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Eine "Best of 3"-Serie startet nun

Nach dem Serienausgleich zum 2:2 zwischen Montreal und New York beginnt nun alles quasi von vorne

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Druck auf die New York Rangers war vor Spiel Vier schon immens groß geworden, nachdem sie ihr Heimspiel zwei Tage zuvor ja sang und klanglos mit 1:3 verloren hatten, damit in der Serie gegen die Montreal Canadiens mit 1:2 Siegen in Rückstand gerieten.

Große Themen waren in diesem Zusammenhang ihre eklatante Heimschwäche und die zuletzt erschreckend uninspiriert und offensiv harmlose Vorstellung. Eine weitere Heimpleite am Mittwoch, und das "Aus" hätte sich für die Blueshirts bereits übergroß am Horizont abgezeichnet.

Die Rangers hielten dem Druck, wie wir heute wissen, jedoch überraschend gut stand. Sie konnten ihre negative Erfahrung aus Spiel Drei erfolgreich überwinden, die Gäste aus Kanada am Abend knapp aber verdient mit 2:1 besiegen.

Rick Nash war dabei der große Matchwinner der Hausherren im Madison Square Garden. Er erzielte in der fünften Minute des Mitteldrittels das letztendlich entscheidende Tor zur Führung. Torhüter Henrik Lundqvist sicherte den Vorsprung der Gastgeber einmal mehr erfolgreich ab, kam am Ende des Abends auf 23 Rettungstaten.

Video: MTL@NYR, Sp4: Nash bringt Rangers in Führung

Und so schnell wie man nach der Pleite in Spiel Drei negative Statistiken präsentierte, können nach dem Erfolg von Gestern nun auch positive Indizien gefunden werden: Die Rangers gewannen nämlich fünf von zuletzt sechs Spiele in den Playoffs, wenn sie zuvor in einer Serie zuvor zurückgelegen hatten. Diese Serie geht zurück bis zum Spiel Fünf im Jahre 2015, als man auf die Washington Capitals traf. Mit Druck scheinen sie also tatsächlich gut umgehen zu können.

Lundqvist gelang hiermit nun sein 57. Sieg in einer NHL-KO-Runde in seinem insgesamt 120. Playoffspiel. Damit liegt er in den Statistiken vor Tom Barrasso und Dominik Hasek, welche es auf 119 Endrundenspiele brachten, auf Rang 10 in der ewigen Torhüterstatistik der NHL.

Entscheidender Bedeutung im Vergleich der beiden Teams kommt nun Spiel Fünf zu, denn seit dem Jahre 1954 konnten ca. 80% der Mannschaften die das fünfte Spiel einer Serie gewannen, bei der es zuvor 2:2 stand, am Ende auch den Gegner erfolgreich ausschalten.

Und durch den Ausgleich zum 2:2 in der Serie ist aus dem ehemaligen "Best of 7"- nun quasi ein 'Best of 3'-Format geworden. Alles beginnt am Donnerstag von vorne, was die zuvor bereits so extrem unter Druck stehenden Rangers extrem erleichtern dürfte.

"Es ist unbestritten, dass wir sehr enttäuscht darüber waren wie die Dinge in unseren Heimspielen in den Playoffs in den letzten zwei Jahren liefen" bestätigte Lundqvist nach dem Sieg vom Mittwoch. "Wir brauchten diesen Erfolg unbedingt. Nun können wir wieder mit Optimismus nach vorne blicken."

Nash war es, der den vorentscheidenden Treffer beim Stande von 1:1 in der fünften Minute des Mitteldrittels im MSG erzielen konnte. Es war der zweite Torerfolg für den Stürmer in den diesjährigen Playoffs und der insgesamt 14. Seiner Karriere im bereits 69. Playoff-Spiel.

"Ich habe da eine Lücke gesehen, durch die ich zum Torerfolg kommen wollte. Und das hat dann ja auch wunderbar geklappt" freute sich der Stürmer anschließend in der Kabine der Rangers über seinen persönlichen Erfolg, der so wichtig für die Mannschaft war an diesem Abend in Manhattan.

Am Ende zahlte sich so auch aus, dass Trainer Alain Vigneault zwar die Sturmreihen personell etwas durcheinanderwirbelte, aber den vertrauten Abwehrformationen unverändert das Vertrauen in diesem immens wichtigen Spiel schenkte.

Die Canadiens ihrerseits vertrauten zu Spielbeginn, den Erfolg aus Spiel drei im Rücken, zunächst unverändert ihrem bewährten Personal, wechselten dann aber im Laufe des Abends auch in der Offensive einige Reihenzusammensetzungen. So agierte gegen Ende des Spiels u.a. Alex Radulov plötzlich zusammen mit Galchenyuk und Pacioretty in einer Formation. Das Ergebnis war vergleichsweise bescheiden.

Torhüter Carey Price analysierte nach dem Spiel pragmatisch: "Sie haben heute sehr engagiert gespielt. Ihr Spielplan ist aufgegangen. Das muss man so akzeptieren", sagte er nachdem seine 30 Saves nicht ausreichten um die Niederlage am Broadway zu verhindern.

Video: MTL@NYR, Gm4: Fast buries a backhand to open scoring

Und auch Stürmer Max Pacioretty gab sich als fairer Verlierer gegenüber den anwesenden Medienvertretern: "Sie haben heute sehr körperbetont gespielt. Deutlich stärker als in den ersten Spielen der Serie. Das war offenkundig ihr Vorhaben heute. So wollten sie uns den Spielfluss nehmen. Nun ist es an uns da ein Gegenmittel einfallen zu lassen. Und das gelingt uns hoffentlich schon direkt im nächsten Spiel."

Es bleibt daher äußerst spannend, wie beide Trainer auf das veränderte Momentum in der Serie am Donnerstag reagieren werden, wenn die zuletzt auswärtsstarken Rangers dann einmal mehr bei den Canadiens in Montreal anzutreten haben und ihrerseits versuchen werden in der Serie wieder in Führung zu gehen, bevor man dann im heimischen MSG erneut eine Chance auf einen kostbaren Heimsieg erhalten wird. Sechs Spiele werden es in dieser Serie nun mindestens werden, bevor ein Sieger gefunden ist. Das steht seit gestern unumstößlich fest.

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