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Toronto mit verstärkter Defensive auf dem Vormarsch

NHL.com/de 31 in 31: Die Maple Leafs haben die eigenen Schwachstellen erkannt und behoben

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Toronto Maple Leafs.

In der letztjährigen Free-Agent-Phase angelten sich die Toronto Maple Leafs den größten Fisch auf dem Markt. Center John Tavares entschied sich für das Angebot der Kanadier und verließ die New York Islanders. Mit dem Center verschafften sich die Maple Leafs enorme Durchschlagskraft in der Offensive. In Kombination mit Auston Matthews schickte Toronto die wohl beste Top-Center-Garde der NHL auf das Eis.

Die Sommerpause vor der Saison 2019/20 stand unter anderen Vorzeichen. Die Leafs mussten ihre Defensive auf ein ähnlich starkes Level bringen, wie die Offensive. Diverse Verpflichtungen und Trades wurden getätigt um ein Team zu bauen, dass reif für einen Titel ist.

Bilanz 2018/19: 46-28-8, 5. Platz in Eastern Conference
Playoffs 2019: Aus in Runde eins (3:4 gegen Boston Bruins)
Trainer: Mike Babcock, 5. Saison
Zugänge: Jason Spezza, Alexander Kerfoot, Cody Ceci, Ben Harpur, Aaron Luchuk, Tyson Barrie, David Clarkson, Jordan Schmaltz
Abgänge: Tyler Ennis, Ron Hainsey, Chris Mueller, Pontus Aberg, Kenny Agostino, Tyler Gaudet, Kalle Kossila, Nick Shore, Garrett Wilson, Kevin Gravel, Patrick Marleau, Nikita Zaitsev, Connor Brown, Michael Carcone, Nazem Kadri, Calle Rosen, Dakota Joshua, Garret Sparks, Andreas Borgman

"Wir hatten Bedarf und aus Sicht des Managements schulden wir es unseren Stürmern und Frederik Andersen im Tor, das ausgewogenste und bestmögliche Team auf das Eis zu schicken," fasste Kyle Dubas nach dem Trade von Tyson Barrie zu den Maple Leafs zusammen. "Besonders Verteidiger, die den Puck effektiv und effizient zu unseren Angreifern bringen können" hatten auf der Wunschliste Torontos weit oben gestanden. Der Trade um Barrie brachte Nazem Kadri und Calle Rosen am 1. Juli zu den Colorado Avalanche. Im Gegenzug erhielt Toronto neben Barrie auch Stürmer Alexander Kerfoot.

Video: VGK@COL: Barrie erzielt neuen Franchise-Rekord

Barrie wird in Torontos Defensive für mehr Offensivdrang sorgen. Der im Jahre 2009 an 64. Stelle gedraftete Verteidiger verbuchte in 484 NHL-Matches 307 Punkte (75 Tore und 232 Vorlagen). Besonders im von Dubas erwähnten Spielaufbau hat Barrie seine Stärken und passt damit perfekt in das Anforderungsprofil der Leafs. Mit Kadri verlor Toronto einen starken Center, doch gerade auf dieser Position war die Kadertiefe groß genug, um den Abgang kompensieren zu können.

Mit einem weiteren Tauschgeschäft am 1. Juli unterstrichen die Maple Leafs ihren Fokus auf die eigene blaue Linie. Im Tausch für Nikita Zaitsev, Connor Brown und Michael Carcone erhielt Toronto von den Ottawa Senators Cody Ceci, Ben Harpur, Aaron Luchuk und einen Drittrunden-Draftpick 2020.

Die Leafs verloren mit Zaitsev zwar einen Top-Vier-Verteidiger, konnten aber mit Ceci und Harpur zwei etablierte NHL-Defender verpflichten. Ceci sammelte bei den Senators die zweitmeiste Eiszeit in der Defensive und gilt als Zwei-Wege-Verteidiger mit besonderen Stärken in der Offensive. Harpur konnte pro Partie in Ottawa durchschnittlich 17:37 Minuten Spielzeit sammeln und rangierte im Team damit auf Rang sechs. Harpur ist ein defensiv orientierter Verteidiger, der mit 24 Jahren noch über Entwicklungspotential verfügt.

Jake Gardiner, ein wichtiger Bestandteil der Toronto-Verteidigung in den vergangenen Jahren, hat bislang noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Der Unsresticted Free Agent wird mit einigen anderen Teams in Verbindung gebracht, da die Gehaltssituation in Toronto angespannt ist. Auch ohne Gardiner sieht die Leafs Defensive stark verbessert aus.

Ein weiterer Problemfall ist die ungeklärte Vertragssituation um Top-Scorer Mitchell Marner. Der Angreifer ist als Restricted Free Agent noch immer ohne Vertrag für die kommende Saison. Ein Verlust der Tore und Assists Marners wäre für Toronto nur schwer zu verkraften. Die angespannte Salary-Cap-Situation bei den Maple Leafs lässt Bedenken aufkommen, ob eine Einigung mit Gardiner und Marner möglich ist.

 

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Eine weitere noch nicht beantwortete Frage bei den Maple Leafs dreht sich um das Kapitänsamt. Seit dem Wechsel von Langzeit-Captain Dion Phaneuf zu den Ottawa Senators im Februar 2016 hatte Toronto keinen echten Kapitän mehr. Vielmehr wurden bis zu vier Alternate-Captains nominiert, von denen einer das "C" auf der Brust trug.

Mit dem Abgang von Patrick Marleau wird zumindest ein Platz unter den Anführern des Teams frei. Nach drei Spielzeiten ohne Kapitän wäre es an der Zeit einen Leader in der Kabine dieses Amt anzuvertrauen. An Kandidaten mangelt es nicht. Tavares wäre einer der Favoriten, führte er doch schon die Islanders als Kapitän auf die Eisflächen der NHL. Eine andere Option ist der 21-jährige Superstar Matthews, der bereits in jungen Jahren voran geht und mit seinem Siegeswillen alle anstecken kann.

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