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Es droht ein Loch in der Mitte

Die Pittsburgh Penguins haben aktuell größeren Handlungsbedarf auf der Position des Centers

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Grundsätzlich erscheint der Titelverteidiger aus Pittsburgh aktuell personell gut aufgestellt. Wer den Stanley Cup gewinnt, der ist naturgemäß der von allen Gejagte, nicht derjenige, der an seinem Kader noch viel basteln müsste. Doch die Penguins haben in diesem Sommer nicht nur Torhüter Marc-Andre Fleury an die Vegas Golden Knights verloren.

Besonders auf der Position des Centers scheint vor dem Saisonstart im Herbst noch einiges an Gedankenspielen und auch entsprechenden Handlungen notwendig zu sein.

Natürlich sind die Superstars Sidney Crosby und auch Evgeni Malkin dort auch in der kommenden Spielzeit an Nummer Eins und Zwei gesetzt. Doch die Positionen dahinter sind derzeit noch in der Schwebe. Oskar Sundqvist wurde kürzlich transferiert, und Nick Bonino ist ein UFA.

"Ich würde sogar sagen, dass das unsere Top-Priorität derzeit ist" bestätigte auch GM Jim Rutherford kürzlich. "Wir müssen abwarten was Nick (Bonino) nun macht. Daher haben wir natürlich auch schon Gespräche mit ihm und seinen Agenten geführt. Hoffentlich kommen wir zusammen, doch wenn nicht, dann prüfen wir derzeit so einige andere Optionen für diese Position, die gut zu uns passen könnten."

Spekuliert wird derzeit viel darüber, ob man mit Bonino noch einmal zusammenfinden kann. Offenbar erwartet dieser einen kräftigen Anstieg seiner Bezüge von derzeit rund 1,9 Mio. US$.

Video: PIT@WSH, Gm1: Bonino trifft nach einem Konter

Die Liste der möglichen Ersatzverpflichtungen ist lang. Angeführt wird sie von Martin Hanzal und auch Joe Thornton. Möglich erscheint auch der Einsatz von Matt Cullen in der kommenden Spielzeit, wenn dieser seine NHL-Karriere fortsetzen will und nicht in den Ruhestand gehen möchte.

"Man sollte meinen, dass es hilft, wenn man den Stanley Cup gerade gewonnen hat. Doch in einem System mit Salary Cap ist das eben nicht so einfach. Denn natürlich möchte sich jeder Beteiligte seinen Erfolg auch finanziell vergüten lassen. Jeder sucht da natürlich seinen persönlichen Vorteil."

Fraglich erscheint aktuell allerdings noch, ob Joe Thornton von den San Jose Sharks hierfür die richtige Wahl für die 'Pens' wäre. Sportlich könnte er das mögliche Loch in der Mitte der dritten Reihe des Titelverteidigers sicherlich relativ leicht stopfen, seinen Traum vom Gewinn des ersten Stanley Cups seiner langen Karriere hier schier ideal fortsetzen. Doch sein fortgeschrittenes Alter, von immerhin 37 Jahren, könnte sich da als Hinderungsgrund erweisen.

Video: WSH@SJS: Thornton per Onetimer ins Eck

Natürlich ist er noch immer ein toller Spieler, doch wurde er zuletzt schon deutlich langsamer. Ist er körperlich noch dauerhaft verletzungsfrei? Zweifel dürften bestehen.

Dem Vernehmen nach möchte Thornton nun einen neuen Dreijahresvertrag erhalten, wenn der 1. Juli erreicht ist. Wollen sich die Jungs aus Pittsburgh auf eine solche Vertragslänge wirklich einlassen?

Martin Hanzal wäre hier eine namhafte Alternative. Mit seinen 30 Jahren spielte er zuletzt konstant, erreichte regelmäßig die 15-Tore-Marke, konnte stets 25 Assists beisteuern. Zumindest in drei der letzten vier Spielzeiten. Als er es einmal nicht schaffte, da fiel er längere Zeit verletzt aus.

Video: MIN@ARI: Hanzal trifft bei seiner Rückkehr

Diese Werte konnte Bonino zuletzt so nicht aufweisen. Eine starke Quote also für einen Spieler der überwiegend bei den Arizona Coyotes, einem Kellerkind in der Tabelle, auf die Eisflächen der besten Eishockeyliga der Welt auflief.

Unter Coach Bruce Boudreau waren seine Werte bei den Wild zuletzt sogar noch stärker, als auch das Team um ihn herum offensiver ausgerichtet war. Hier erreichte er 13 Zähler (4 Tore, 9 Assists) in nur 20 Spielen seit dem Trade Anfang 2017.

Seine finanziellen Forderungen könnten in seinem Fall jedoch zum Knackpunkt werden. Hanzal dürfte in den Augen vieler die vielleicht attraktivste Partie auf dem UFA Markt für Center in diesem Sommer sein. Seine derzeit gut 3 Mio. US$ Salär möchte er zukünftig deutlich aufstocken.

Ist er aber wirklich über vier Millionen US$ pro Jahr in einem mehrjährigen Vertrag für die Penguins wert? Der Poker um ihn hat hinter den Kulissen ligaweit wohl längst begonnen.

Oder ist es am Ende dann doch Bonino, der das beste Preis- Leistungsverhältnis für den Stanley Cup Sieger der letzten beiden Jahre bietet? Mit einem zu erwarteten Gehalt im Bereich der rund 4 Mio. US-Dollar über den aktuell spekuliert wird?

Wird er sich mit der begrenzten Rolle als Nummer Drei in Pittsburgh zufriedengeben, oder aber doch sein Glück woanders suchen, wo er sportlich noch mehr Verantwortung übernehmen darf als hinter Crosby und Malkin? Die nächsten Tage werden es zeigen. Es bleibt spannend. Auch rund um die 'Pens'.

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