EDM@VGK: Draisaitl nutzt McDavids Pass in Überzahl

Nachdem die Edmonton Oilers das Kräftemessen mit den Vegas Golden Knights am vergangenen Samstag vor den eigenen Fans noch mit 3:4 nach Verlängerung verloren hatten, gelang ihnen am Dienstag in der T-Mobile Arena die Revanche. Mit 7:4 behielten die Gäste in einem spektakulären Spiel die Oberhand. "Ich glaube nicht, dass wir unser Potenzial schon annähernd ausgeschöpft haben", bilanzierte Edmontons Trainer Jay Woodcroft selbstbewusst nach der Schlusssirene. "Ich habe gute Anzeichen in unserem Team gesehen. Wir haben zwar nicht perfekt gespielt, aber ich denke, dass wir auf viele gute Dinge aufbauen können. Wir arbeiten darauf hin, dass wir zum richtigen Zeitpunkt, also in etwa drei Wochen, unseren Höhepunkt erreichen."

Leon Draisaitl gelangen, wie auch schon drei Tage zuvor, zwei Scorerpunkte. Er markierte einen Treffer und er legte ein Tor eines Teamkameraden auf. Nachdem sich der Kölner am Montag beim zwischenzeitlichen 4:2 gegen die Arizona Coyotes (5:4) über seinen 300. Treffer in der NHL freuen durfte, setzte sich seine persönliche Erfolgsserie beim zweiten Duell gegen Vegas auf beeindruckende Art und Weise fort.
Draisaitl verlängerte seine laufende Punktestrecke auf zehn Spiele und verbuchte seine dritte Serie dieser Art von zehn oder mehr Spielen in der Saison 2022/23. Zugleich ist er der sechste Spieler in den vergangenen 30 Jahren, der in einer einzigen Saison drei Punkteserien von zehn oder mehr Spielen verbuchen konnte. Mit in diesem elitären Klub sind Connor McDavid (4 in 2022/23), Jaromir Jagr (3 in 1995/96), Rod Brind'Amour (3 in 1993/94), Alexander Mogilny (3 in 1992/93) und Pierre Turgeon (3 in 1992/93). "Jede Reihe hat heute ihren Beitrag geleistet. Das Powerplay war gut. Das Unterzahlspiel war wirklich gut", zeigte sich Draisaitl rundum zufrieden. "Das sind gute Zeichen. Alles in allem, hatten wir das Spiel die meiste Zeit des Abends gut im Griff."
Den 47. Saisontreffer markierte Draisaitl in Überzahl zum zwischenzeitlichen 3:2 in der 10. Minute. Seit dem Beginn der vergangenen Saison kommt der Deutsche damit auf 53 Powerplay-Tore. Nur fünf Mal gelang es Aktiven in der Ligageschichte innerhalb von zwei Spielzeiten auf mehr Erfolgserlebnisse bei nummerischer Überlegenheit zu kommen. Dave Andreychuk, BUF/TOR (1991/92 bis 1992/93) mit 60, Tim Kerr, PHI (1985/86 bis 1986/87) mit 60, Brett Hull, STL (1989/90 bis 1990/91) mit 56, Kerr, PHI (1984/85 bis 1985/86) mit 55 und Hull, STL (1992/93 bis 1993/94) mit 54 waren die Vorgänger.

