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Draisaitls Entwicklung vom Spielmacher zum Torjäger

Der Stürmer setzte eine Bestmarke von 41 Toren und könnte der erste Oilers seit 32 Jahren werden, der es auf 50 bringt

von Tim Campbell @TimNHL / NHL.com Redakteur

EDMONTON -- Leon Draisaitl war immer als besserer Vorbereiter, denn als Torjäger bekannt.

Bis jetzt.

Der 23-jährige Stürmer erzielte 73 Tore und 125 Vorlagen in seinen ersten drei vollen NHL-Saisons. Er hat bereits mit 41 Toren in dieser Saison seine NHL-Bestmarke aufgestellt, darunter 17 Treffer in seinen letzten 19 Spielen. Das sind die meisten in der Liga seit dem 20. Januar.

Er hat die Chance, Edmontons erster Spieler mit 50 Saisontoren seit 1986/87 zu werden, als Wayne Gretzky 62 und Jari Kurri 54 Treffer erzielten.

Draisaitls Tore haben Edmonton geholfen, im Rennen um die Stanley Cup Playoffs zu bleiben. Die seit vier Spielen ungeschlagenen Oilers, treten am Samstag im Rogers Place gegen die Toronto Maple Leafs (19 Uhr ET; NHLN, CBC, SN, NHL.TV) an. Edmontons Rückstand beträgt sieben Punkte (Stand Freitag) gegenüber den Minnesota Wild auf dem zweiten Wildcard-Platz der Western Conference.

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Obwohl Draisaitl mit seinen 41 Treffern für viele eine Überraschung sein mag, ist das Tore schießen doch Teil seines Spiels, an dem er ständig arbeitet - auch während der Sommerpause.

"Ich arbeite jeden Sommer an meinem Schuss", sagte Draisaitl, dessen bisheriger NHL-Bestwert aus der Saison 2016/17 29 Treffer waren. "Ich versuche aus verschiedenen Winkeln zu treffen und bin im Sommer hart zu mir selbst, um den Puck ins Netz zu bekommen. Das ist etwas, das mir geholfen hat, ein wenig gefährlicher zu sein."

Draisaitl überzeugte als Spielmacher. In jeder seiner ersten vier NHL-Saisons hatte er deutlich mehr Assists als Tore. In der Saison 2017/18 brachte er es auf 25 Tore und 45 Assists.

Ähnlich war es im Junioren-Bereich. Während seiner drei Spielzeiten in der Western Hockey League mit Prinz Albert und Kelowna erzielte er 138 Assists und 78 Tore in 160 Spielen.

Aber in der zweiten Saison seines achtjährigen, 68 Millionen Dollar schweren Vertrages, den er am 16. August 2017 unterzeichnet hatte, schießt ein selbstbewussterer Draisaitl häufiger denn je. Er suchte 184 Mal den Abschluss und weist eine Erfolgsquote von 22,3 Prozent aus, was deutlich über den 13,7 Prozent während seiner ersten vier Saisons liegt. Letzte Saison schoss er 194 Mal und kam dabei auf eine Quote von 12,9 Prozent.

 

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"Er hat definitiv öfters geschossen", sagte Center Connor McDavid von den Oilers. "Die Jungs suchen ihn. Er kreiert sich selbst Chancen. Es ist wirklich beeindruckend."

Draisaitl hat 16 seiner 41 Tore im Powerplay erzielt. Er belegt zusammen mit Stürmer Alex Ovechkin von den Washington Capitals und Steven Stamkos von den Tampa Bay Lightning bei den Powerplaytoren den zweiten Platz, drei Tore hinter Center Brayden Point von den Lightning.

"Er findet Wege, um frei zu stehen", sagte McDavid. "Er ist ein kluger Spieler und er findet diese kleinen Lücken. Er hat einen heißen Schläger, also warum nicht nach ihm suchen?"

Oilers Trainer Ken Hitchcock sagte, dass Draisaitl, der Nummer 3 Pick beim NHL-Draft 2014, Qualitäten entwickelt, die nur die besten Torjäger in der Liga haben.

