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Nowitzki begeistert über Eishockey und Draisaitl

Die deutsche Basketball-Legende im Gespräch mit NHL.com/de über den Erfolg der Sportart in Deutschland und der NHL

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Dirk Nowitzki gehört zu den erfolgreichsten deutschen Sportlern aller Zeiten. Der Würzburger ging 1998 in die NBA zu den Dallas Mavericks und blieb dort bis zu seinem Karriereende in 2019. In der Saison 2006/07 wurde Nowitzki als erster Europäer wertvollster Spieler der regulären NBA-Saison (MVP). 2011 erfüllte er sich schließlich mit dem Gewinn der Meisterschaft in der NBA seinen größten Traum. Zudem wurde er als MVP dieser Finalserie ausgezeichnet. Nowitzki sammelte zusätzlich zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen und er ist mit über 31.000 Punkten der beste Scorer der NBA-Geschichte, der nicht in den USA geboren wurde.

Obwohl Basketball seine große Liebe ist, hat der 2,13 Meter große Hüne schon früh sein Interesse am Eishockey und später an der NHL entdeckt, wie er im exklusiven Gespräch mit NHL.com/de in dieser Woche verriet. Er geriet sogar förmlich ins Schwärmen und empfiehlt jeden, Eishockey einmal live anzuschauen. Natürlich blieb Nowitzki, der mit seiner Frau und den drei Kindern weiterhin in Dallas, Texas, lebt, der Erfolg seines Landsmannes Leon Draisaitl nicht verborgen. Dass der Kölner Stürmer der Edmonton Oilers im Alter von nur 24 Jahren mit 110 Punkten (43 Tore, 67 Punkte) in 71 Spielen der Topscorer der NHL wurde, bezeichnet Nowitzki als absolut erstaunlich und redlich verdient.

 

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Was Nowitzki noch über die Sportart Eishockey und die Erfolge von Draisaitl sowie dessen Vergleich "der Nowitzki des deutschen Eishockeys" werden zu wollen, denkt, können Sie dem kompletten Interview entnehmen:

Wie verfolgst du Eishockey und seit wann?

"Schon als kleiner Junge hat mich Eishockey begeistert, wenn ich Düsseldorf gegen Köln geschaut habe. Es waren immer großartige Spiele mit Gerd Trunschka, Peppi Heiß und den ganzen deutschen Eishockey-Legenden, an die ich mich erinnere. Und natürlich habe ich auch die Nationalmannschaft verfolgt. Als ich hier rüber kam, wusste ich schon etwas über Wayne Gretzky, aber es war damals schwierig, die NHL von Deutschland aus zu verfolgen und so wurde das erst mehr, als ich hierherkam. In der Saison, in der ich nach Dallas wechselte, gewannen die Stars mit Mike Modano, Brett Hull und all den anderen Jungs den Stanley Cup. So wurde ich ein Fan des Spiels, obwohl es wegen der fehlenden Zeit oft schwierig war zu einem Spiel zu gehen. Aber wenn es geklappt hat, dann hat mir das sehr gut gefallen."  

Was gefällt dir am Eishockey oder der NHL?

"Mir gefällt die Geschwindigkeit und die physische Komponente des Spiels, aber auch die Fähigkeiten der Spieler mit dem Puck zu sehen. Es macht unheimlich Spaß und ist ein richtiger Wettbewerb mit der nötigen Härte, die dazu gehört. Es ist ein toller Sport und es bereitet Spaß zu einem Spiel zu gehen und die Intensität live zu sehen." 

 

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In dieser Saison hat Leon Draisaitl als erste Deutscher überhaupt die Art Ross Trophy für den besten Scorer gewinnen können. Was sagst du zu diesem Erfolg?

"Das ist absolut erstaunlich. Ich bin glücklich und freue mich für ihn. Es gibt so viele großartige Athleten in dieser Liga und wenn er die meisten Punkte in der regulären Saison erzielt, dann ich das eine erstaunliche Leistung. Und seine Grenze ist der Himmel, denn er ist erst 24 Jahre alt und wird weiter an sich arbeiten. Ich habe ihn bei meinem Wohltätigkeitsfußballspiel getroffen und er ist sehr bodenständig und super cool. Er ist ein harter Arbeiter und hat sich diese Leistung redlich verdient."

Video: Draisaitl holt 110 Punkte zum Gewinn der Ross Trophy

Draisaitl hat in der NHL die besten Chancen wie du 2007 in der NBA MVP der Saison zu werden. Wie wäre der Erfolg mit deinem vergleichbar?

"Es ist verdammt hart den MVP, egal in welcher Liga zu gewinnen. Es gibt in jeder Sportart so viele großartige Sportler. Es wäre eine riesige Sache für ihn, wenn ein deutscher Spieler in dieser Liga hier, das erreichen könnte und eine absolut erstaunliche Leistung. Ich drücke ihm die Daumen, dass es klappt und eintritt. Er ist noch sehr jung und hatte eine unglaubliche Saison. Er wird natürlich noch sehr viele weitere Chancen in der Zukunft erhalten, der MVP zu werden, selbst wenn es in diesem Jahr nicht passieren sollte." 

 

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Draisaitl hat einmal gesagt, dass er der Nowitzki des deutschen Eishockeys werden will. Wie findest du eine solche Aussage?

"Nun, das ist zunächst eine große Ehre für mich, dass er denkt, es wäre eine Inspiration für ihn, so wie ich zu werden, in einem fremden Land und in einer fremden Liga seinen Weg zu gehen. Das ist natürlich sehr ermutigend für mich und ehrt mich, dass ich in diesem Punkt seine Inspiration bin. Das ist fantastisch."  

Woran liegt es deiner Meinung nach, dass die NBA mehr Aufmerksamkeit in Deutschland bekommt als die NHL?

"Ich denke, dass sich die NHL definitiv mehr für die Welt öffnen muss. Obwohl sie Spieler aus der ganzen Welt in der Liga haben, können sie weiterhin ihr Spiel auf dem gesamten Globus mehr wachsen lassen und publik machen. Es bereitet Spaß, einen so energiegeladenen Sport anzuschauen. Er ist physisch und es gehören viele Fertigkeiten dazu. Ich mag den Sport richtig gern und hoffentlich bekommt er jetzt noch mehr Aufmerksamkeit in Deutschland, und auch die NHL generell. Es geht immer darum, im Fernsehen präsent zu sein und das sollte auch das Ziel für Deutschland sein."

 

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Mit Dominik Bokk (geboren in Schweinfurt) und Lukas Reichel (geboren in Nürnberg) kommen zwei Nachwuchsspieler, die im Fokus der NHL sind, aus deiner fränkischen Heimat. Hast du schon davon gehört und wie findest du das?

"Es ist absolut toll. Das zeigt doch, dass sich die Sportart in Deutschland gut entwickelt. Die jungen Spieler machen sich gut, fallen auf und werden von den Scouts intensiv beobachtet, um sie näher an die NHL zu bringen. Es spricht für die Nachwuchsarbeit in Deutschland und die Liga dort, dass sie gute Arbeit verrichten und gute Trainer haben. Es ist toll, dass es zwei Nachwuchsspieler gibt, die aus der Nähe von meiner Heimat kommen. Ich wünsche ihnen nur das Beste. Ich habe vor ein paar Monaten schon etwas darüber gelesen. Ich freue mich darüber und für sie selbst. Ich hoffe ihr Traum wird eines Tages Wirklichkeit, und wir sehen sie bald in der NHL spielen."  

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