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An jedem Tag zwischen dem 2. Dezember und dem 1. Januar veröffentlicht NHL.com/de den Wunschzettel eines der 31 NHL-Teams im Hinblick auf die kommende Saison. Was ist nötig, damit die kommende Spielzeit für den jeweiligen Klub möglichst erfolgreich verläuft?

Heute die Wünsche der Tampa Bay Lightning.
Die Verantwortlichen der Tampa Bay Lightning haben an den Tagen vor Weihnachten noch einmal Hand an den Kader für die Saison 2020/21 angelegt und mit einer Reihe von Spielern verlängert, deren Verträge ausgelaufen waren. Zunächst einigten sie sich mit den Verteidigern Erik Cernak (für drei Jahre) und Jan Rutta (zwei Jahre) auf die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses. Es folgten die Angreifer Mathieu Joseph (zwei Jahre) und Alexander Volkov (ein Jahr), bevor schließlich an Heiligabend die Weiterbeschäftigung von Stürmerstar Anthony Cirelli (drei Jahre) verkündet wurde.

TBL@DAL, Sp6: Lightning jubeln nach Spielende

Die Anschlussverträge für Cernak und Cirelli galten als ausgemachte Sache, da sie zu den Stützen des Teams gehörten. Dennoch zog sich der Vertragspoker wie Kaugummi in die Länge. Einigermaßen überraschend kommt dagegen der neue Kontrakt für Rutta, der in der vergangenen Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und dessen Abgang vor allem im Hinblick auf den Salary Cap festzustehen schien. Doch nun folgte die Kehrtwende. Joseph und Volkov stellen eine Investition in die Tiefe der Offensive dar.
Neben den positiven Nachrichten von der Verhandlungsfront mussten die Lightning auch eine Hiobsbotschaft vermelden. Topscorer Nikita Kucherov fällt wegen einer Hüftoperation mindestens für die anstehende Hauptrunde aus.
Damit der amtierende Stanley Cup Champion bei der Titelvergabe erneut ein ernsthaftes Wort mitreden kann, sollten folgende Wünsche in Erfüllung gehen.
Das Team findet sich in der Central Division gut zurecht
Für die Saison 2020/21 sind die Lightning coronabedingt in die Central Division einsortiert worden. Dort müssen sie sich starker Konkurrenz um die vier Plätze für die Stanley Cup Playoffs erwehren. Dazu zählen allen voran die Dallas Stars, die im Stanley Cup Finale 2020 standen und dort den Lightning nach sechs Spielen unterlagen. Hinzu kommen ambitionierte Mannschaften, wie die Carolina Hurricanes, die Columbus Blue Jackets, die Nashville Predators, die Chicago Blackhawks und die Florida Panthers sowie Außenseiter Detroit Red Wings. Ein Selbstläufer wird die Endrunden-Qualifikation für Tampa Bay bei dieser Zusammensetzung der Division nicht unbedingt. Die Lightning müssen von Anfang bis Ende hellwach sein. Bei nur 56 Partien in der Gruppenphase kann selbst ein Spitzenteam einen Fehlstart oder eine längere Schwächeperiode zwischendurch nur schwer wettmachen.
Stamkos ist fit und startet voll durch
Kapitän Steven Stamkos gehörte vorige Saison zu den Sorgenkindern der Belegschaft aus Florida. Verletzungsbedingt verpasste er die letzten Spiele der Hauptrunde 2019/20 und nahezu die kompletten Playoffs. In der Postseason reichte es lediglich zu einem Kurzeinsatz in Spiel 3 der Finalserie gegen die Stars. Für die Lightning ist es außerordentlich wichtig, dass Stamkos fit ist und sofort voll durchstartet. Nach dem Ausfall von Kucherov kommt es mehr denn je auf die Offensivpower und die Scorerpunkte des 30-jährigen Routiniers an. Für ihn sind in seiner NHL-Karriere bis dato 832 Zähler (422 Tore, 410 Assists) aus 803 regulären Saisonspielen verzeichnet.

TBL@DAL, Sp3: Stamkos kehrt in Kader mit Tor zurück

Sergachev bestätigt die starke Vorjahresleistung
An der blauen Linie hängt das Wohl und Wehe der Lightning längst nicht mehr allein von Victor Hedman ab. Mit Mikhail Sergachev hat sich in jüngster Vergangenheit ein großes Verteidiger-Talent in den Vordergrund gespielt. Der 22-Jährige stand 2019/20 in allen 70 Begegnungen auf dem Spielfeld. Dabei brachte er es auf 34 Scorerpunkte (10 Tore, 24 Assists). Mit seiner Trefferzahl stellte er einen persönlichen NHL-Bestwert auf. Zugleich war er damit teamintern der zweitbeste Torschütze unter den Verteidigern hinter Hedman (11). Seine fünf Powerplay-Tore waren die größte Ausbeute aller Lightning-Defensivspieler. In den Stanley Cup Playoffs mischte er bei allen 25 Spielen mit und steuerte zehn Punkte (drei Tore, sieben Assists) zum Titelgewinn bei. Nun kommt es darauf an, dass er solche Darbietungen dauerhaft präsentiert.

DAL@TBL, Sp5: Sergachev zieht direkt zur Führung ab

Vasilevskiy bleibt von Verletzungen verschont
Der Kader der Lightning verfügt auf fast allen Positionen über genügend Tiefe, um sogar zeitweise den Ausfall von Schlüsselspielern zu kompensieren. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Torhüter Andrei Vasilevskiy darf nichts passieren. Nicht dass sein Backup Curtis McElhinney sein Handwerk nicht verstünde, im Gegenteil. Aber an die Klasse eines Vasilevskiy reicht er bei weitem nicht heran. Der stand dieses Jahr in allen 25 Playoff-Partien zwischen den Pfosten und trug mit mehreren herausragenden Auftritten zum Triumph im Stanley Cup bei. Zuvor hatte er 52 Spiele in der regulären Saison bestritten.

TBL@DAL, Sp6: Vasilevskiy mit einem Shutout

Kucherov kehrt in den Playoffs zurück
Vorausgesetzt, die Lightning schaffen wie erwartet den Einzug in die Playoffs, wäre es wünschenswert, dass sie dann wieder auf die Dienste von Kucherov zurückgreifen können. Gerade im Titelkampf ist ein Spieler seines Schlages ein entscheidender Faktor. In den vergangenen fünf Spielzeiten war er der teaminterne Topscorer. 2018/19 gewann Kucherov zudem mit 128 Punkten (41 Tore, 87 Assists) als erfolgreichster Scorer der NHL-Hauptrunde die Art Ross Trophy. In den Playoffs 2020 belegte er mit 34 Zählern (sieben Tore, 27 Assists) ebenfalls den ersten Platz in der Scorerwertung.