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Jetzt kommt Härte ins Spiel

Die Rivalität zwischen den Pittsburgh Penguins und den Nashville Predators wird emotionaler und körperlicher

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

So eine richtig emotionale Rivalität war es in der Vergangenheit bisher ja noch nicht zwischen den Pittsburgh Penguins und den Nashville Predators. Das muss man klar einräumen. 

Da beide Teams bekanntlich in unterschiedlichen Conferences antreten treffen sie sich im Laufe einer Hauptrunde aktuell ja derzeit auch nur zwei Mal pro Spielzeit auf dem Eis. Die ganz großen Emotionen verbinden beide Franchises daher also bis ins Frühjahr 2017 hinein noch nicht miteinander.

Und auch in den Playoffs spielt man derzeit ja derzeit überhaupt erst zum ersten Mal direkt gegeneinander. Große historische Spiele zwischen beiden Teams sucht man also ebenfalls bisher noch vergeblich.

Doch das scheint sich gerade, zumindest in ersten klar erkennbaren Ansätzen, so langsam aber sicher zu ändern. Das lässt einen zumindest ein intensiverer Blick auf die jüngsten Geschehnisse so vermuten.

Bisheriger Höhepunkt in dieser Entwicklung zweifelsohne das gestrige zweite Finalspiel beim Kampf um den heißbegehrten Stanley Cup zwischen beiden Teams in der PPG Paints Arena zu Pittsburgh, welches der gastgebende Titelverteidiger schlussendlich mit 4:1 für sich entscheiden konnte. Intensität und Zweikampfverhalten erreichten hier ein ganz neues Niveau. Beide Teams setzten diesbezüglich in den 60 Minuten gleich so einige spektakuläre Ausrufezeichen.

Video: NSH@PIT, Sp2: Cullen landet einen Check gegen Ekholm

"So ist Playoff-Eishockey" kommentierte auch Matt Cullen nach dem Spiel mit einem Lächeln im Gesicht. "Da geht es eben intensiv zu, wenn man so richtig bei der Sache ist. Da kommen die Emotionen ins Spiel. Das macht auch Spaß so."

Auch Cullen stand am Abend höchst selbst im Mittelpunkt des umkämpften Geschehens. Matt Irwin beförderte Cullen zum Beispiel in der sechsten Minute mit voller Wucht unsanft in die Bande. Nach einer kurzen Behandlungspause in der Kabine des Teams kehrte dieser dann jedoch einsatzfähig auf die Spielfläche der Arena zurück.

Startverteidiger P.K. Subban legte sich emotionsgeladen mit Pens-Kapitän Sindney Crosby an, Chris Kunitz dann wiederum mit Subban. Alles schon alleine im Eröffnungsdrittel des Kräftemessens von Spiel Zwei der Finalserie um den Stanley Cup.

Der Schweizer Roman Josi arbeitete sich gleich mehrfach an Gegenspieler Conor Sheary ab, hatte dabei jedoch Glück, dass er erst beim insgesamt fünften Anlauf dann auch eine folgerichtige Zeitstrafe kassierte. Bis zu diesem Zeitpunkt war dann auch schon ungefähr die Hälfte der überaus hitzigen Begegnung gelaufen. 

Cody McLeod kollidierte hart mit Torhüter Mat Murray in Spielminute Einunddreißig. Mattias Ekholm testete die Geduld von Cullen, bis dieser sich dann mit einem harten Einsatz an diesem revanchierte, ihm im Gegenzug heftig in die Kniekehle schlug. 
Wahrlich kein Spiel für empfindliche Zeitgenossen also. 

Es ging vielfach sogar deutlich über die Grenze des erlaubten hinaus. Die Predators hatten gleich mehrfach mächtig Glück, dass sie nicht durchgängig konsequenter bestraft wurden. 

Video: NSH@PIT, Sp2: Wilsons Schuss von Fiddler abgefälscht

"Ein Stück weit gehört es schon auch mit dazu, dass man eine Art Hass auf das andere Team aufbaut" erläuterte auch Scott Wilson. 

"Man muss sich halt zu wehren wissen. Und bisher haben wir das in unseren Serien immer ganz gut hinbekommen. Und der Gegner macht es dann eben auch so. Man darf sich grundsätzlich nichts gefallen lassen, muss immer direkt gegenhalten. Das gehört einfach dazu."

Am Mittwochabend hat all die Härte den Predators am Ende jedoch nichts geholfen. Mit den Pittsburgh Penguins hat sich das technisch überlegene Team trotz allem Körpereinsatzes des Underdogs recht beeindruckend durchgesetzt. 

Trainer Mike Sullivan hat dem Team einen Weg gezeigt wie beides eingesetzt werden kann. Die herausragende Technik und der notwendige körperliche Einsatz, der notwendig ist um dagegen zu halten, wenn man körperlich im Grenzbereich herausgefordert wird.

"In den Playoffs muss man damit klarkommen" meint Wilson. "Uns ist es trotzdem ganz gut gelungen bei all der Härte unseren Matchplan weiterzuverfolgen."

Video: NSH@PIT, Sp2: Pens gelingen drei Tore im 3.

In ihrem Bestreben die Penguins durch hartes Spiel in die Schranken zu weisen gingen die Gäste letztendlich dann auch vielleicht etwas zu weit in Spiel Zwei.

"Das hatte ich so in Etwa erwartet" gab sich Murray nach dem Spiel äußerlich unbeeindruckt. "So war das ja auch schon beim letzten Mal. Ich hatte mich darauf im Vorfeld eingestellt am Mittwoch."

Die Predators kassierten insgesamt acht Zeitstrafen. Viele davon aufgrund unfairen Stockeinsatzes. Zusätzlich bestaunten die Zuschauer einen spektakulären Faustkampf zwischen Subban und Pittsburghs Evgeni Malkin im Schlussdrittel. Die Emotionen drohten zeitweilig etwas überzukochen. So auch in dieser Phase.

In Anbetracht der vergleichsweise geringen Vorgeschichte beider Franchises gab sich Sheary jedoch nicht wirklich davon überrascht.

"Entweder man kassiert, oder man teilt aus. So ist das halt in dieser Phase der Saison. Häufig wird das dann auch nicht wirklich konsequent weggepfiffen. Das ist Teil des Spiels. Es gehört dazu."

Bleibt abzuwarten wie sich das Ganze nun in den nächsten beiden Spielen in Nashville fortsetzen wird. Die Grundlage für eine überaus körperliche Fortsetzung der Auseinandersetzung wurde inzwischen jedenfalls längst gelegt.

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