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Ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung eines Franchise ist der Prospect Pool, also die jungen Spieler, die bereits in der Organisation sind, aber noch nicht in der NHL spielen. Aufgrund des Draft-Systems haben meist die Teams besonders starke Prospect Pools, die in den vergangenen Jahren am Tabellenende lagen und deshalb im Draft früh zum Zug kamen.

Doch auch gutes Scouting und kluge Transfers sind entscheidend, so zählen die Minnesota Wild in dieser Kategorie zu den stärkeren Mannschaften, obwohl sie, mit einer Ausnahme, zu den Stammgästen in den Playoffs gehörten. Andere Teams, wie die New Jersey Devils, sind in ihrem Neuaufbau so weit, dass sie bereits konkurrenzfähig sind, aber trotzdem noch einen starken Nachwuchs aufgrund ihrer schwachen Jahre haben. NHL.com/de präsentiert die Top 5 Prospect Pools der NHL:

1. Chicago Blackhawks

Der entscheidende Faktor, der den Prospect Pool der Chicago Blackhawks auf Platz eins hebt, war der erste Pick beim NHL Draft 2023. Die Blackhawks sicherten sich Connor Bedard, der als Ausnahmetalent auf dem Level von Connor McDavid und Sidney Crosby gehandelt wird. Außerdem drängen in der Offensive der Deutsche Lukas Reichel und der US-Amerikaner Frank Nazar auf einen Stammplatz. Reichel bestritt vergangene Saison bereits 23 Spiele und lieferte dabei starke 15 Punkte (7 Tore, 8 Assists).

In der Abwehr sind besonders Kevin Korchinski und Sam Rinzel vielversprechende Kandidaten. Beide wurden 2022 in der ersten Runde gedraftet, Korchinski als Nummer 7, Rinzel an 25. Stelle. Korchinski war mit 73 Punkten (11 Tore, 62 Assists) der sechstbeste Verteidiger der Western Hockey League und hatte mit +50 die viertbeste Plus-Minus-Bilanz.

Im diesjährigen Draft sicherten sich die Blackhawks mit Oliver Moore ein weiteres Offensivtalent und kümmerten sich um die Torwartposition, indem sie Adam Gajan, den ersten Torhüter in diesem Draft, an 35. Stelle drafteten.

Sieh dir alle WHL-Playoff-Tore von Connor Bedard an

2. Detroit Red Wings

Es spricht für die Arbeit von Steve Yzerman als General Manager und für die Qualität seiner Scouts, dass die Red Wings immer noch einen beeindruckenden Prospect Pool haben, obwohl sie in den vergangenen Jahren bereits starke Spieler wie Moritz Seider und Lucas Raymond in die NHL brachten.

Besonders große Hoffnungen liegen auf dem österreichischen Stürmer Marco Kasper, der vergangene Saison für Rögle in der schwedischen SHL 23 Punkte (8 Tore, 15 Assists) erzielte und für Detroit sein erstes NHL-Spiel bestritt. In der Offensive gibt es weitere Optionen wie Elmer Soderblom, Theodor Niederbach, Cross Hanas, Dmitri Buchelnikov und den dieses Jahr gedrafteten Nate Danielson. Nicht zu unterschätzen ist außerdem Amadeus Lombardi, der 113. Pick beim Draft 2022. Er war in der vergangenen Saison mit 102 Punkten (45 Tore, 57 Assists) der drittbeste Scorer der Ontario Hockey League.

In der Abwehr verstärkte der diesjährige Pick Nummer 17, Axel Sandin Pellikka, das talentierte schwedische Lager. Neben ihm empfehlen sich Simon Edvinsson, William Wallinder und Albert Johansson. Edvinsson durfte bereits in neun Spielen NHL-Luft schnuppern und erzielte zwei Tore.

Im Tor ist Sebastian Cossa eins der großen Talente. Der 15. Pick aus dem Draft 2021 konnte sich in der vergangenen Saison nicht in der American Hockey League durchsetzen, zeigte ein Jahr zuvor aber sein Potenzial, als er die Edmonton Oil Kings zum WHL-Titel führte. Yzerman sorgte im diesjährigen Draft mit Torwart Trey Augustine aus dem US National Team Development Program für weitere Verstärkung.

BOS@DET: Seider nutzt einen Konter

3. Buffalo Sabres

Die Buffalo Sabres bekamen vergangene Saison bereits gewaltige Verstärkung aus ihrem Prospect Pool. JJ Peterka, Jack Quinn und Owen Power schafften es alle in die Stammbesetzung und lieferten eine starke Rookie-Saison. Die nächsten Talente hungern in Buffalo bereits auf einen Platz im Kader.

