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Es ist ja nicht so, als hätten die Philadelphia Flyers nicht ausreichend Offensivpower im Aufgebot, doch es lässt sich resümieren, dass von diesem in der laufenden Postseason, doch etwas arg wenig zu sehen ist.
Am Montagabend unterlag das Team von Coach Alain Vigneault zum Auftakt der Stanley Cup Playoff-Zweitrundenserie den New York Islanders mit 0:4. Die Flyers blieben zum zweiten Mal in den Playoffs 2020 ohne eigenen Torerfolg. In den sechs Erstrunden-Partien gegen die Montreal Canadiens schossen sie viermal maximal zwei Tore pro Partie. Ihr Konzept ging dennoch auf und sie erhielten auch viel Lob für ihre mannschaftlich geschlossenen Darbietungen, aufgrund derer sie mit 4:2-Siegen in die nächste Runde einzogen.

Festzuhalten ist aber auch, dass sie nun auf einen Gegner stoßen, der ebenso durch seine kompakte Defensive, mit einem überragenden Semyon Varlamov im Kasten (8-2-0; 94,1 Prozent Rettungsquote, 1,50 Gegentrefferschnitt, 2 Shutouts), zu überzeugen weiß. Laut Vigneault der "vermutlich beste Torwart in den Playoffs".
Gegen ein Team, das seit mittlerweile 136:59 Minuten kein Gegentor mehr kassiert hat, sind Philadelphias Stürmer-Stars gefordert.
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Von Philadelphias vier erfolgreichsten Torjägern in der regulären Saison 2019/20 war in der Postseason noch nicht viel Zählbares zu verbuchen gewesen. Rechtsaußen Travis Konecny, mit 24 Treffern und 37 Assists ihr Toptorschütze und bester Scorer in der Saison, brachte es in zehn Postseason-Partien auf drei Assists. In den sieben Playoff-Spielen gelang ihm eine Vorlage, als er beim 2:0-Sieg in Spiel 4 gegen die Canadiens Philippe Myers das 2:0 auflegte.
In der Hauptrunde präsentierte sich Philadelphias Center-Troika, bestehend aus Kevin Hayes, Sean Couturier und Claude Giroux mit 23, 22 und 21 Toren ähnlich abschlussstark wie der 23-jährige Konecny. Und wie sieht es in der Postseason aus? Hayes war der einzige aus dem Dreigespann, der es zumindest einmal schaffte, die Scheibe im gegnerischen Netz zappeln zu lassen. Er traf in Spiel 6, das die Flyers mit 3:2 gewannen zur 2:0-Führung. Fehlanzeige in Sachen Postseason-Tore hingegen bei Couturier und Giroux. Ihre Ausbeuten aus den zehn Begegnungen waren fünf und vier Assists.
Flyers beste Vollstrecker in der Postseason heißen Jakub Voracek mit vier Toren sowie Joel Farabee, Scott Laughton und, last but not least, der Österreicher Michael Raffl mit jeweils drei Toren.
"Unsere Top-Spieler müssen beginnen, besser zu spielen", ist sich Giroux sicher, um gegen die Islanders einen Sieg einzufahren. "Ich zähle auch zu ihnen. Auch ich muss mich an der eigenen Nase fassen und weitermachen."

Vigneault wollte auf der Pressekonferenz am Dienstag nach dem Training seinen besten Stürmern keinen Vorwurf machen.
"Es ist doch kein Geheimnis wie die Islanders spielen, mit viel Kampf und einem guten Forechecking. Ohne Zweifel hatten es Kev und Trav schwer, wenn sie am Puck waren, aber sie haben nach hinten gearbeitet und sie sind nicht die einzigen Jungs. Ich glaube an sie, und sie werden sich steigern", äußerte sich Philadelphias Trainer zuversichtlich und konnte dies auch begründen: "Unsere Jungs sind stark, sie melden sich immer wieder zurück [wie nach der 0:5-Pleite in Spiel 2 gegen Montreal], und ich hoffe, dass ihnen das erneut gelingen wird. Das [0:4] war ein knappes Spiel. Wir sahen im 2. Drittel recht gut aus, aber wir müssen noch besser werden. Auch wir werden wieder treffen"
Freiräume schaffen sieht Vigneault als eine Möglichkeit an, mehr Durchschlagskraft zu entwickeln. Und er weiß aus seiner langjährigen Erfahrung als NHL-Trainer "die Spiele werden mit Fortschreiten der Playoffs immer enger und von Spiel zu Spiel härter umkämpft" sein.
Spiel 2 der Best-of-7-Serie zwischen den Flyers und den Islanders findet am Mittwoch in der Scotiabank Arena von Toronto, der Hub-City der Eastern Conference, statt (3:00 p.m. ET, 21:00 Uhr MESZ; Sport 1+, DAZN, Teleclub, NHL.TV).