Im Duell zweier Spitzenteams stellten die Anaheim Ducks am Sonntag eindrucksvoll zur Schau, warum sie die Pacific Division anführen. Sie schlugen die Buffalo Sabres, die auf dem ersten Platz der Atlantic Division stehen, zu Hause im Honda Center mit 6:5 nach Verlängerung.

„Sie sind ein echt gefährliches Team“, betonte Buffalos Torwart Alex Lyon, der 27 Schüsse hielt. „Ich war extrem beeindruckt von ihrer Offensive. Das hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht, wie gut sie im Angriff spielen.“

Verlass auf Topscorer im Spitzenspiel

Ein weiteres Mal standen die Topscorer der Ducks im Rampenlicht. Fünf ihrer sechs punktbesten Spieler sammelten jeweils zwei weitere Zähler. Nur Cutter Gauthier, der das Team mit 62 Punkten (36 Tore, 26 Assists) anführt, blieb unter den Spitzenspielern ohne Punkt.

Der zweitplatzierte Leo Carlsson schraubte sein Konto mit zwei Assists auf 58 Punkte (24 Tore, 34 Assists). Chris Kreider, Rookie Beckett Sennecke und Verteidiger Jackson LaCombe steuerten ein Tor und einen Assist bei. Troy Terry gelangen zwei wichtige Punkte, darunter das Siegtor bei einem Alleingang in der Verlängerung. Mit dem Doppelpack überschritt er als vierter Spieler der Ducks nach Gauthier, Carlsson und Sennecke die Marke von 50 Punkten (16 Tore, 35 Assists).

„Er ist bei Alleingängen so schwer zu lesen“, lobte Lyon. „Wenn ein Spieler so nah an dich rankommt und den Puck dann unter die Latte bringt, ist das ein gefährlicher Spieler.“

Special Teams werden entscheidender Faktor

Die Special Teams waren über die gesamte Saison gesehen keine große Stärke der Ducks, doch es scheint fast, als würde sich das langsam ändern. Anaheim überstand gegen die Sabres alle drei Unterzahlsituationen schadlos. Insgesamt liegt das Team mit einer Unterzahlquote von 78,6 Prozent nur auf dem 20. Platz der NHL. In letzter Zeit sind die Ducks aber nicht zu knacken. Sie überstanden ihre vergangenen 18 Strafen alle ohne ein Gegentor.

Deutlich unerwarteter war am Sonntag die starke Ausbeute in Überzahl. Hier liegen die Ducks mit 17,9 Prozent auf dem 24. Platz. Gegen Buffalo nutzten sie aber drei von vier Powerplays. Nach dem frühen 0:1 drehten Kreider (10.) und LaCombe (13.) das Spiel im ersten Drittel in Überzahl. Mikael Granlund erzwang mit dem dritten Powerplaytor kurz vor Ende der regulären Spielzeit (59.) die Verlängerung.

„Wir haben definitiv zu viele Strafen genommen, das hat ihre Offensive beflügelt“, gab Sabres-Stürmer Tage Thompson zu. „Wir haben weite Strecken des Spiels kontrolliert, ihre Special Teams haben ihnen aber Energie gegeben.“

BUF@ANA: Terry trifft mit der Rückhand in der OT

Nervenstärke trotz Patzer

Die Sabres glichen die Partie noch im ersten Drittel wieder auf 2:2 aus. Im Mittelabschnitt brachten Sennecke (23.) und Terry (36.) ihre Mannschaft wieder in Führung. Anaheim ließ den Gegner im dritten Drittel aber mit drei Toren in Serie wieder ins Spiel kommen, mit 5:4 in Führung gehen, ehe Granlund für die Verlängerung sorgte.

„Wir müssen besser ins Spiel kommen“, kritisierte Terry. „Wir waren zum Anfang nicht bereit. „Nach den ersten fünf Minuten haben wir aber ein gutes Spiel geliefert.“

Starke Nerven zum Ende einer Partie sind in dieser Saison ein Markenzeichen der Ducks. Sie gingen in dieser Saison 23-mal mit einer Führung ins dritte Drittel und gewannen alle 23 Partien. 22-mal mussten sie in die Verlängerung und verließen dabei 16-mal das Eis als Sieger nach Overtime oder Penaltyschießen.

Geteilte Punkte für Spitzenreiter

Mit dem Sieg bauten die Ducks ihre Führung an der Spitze der Pacific Division auf vier Punkte vor den Vegas Golden Knights aus. Anaheim holte bisher 82 Punkte aus 70 Spielen (39-27-4). Die mit 78 Punkten zweitplatzierten Golden Knights haben genau wie die Edmonton Oilers (77 Punkte) auf Rang drei bereits ein Spiel mehr hinter sich. Den Ducks winkt damit zum ersten Mal seit der Saison 2017/18 wieder der Einzug in die Stanley Cup Playoffs.

„Wir wollten unbedingt diese wichtigen Spiele spät in der Saison haben“, freute sich Terry. „Wir versuchen, einfach im Moment zu bleiben und es zu genießen, in dieser Position zu sein. Hoffentlich lernen wir dabei noch was dazu.“

Für die Sabres ist die Niederlage keine Katastrophe. Durch das Erreichen der Verlängerung punkteten sie bereits im 14. Auswärtsspiel in Folge (12-0-2). Sie stehen mit 95 Punkten aus 71 Spielen weiterhin auf dem ersten Platz der Atlantic Division. Die Tampa Bay Lightning lauern vier Punkte hinter ihnen und haben noch zwei Spiele in der Hinterhand. Es war wichtig wenigstens einen Punkt gegen die Ducks zu holen, um diesen kleinen Vorsprung nicht schrumpfen zu lassen.

„Lyon hat einige wichtige Saves gemacht“, sagte Thompson. „Wir hatten Glück, dass wir hier einen Punkt mitgenommen haben. Ein zweiter Punkt wäre natürlich schön gewesen, aber wir hatten jetzt vier Auswärtsspiele hintereinander und haben in allen Punkte geholt, das ist nicht einfach.“

Die Sabres kehren nach zwei spielfreien Tagen am Mittwoch mit einem Heimspiel gegen die Boston Bruins nach Hause zurück. Die Ducks spielen schon am Dienstag auswärts bei den Vancouver Canucks.

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