NHL Central Scouting. „Wenn man sich Spieler aus früheren Drafts ansieht – wie zum Beispiel Jack Hughes –, fragt man sich: ‚Wie sollte er das nicht auch in der NHL schaffen?‘ Bei DuPont ist es genauso. Man muss hier nicht groß spekulieren. Es ist klar, dass er in die NHL kommen und dort genau das zeigen wird, was er jetzt schon leistet.“

DuPont verpasste am 16. Oktober ein Spiel in Denver aufgrund einer nicht näher genannten Verletzung.

DuPont 1

„Ich habe natürlich alles versucht, um spielen zu können, aber die Ärzte und Trainer meinten, es sei besser, wenn ich aussetze“, erklärte DuPont gegenüber NHL.com (das Spiel endete mit einem 4:1-Sieg). „Glücklicherweise war ich am nächsten Abend wieder einsatzbereit (bei einem 4:3-Sieg in Denver).“

Talente auf der „Players to Watch“-Liste, die mit einem „A“-Rating versehen sind, gelten als potenzielle Kandidaten für die erste Draft-Runde. Spieler mit einem „B“-Rating werden als mögliche Picks für die zweite oder dritte Runde eingestuft. Ein „C“-Rating deutet auf die vierte oder fünfte Runde hin, während ein „W“-Rating für die sechste oder siebte Runde infrage kommt.

DuPont wechselte zur aktuellen Saison in die NCAA, nachdem er zuvor zwei Spielzeiten für Everett in der Western Hockey League (WHL) absolviert hatte. In der vergangenen Saison belegte er mit 73 Punkten (18 Tore, 55 Assists) aus 63 Spielen den geteilten vierten Platz in der Scorerwertung der WHL-Verteidiger und zählte zu den Finalisten für die Auszeichnung als „WHL-Verteidiger des Jahres“.

Anschließend führte er die WHL-Verteidiger mit 23 Punkten (fünf Tore, 18 Assists) in 18 Playoff-Spielen an und verhalf den Silvertips damit zum Gewinn der Meisterschaft. Beim Memorial Cup erzielte er sechs Punkte (vier Tore, zwei Assists) und verhalf Everett damit zum Einzug ins Finale; dort steuerte er zwei Assists zur 6:2-Niederlage seines Teams gegen Kitchener bei.

Zu Beginn der aktuellen Saison erzielte DuPont acht Punkte (zwei Tore, sechs Assists) und führte Kanada als Mannschaftskapitän zum Gewinn der Goldmedaille beim Hlinka Gretzky Cup 2026.

DuPont auf den Spuren von Connor McDavid

DuPont, der in Calgary (Alberta) geboren wurde, erhielt als zweiter Spieler – und als erster Verteidiger überhaupt – den Status eines „außergewöhnlichen Spielers“ („exceptional player status“). Dies ermöglichte es ihm, bereits im Alter von 15 Jahren eine komplette Saison in der WHL zu absolvieren. Zuvor war dies 2020 nur Connor Bedard, dem Center der Chicago Blackhawks, gelungen. Normalerweise werden Spieler im Alter von 15 Jahren in die WHL gedraftet, dürfen in diesem Alter jedoch – sofern die Saison ihres jeweiligen Jugendteams noch läuft – maximal fünf Spiele in der Liga bestreiten.

DuPont wurde von Everett als erster Spieler im WHL-Draft 2024 ausgewählt. In der Saison 2024/25 wurde er als „Rookie des Jahres“ der WHL ausgezeichnet. Zudem avancierte er zum ersten Rookie-Verteidiger der Liga, der in einer Saison die Marke von 50 Punkten erreichte (insgesamt 60 Punkte: 17 Tore, 43 Assists). Dies war eine Leistung, die zuletzt Scott Niedermayer, Mitglied der Hockey Hall of Fame und Legende der Kamloops Blazers, in der Saison 1989/90 (69 Punkte) vollbracht hatte. 

Zu den weiteren mit der Bestnote „A“ bewerteten Spielern aus Nordamerika, denen eine Auswahl in der ersten Hälfte der ersten Draft-Runde zugetraut wird, gehören die Stürmer Dima Zhilkin (Saginaw, Ontario Hockey League), Alexis Joseph (Saint John) und Carter Meyer (Quebec) – beide aus der Quebec Maritimes Junior Hockey League – sowie Brock England (Seattle, Western Hockey League) und der Verteidiger Brock Cripps (Prince Albert, WHL).

Jonah Neuenschwander: Das Top-Talent aus der Schweiz

Unter den international tätigen Spielern, die ebenfalls mit „A“ bewertet wurden und als Kandidaten für die erste Hälfte der ersten Draft-Runde gelten, finden sich die Stürmer Sergei Skvortsov (Nischni Nowgorod, Kontinental Hockey League), Jonah Neuenschwander (Biel, Schweizer National League) und Milan Sundstrom (MoDo, Allsvenskan – die zweithöchste Profiliga Schwedens).

Skvortsov (183 cm, 74 kg) kommt in der laufenden Saison auf zwei Scorerpunkte (ein Tor, ein Assist) in neun KHL-Spielen sowie sechs Punkte (drei Tore, drei Assists) in sechs Partien für das Nachwuchsteam von Nischni Nowgorod in der russischen Juniorenliga.

„Skvortsov ist ein intelligenter, abgeklärter rechts schießender Stürmer, der durch seine besonnenen Entscheidungen und seine Fähigkeit, das Spieltempo zu kontrollieren, besticht“, sagt Jukka-Pekka Vuorinen, Direktor für europäisches Scouting bei der NHL.

Neuenschwander (191 cm, 84 kg) hat in 13 Spielen für Biel sechs Scorerpunkte (zwei Tore, vier Assists) erzielt. Der 17-Jährige bestreitet bereits seine dritte Saison in der höchsten Schweizer Profiliga.

neuenschwander 3

„Jonahs Schlittschuhlauf ist für einen Spieler seiner Größe exzellent. Er kann enorm schnell beschleunigen, weshalb ein Gegenspieler einen großen Sicherheitsabstand einhalten muss, um ihn in Schach zu halten“, so Vuorinen.

Sundstrom (188 cm, 94 kg) verbuchte in 11 Spielen in der Allsvenskan sechs Assists und erzielte zudem neun Punkte (vier Tore, fünf Assists) in fünf Partien für das Nachwuchsteam von MoDo in der schwedischen Juniorenliga. „Sundstrom ist nicht schnell, aber er kann sich Zeit nehmen und freie Räume finden. Zudem sind seine Hände und sein Eishockey-Verständnis sehr gut“, sagte Vuorinen.