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Los Angeles muss sich neu erfinden

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: Die Kings haben offenbar lieber hinter den Kulissen etwas verändert als im Kader

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste sei, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?

Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die Los Angeles Kings:

Bilanz 2016/17: 39 - 35 - 8, 5. Platz in der Pacific Division

Playoffs 2017: nicht qualifiziert

Trainer: John Stevens, seit Sommer 2017

Neuzugänge: Michael Cammalleri, Christian Folin, Darcy Kuemper, Michael Mersch, Jonny Brodzinski

Abgänge: Jarome Iginla, Vincent LoVerde, Cameron Schilling, Zach Trotman, Matt Greene

Wo sie herkommen:

Im Jahre 2012 konnten die Los Angeles Kings erstmals den heißbegehrten Stanley Cup in der besten Eishockeyliga der Welt gewinnen. Nur zwei Jahre später gelang ihnen die Wiederholung des Kunststücks im Frühsommer 2014. Gar nicht so lange her. Doch seit diesem abermaligen Titelgewinn will es irgendwie nicht mehr so wirklich rund laufen bei den Südkaliforniern. Zwei Mal in den vergangenen drei Jahren verpasste das Team gar die KO-Runde der NHL komplett, musste man viel zu früh in die Sommerpause starten, so auch zuletzt im April 2017.

Kein Wunder also, dass in den letzten Monaten einiges umgestaltet wurde in Los Angeles. Allerdings gar nicht so sehr im grundsätzlich noch immer hochkarätig besetzten Kader, sondern vielmehr im Betreuer- und Managementbereich der Franchise.

Was sie änderten:

Erfolge und Misserfolge der Los Angeles Kings wurden in den letzten Jahren von einem sehr engen Kern von Spielern verbucht. Beobachter warfen der Franchise wiederholt vor, dass sie Veränderungen in der Liga, wo sich der Spielstil zuletzt deutlich verändert hat, nicht in ausreichendem Masse mitgegangen sei. So gesehen ist dann auch die diesjährige Sommerpause wohl eher enttäuschend verlaufen. Die Mannschaft hat ihr Gesicht nämlich erneut nicht wesentlich verändert. Die deutlichsten Veränderungen gab es bei den Kings noch im Bereich der Trainer und im Management.

Doch der von GM bis zum Stanley Cup-Triumph des Jahres 2014 aufgebaute Kader entspricht in den Augen vieler eben längst nicht mehr den Anforderungen in Sachen Spielgeschwindigkeit. Nachdem klar wurde, dass Lombardi an der grundsätzlichen Ausrichtung der Kings so schnell wohl nichts ändern würde entschied man sich zur Trennung. Ähnlich verfuhr man auch mit Coach Darryl Sutter, der ebenfalls der alten schule des Eishockeys zuzuordnen ist, wo Körperlichkeit und Präsenz im Mittelpunkt stehen. Man ernannte im Frühjahr folglich Rob Blake zum Vizepräsidenten und beförderte John Stevens vom Assistenten zum zukünftigen Cheftrainer.

Der Vertrag mit dem Spieler Matt Greene, der mit 2,5 Mio. US$ in Sachen Cap Space zu Buche schlug wurde aufgelöst, so dass mehr finanzieller Spielraum zur Verfügung stand. Große Teile des Budgets bei den Kings werden noch immer von den Top-Stars im Kader wie Anze Kopitar, Dustin Brown, Marian Gaborik und Drew Doughty 'verbraucht'.

Die Arbeitspapiere mit Tanner Pearson (vier Jahre, 15 Millionen US$) und Tyler Toffoli (drei Jahre, 13,8 Mio. US$) wurden verlängert. Dies werteten viele Beobachter als sinnvollen Schritt, boten beide zuletzt doch gute Leistungen, sind zudem noch relativ jung.

Umstrittener hingegen schon die vorgenommene Vertragsverlängerung mit Andy Andreoff (zwei Jahre, 1,335 Mio. US$). Sowohl sein Stilspiel als auch seine sportliche Klasse erscheinen Kritikern nicht als passend um die Franchise aus Südkalifornien wirklich wieder nach vorne zu bringen. Hier muss man erst einmal abwarten, welche Seite am Ende Recht behalten wird.

Die Verlängerungen mit Nick Shore (925.00 US$), Kevin Gravel (650.000), Verteidiger Christian Folin (850.000) hingegen gelten im Umfeld als unstrittig.

Spektakulärer hingegen schon die Verpflichtung von Mike Cammalleri (siehe auch Extrabericht). Den 35-Jährigen nach Los Angeles zurückzuholen ist allerdings auch keine grundsätzliche Entscheidung für eine notwendige Kaderverjüngung. Er bietet allerdings eine gute Alternative in der zuletzt stockenden Offensive des Teams, und das für vergleichsweise kleines Geld (1 Mio. US$).

Neue Pläne mussten die Kings auch im Tor schmieden. Neben dem erst im Saisonendspurt wieder genesenen Stammtorhüter Jonathan Quick, wird zukünftig der von den Minnesota Wild verpflichtete Darcy Kuemper, der einen Einjahresvertrag für 650.000 US$ in L.A. unterzeichnete, den Kasten der Kings möglichst sauber halten. Und auch der erst 22-jährige Cal Petersen wurde unter Vertrag genommen. Eine zukunftsweisende Entscheidung, wie viele hoffen.

Aktuell haben die Kings noch immer knapp sieben Millionen an Budget zur Verfügung, schaut man einmal auf die entsprechenden Zahlen bei CapFriendly.com.

Video: LAK@VAN: Quick wehrt Stecher, Boeser mit Schoner ab

Wie sie abschneiden könnten:

Offenbar vertraut man bei den Kings dem Stamm des NHL-Kaders unverändert, will ab sofort lieber den Spielstil der Mannschaft etwas den Erfordernissen anpassen um in Zukunft wieder erfolgreicher zu sein.

Ob das aber letztendlich reichen wird? Viele Beobachter haben hier Zweifel. Die Offensive war zuletzt einfach häufig sehr schwach, vielfach konnte eine grundsätzliche optische Überlegenheit auf dem Eis nicht in Siege umgewandelt werden.

Wer sich kürzlich einmal ein paar Auftritte der Champions von 2014 angesehen hat, der wird das bemerkt haben. Blake und Stevens werden das ändern wollen ohne die besten Spieler des Teams abgeben zu müssen. Stevens, der ja zuvor schon im Trainerstab der Franchise war, wird einschätzen können inwieweit das möglich ist.

Gerade Spieler wie Anze Kopitar oder auch Marian Gaborik müssen wieder an altbekannte Effektivität herangeführt werden, wenn das klappen soll. Die Qualität ist zweifelsohne vorhanden. Aber das war sie auch schon unter Sutter seit 2014. Man darf auf die neue Spielzeit sehr gespannt sein, wenn man es mit den Kings hält.

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