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Der Start für die reguläre Saison 2020/21 in der NHL ist für den 13. Januar vorgesehen. Zur Einstimmung präsentiert NHL.com/de eine Serie mit den drei wichtigsten Fragen, mit denen sich die 31 Teams auseinandersetzen müssen.

In dieser Ausgabe: Vancouver Canucks
Nach einigen schwierigen Jahren ging es mit den Vancouver Canucks in der abgelaufenen Saison sprunghaft bergauf. Nachdem sie in der Stanley Cup Qualifikation die Minnesota Wild mit einem 3:1 in der Serie bezwungen hatten, gelang ihnen in der ersten Playoff-Runde ein spektakulärer Coup. Sie schalteten mit den St. Louis Blues keinen Geringeren als den Titelverteidiger aus. 4:2 hieß es nach sechs Duellen für die Canucks. Beinahe wären sie sogar ins Western Conference Finale vorgedrungen. Doch am Ende mussten sie sich den Vegas Golden Knights in der zweiten Runde knapp mit 3:4 geschlagen geben.
In der neuen Saison wollen die Canucks an die starken Leistungen der Postseason anknüpfen. Sie versuchen dies mit einem nur auf wenigen Positionen veränderten Team. Im Tor ersetzt Braden Holtby den zu den Calgary Flames abgewanderten Jacob Markstrom. Für die Verteidigung holte Vancouver den erfahrenen Nate Schmidt in einem Trade mit den Golden Knights.

Braden Holtby 12.13

Hoffnungen auf den Sprung ins NHL-Team darf sich der Mannheimer Marc Michaelis machen. Er überzeugte in den vergangenen Jahren im College-Bereich und erhielt deshalb im März 2020 einen Einjahresvertrag.
Neben Markstrom haben mit Tyler Toffoli, Chris Tanev und Troy Stecher drei weitere letztjährige Stammkräfte den Klub verlassen. Da durch den Abgang von Tanev und Stecher nur noch wenige routinierte Abwehrkräfte zur Verfügung stehen, ist es gut möglich, dass die Canucks auf dieser Position nachlegen. Ein Kandidat ist Travis Hamonic, der mit einem Tryout-Vertrag am Trainingscamp teilnimmt.
Folgende drei Fragen beschäftigen die Verantwortlichen der Canucks im Hinblick auf die bevorstehende Spielzeit ganz besonders.
1. Wer beginnt die Saison als Nummer eins?
Mit Holtby schnappte sich Vancouver bei der Free Agency einen der besten NHL-Torhüter der vergangenen Jahre. 2018 gewann er mit den Washington Capitals den Stanley Cup. Es gilt jedoch keineswegs als ausgemacht, dass er als Nummer eins ins Rennen gehen wird. Denn mit Thatcher Demko hat Holtby einen ernsthaften Konkurrenten.
Der Stern von Demko ging jüngst in der Endrunde auf. Nachdem Markstrom in den ersten vier Spielen gegen die Golden Knights zu schwächeln begann, setzte Vancouvers Coach Travis Green voll auf die Fangkünste des Backups. Der zahlte das Vertrauen mit großartigen Darbietungen zurück. Bei seinen vier Auftritten, drei davon als Starter, ließ Demko nur zwei Gegentore zu. Sein Gegentrefferschnitt von 0,64 pro Spiel und seine Fangquote von 98,5 Prozent waren überragend.
Dass Demko nun kampflos ins zweite Glied zurücktritt, ist nicht zu erwarten. "Ich freue mich, die Möglichkeit zu bekommen, den nächsten Schritt zu machen. Ich will in Vancouver der Mann der Zukunft werden", ließ er selbstbewusst verlauten.

demko

2. Besitzt die Defensive genügend Qualität?
Die Defensive war in der regulären Saison 2019/20 das Sorgenkind. Die Canucks kassierten durchschnittlich 3,10 Tore pro Spiel, womit sie sich Platz 19 in der Liga teilten. So viele Gegentreffer dürfen es nicht mehr werden, wenn Vancouver in der Saison 2020/21 in der Scotia North Division vorne mitmischen will.
Fraglich ist jedoch, ob die Abwehr nach dem Weggang von Tanev und Stecher über genügend Qualität verfügt. Mit Tyler Mayers und Schmidt stehen momentan nur zwei erfahrene Verteidiger im Kader.
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Vom Neuzugang aus Vegas versprechen sich die Canucks eine Menge. Schmidt wusste in seinen drei Jahren bei den Golden Knights zu überzeugen, einerseits als Bollwerk im Penalty-Killing, andererseits als Vorbereiter. Er knackte in jeder der vergangenen drei Spielzeiten die 30-Punkte-Marke. 2019/20 brachte er es auf sieben Tore und 24 Assists in 59 Einsätzen. Schmidt könnte zusammen mit Quinn Hughes das Top-Paar in der Defensive bilden.
General Manager Jim Benning schätzt den 29-Jährigen. "Mit Schmidt haben wir einen Mann verpflichtet, der in allen Situationen und gegen die besten Spieler des Gegners Eiszeit bekommen kann", sagte er.
3. Halten Pettersson und Hughes die Punkteproduktion hoch?
Mit Stürmer Elias Pettersson und Verteidiger Hughes sorgten in jüngster Vergangenheit zwei Top-Talente der Canucks für Furore in Sachen Punkteproduktion. Im Lager der Canucks hoffen alle, dass die beiden jungen Ausnahmespieler nichts von ihrem Scoring-Touch einbüßen.
Pettersson schwang sich gleich in seiner Debütsaison 2018/19 zum teaminternen Topscorer auf. Er brachte es auf 66 Punkte (28 Tore, 38 Assists) in 71 Partien. In der zurückliegenden Spielzeit machte er nahtlos weiter. In der regulären Saison gelangen ihm 66 Zähler (27 Tore, 39 Assists) in 68 Spielen. Besser war nur J.T. Miller mit 72 Punkten (27 Tore, 45 Assists) aus 69 Begegnungen. In der Postseason belegte Pettersson mit 18 Punkten (7 Tore, 11 Assists) aus 17 Spielen gemeinsam mit Miller den ersten Platz in der Scorerwertung der Canucks.

Top 10 Szenen von Elias Pettersson in 2019/20

Eine herausragende Rookie-Saison legte 2019/20 der offensivstarke Verteidiger Hughes hin. Er verbuchte 53 Punkte (acht Tore, 45 Assists) aus 68 Einsätzen. Damit war er punktbester Liganeuling der Hauptrunde. In den Playoffs fügte er seiner Erfolgsbilanz zwei Tore und 14 Vorlagen aus 17 Spielen hinzu.