"Für mich ist eine Sache, die er mit den Top-Scorern gemeinsam hat, dass er weiß, wie man sich außerhalb des Geschehens versteckt", sagte Hitchcock. "Und darin ist er wirklich gut. Er weiß, wie man sich versteckt und zieht dann in den Bereich, wo es gefährlich wird, sobald der Puck kommt."

"Es gibt eine Menge Jungs, die vor dem Tor arbeiten oder im Slot, doch Leon macht das nicht. Er kommt erst in diesen Bereich, sobald der Puck dorthin geschossen wird."

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Hitchcock sagte, dass es eine weitere Schlüsselkomponente in Draisaitls Spiel gibt, die ihm in dieser Saison aufgefallen ist.

"Ich würde sagen, er ist zuallererst sehr gut am Schläger", sagte Hitchcock. "Ich denke, er stört den gegnerischen Spielaufbau, holt sich Pucks aus der Luft, verfolgt dich, versteckt seinen Stock so gut wie kein anderer in der Liga. Auf diese Weise im Alter von 23 Jahren zu spielen, ist ziemlich beeindruckend, denn es ist nicht üblich, dass ein junger Mann das kann."

Bei Draisaitl, der mit 84 Punkten in 67 Spielen zum ersten Mal seit er in die NHL 2014/15 kam, im Schnitt deutlich über einen Punkt pro Spiel erzielte, stimmt offensichtliche die Chemie mit McDavid. Sie spielen oft in der gleichen Reihe, in fast allen 3-gegen-3-Overtime-Situationen und im Powerplay, bei dem die Oilers mit 21,2 Prozent Erfolgsquote auf Platz 12 in der NHL liegen.

"Wir spielen gut zusammen, und er hat auch mit anderen Jungs die Chemie gefunden", sagte McDavid. "Ich denke, ein gutes Powerplay hilft einem sehr. Er war immer gut im Überzahlspiel und in diesem Jahr hat er eine weitere Stufe erklommen. Sein Spiel hat offensichtlich ein neues Level erreicht."

Sie spielen im Moment in unterschiedlichen Reihen. Draisaitl als Center zwischen Sam Gagner und Alex Chiasson und McDavid zwischen Ryan Nugent-Hopkins und Zack Kassian. Aber Draisaitl hat in dieser Saison mehr Minuten (904:58) zusammen mit McDavid gespielt als jeder andere, und sie haben gegenseitig von ihren Fähigkeiten profitiert.

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McDavid stand bei 33 von Draisaitls 41 Toren auf dem Eis und kam bei 23 von ihnen zu einem Assist. Draisaitl war in dieser Saison an 17 der 33 Tore von McDavid beteiligt. McDavid ist mit 94 Punkten (33 Tore, 61 Assists) in 63 Spielen Dritter in der NHL, 14 Punkte hinter Spitzenreiter Nikita Kucherov von den Lightning.

Wenn McDavid und Draisaitl in dieser Saison zur gleichen Zeit auf dem Eis standen, lautete Edmontons Torverhältnis 93:46.

Draisaitl traf in 33 der 67 Oilers-Partien und liegt mit 84 Punkten (41 Tore, 43 Assists) zusammen mit Johnny Gaudreau von den Calgary Flames und Nathan MacKinnon von den Colorado Avalanche auf dem sechsten Platz in der NHL-Scorerwertung.

Das ist alles neu für Draisaitl.

 

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"Ich hatte noch nie den Ruf ein Torjäger zu sein", sagte Draisaitl. "Ich wusste immer, dass ich einen guten Schuss habe. Ich versuche ihn häufiger zu nutzen, schieße etwas öfters. Offensichtlich versuche ich, so schnell wie möglich den Puck von meinem Schläger zu bekommen. Ich versuche so oft wie möglich direkt abzuziehen."

"Zurzeit gehen sie rein. Toi, toi, toi."

Sollte Draisaitl so weitermachen und den Oilers (30-30-7) dabei helfen, wieder in das Playoff-Rennen einzusteigen, könnte er eine 50-Tore-Saison hinlegen. Er braucht noch neun Tore in den letzten 15 Spielen der Oilers, um sich Gretzky und Kurri anzuschließen.

"Darüber denke ich nicht nach", sagte Draisaitl.

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