EDM 7, VGK 4

Das Powerplay Edmontons beeindruckt insgesamt. Am Dienstag fielen drei Treffer der Oilers mit einem Mann mehr auf dem Eis. Schon vor dem abermaligen Aufeinandertreffen mit den Golden Knights war das Überzahlspiel Edmontons mit einer Erfolgsquote von 31,9 Prozent das Beste der Liga und steht jetzt bei beeindruckenden 32,7 Prozent. Die Toronto Maple Leafs als Zweite der Statistik haben mit einer Quote von 25,7 Prozent schon einen respektablen Rückstand.
Das ist nur ein Grund dafür, warum die Oilers die beste Offensive in der NHL haben. Beim Auswärtssieg in Nevada zeigte zudem Ryan Nugent-Hopkins, der ein Tor und vier Assists verbuchte (35-61-96) seine herausragende Klasse. Durch ihn wurde Edmonton zum ersten Team seit den Pittsburgh Penguins der Saison 1995/96 (Ron Francis (92), Mario Lemieux (92) und Jaromir Jagr (87)) in dem drei Spieler die Marke von 60 Assists übertreffen konnten. Die anderen beiden Aktiven im Kader Edmontons sind die Stürmer Draisaitl (69) und McDavid (83).
"Offensiv ist unser Team schon das ganze Jahr über gut drauf", erklärte Nugent-Hopkins, der sich in seinem zwölften NHL-Jahr erstmals auf dem Weg zu 100 Saison-Punkten befindet. "Ich spiele mit einigen großartigen Spielern zusammen und versuche einfach, im Angriff ein bisschen mehr zu helfen als letztes Jahr. Wenn man als Team erfolgreich ist, kommt manchmal auch der individuelle Erfolg."

EDM@VGK: Nugent-Hopkins nutzt Puckverlust aus

McDavid steuerte gegen Vegas drei Assists bei und Torhüter Stuart Skinner zeigte 19 Paraden für die Oilers (43-23-9), die von den letzten acht Spielen sieben für sich entscheiden konnten (7-0-1). Edmonton liegt einen Punkt hinter den Los Angeles Kings auf Platz drei der Pacific Division und drei Punkte hinter dem Spitzenreiter Vegas. Die Kings und die Golden Knights haben jeweils ein Spiel weniger absolviert.
Jonathan Marchessault brachte Vegas nach 1:12 Minuten des ersten Drittels mit 1:0 in Führung. Evan Bouchard erzielte 37 Sekunden später mit einem Powerplay-Tor den 1:1-Ausgleich. Nugent-Hopkins sorgte nach 8:20 Minuten für die 2:1-Führung der Gäste. William Karlsson gelang in der 10. Minute der 2:2-Ausgleich mit einem Tor in Unterzahl, doch Draisaitl antwortete im selben Powerplay und brachte Edmonton mit 3:2 in Führung.
Michael Amadio glich in der 24. Minute zum 3:3 aus. Darnell Nurse antwortete erneut für die Oilers, indem er Jonathan Quick im Tor der Golden Knights mit einem Schlagschuss vom linken Kreis aus zum 4:3 überwand (27.) Evander Kane baute die Führung nach 13:30 Minuten im Mitteldrittel auf 5:3 aus, indem er einen Rückhand-Querpass von Draisaitl knapp unter die Latte zirkelte. Zach Hyman sorgte für das 6:3 (36., pp), als er einen Rückhandpass von McDavid im Powerplay einnetzte. Mit diesem Ergebnis ging es in die zweite Pause.

EDM@VGK: Quick stoppt Draisaitl mit dem Schläger

In den finalen 20 Minuten beruhigte sich das Geschehen. Die Entscheidung auf dem Eis schien gefallen zu sein. Brett Kulak erhöhte in der 45. Minute durch seinen ersten Treffer seit dem 7. Dezember zunächst auf 7:3 für Edmonton, bevor Marchessault 92 Sekunden vor dem Ablauf der Uhr der Treffer zum Endstand gelang. "Wir haben zuletzt ein paar Punkte liegen gelassen. Vielleicht unnötigerweise, aber wir haben einen Weg gefunden, zurück zu kommen", zeigte sich Draisaitl grundsätzlich zufrieden mit der Entwicklung des Teams.
Die nächste Herausforderung wartet am Donnerstag (9 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 3 Uhr MESZ), wenn die Kings zum direkten Duell um den zweten Platz in der Pacific Division ihre Visitenkarte in Edmonton abgeben werden. Nicht unwichtig, denn diese Platzierung sichert schließlich das Heimrecht zu Beginn der ersten Playoff-Runde.