Der Nachwuchs der Sabres ist besonders in der Offensive gut besetzt. Matthew Savoie galt beim Draft 2022 lange als Kandidat für die ersten drei Picks, ehe er auf dem neunten Platz von Buffalo gewählt wurde. Jiri Kulich ist nach einer starken ersten Saison in der AHL mit 46 Punkten (24 Tore, 22 Assists) ein Kandidat für einen Platz bei den Sabres. Die Schweden Isak Rosen, Noah Ostlund und Anton Wahlberg haben ebenfalls das Potenzial die Offensive zu verstärken und Lukas Rousek kam vergangene Saison bereits zwei Mal zum Einsatz und verzeichnete ein Tor sowie einen Assist.

Die Prospects in der Abwehr werden von Ryan Johnson, dem 31. Pick beim Draft 2019, angeführt. Er erwies sich an der University of Minnesota als verlässlicher Verteidiger mit Offensivpotenzial und erzielte über die vergangenen beiden Saisons 37 Punkte (7 Tore, 30 Assists) in 79 Spielen. Als eher defensive Optionen stehen Maxim Strbak und Gavin McCarthy zur Verfügung.

Eins der Juwelen der Sabres steht aber im Tor. Devon Levi bestritt vergangene Saison schon sieben NHL-Spiele und ließ mit einer Bilanz von 5-2-0 erahnen, zu welchen Leistungen er fähig ist.

4. Columbus Blue Jackets

Es ist kein Wunder, dass die Columbus Blue Jackets einen der stärkeren Prospect Pools haben. Immerhin drafteten sie in den vergangenen drei Jahren sechs Mal in der ersten Runde und hatten jedes Mal einen der ersten sechs Picks. Dieses Jahr wählten sie mit dem dritten Zugrecht Adam Fantilli, einen Stürmer mit dem Potenzial zum Superstar. In der zweiten und dritten Runde kamen mit Gavin Brindley und William Whitelaw weitere talentierte Angreifer dazu. Aus dem Draft 2022 verdient Luca Del Bel Belluz Erwähnung. Ein nach wie vor unterschätztes Talent ist Jordan Dumais, Pick Nummer 96 beim Draft 2022. Er erwies sich bei den Halifax Mooseheads in der QMJHL als absolute Scoring-Maschine. Alleine in der abgelaufenen Saison gelangen ihm 140 Punkte (54 Tore, 86 Assists) in 64 Spielen.

Die Abwehr ist bei den Blue Jackets besonders vielversprechend. In der ersten Runde des NHL Draft 2022 wählten sie David Jiricek und Denton Mateychuk. Während Jiricek ein rundum fähiger und verantwortungsbewusster Verteidiger ist, ist Mateychuk der ultimative Offensivverteidiger. In der WHL erzielte er vergangene Saison 65 Punkte (8 Tore, 57 Assists) in 63 Spielen. Corson Ceulemans, Stanislav Svozil und Samuel Knazko runden das Lager ab. Svozil und Knazko kamen vergangene Saison jeweils zu ihren ersten zwei NHL-Spielen.

Im Tor wartet Sergei Ivanov auf seine Chance. Er ist bisher in seiner russischen Heimat aktiv, wo er für St. Petersburg zwischen KHL, der zweiten Liga VHL und der Juniorenliga MHL wechselte. In der MHL führte er sein Team in den Playoffs mit einer Bilanz von 7-2-1, 94,9 Prozent Fangquote und 1,6 Gegentoren pro Spiel bis ins Halbfinale.

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5. Montreal Canadiens

Obwohl es sicherlich weitere gut besetzte Nachwuchsabteilungen wie die der Philadelphia Flyers und New Jersey Devils gibt, komplettieren die Montreal Canadiens die Top 5. Center Owen Beck wird diesen Sommer auf einen Platz im Kader drängen, nachdem er vergangene Saison seinen ersten Auftritt in der NHL hatte. Oliver Kapanen entwickelte sich in der finnischen Liiga mit 27 Punkten (12 Tore, 15 Assists) zu einem weiteren Kandidaten im Zentrum und Filip Mesar könnte sich in ein bis zwei Jahren als Außenstürmer durchsetzen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Österreicher Vinzenz Rohrer, der 75. Pick beim Draft 2022. Er wird kommende Saison in der Schweizer National League antreten, könnte aber mit etwas Zeit zur Entwicklung ebenfalls den Sprung schaffen.

Besonders gut besetzt sind die Canadiens in der Abwehr. Mit David Reinbacher und Lane Hutson warten hier zwei zukünftige Stars auf ihre Berufung in die NHL. Hutson war beim Draft 2022 an 62. Stelle ein echtes Schnäppchen und dominierte die Universitätsliga NCAA an der Boston University mit 48 Punkten (15 Tore, 33 Assists) in 39 Spielen. Reinbacher war der 5. Pick und erste Verteidiger im diesjährigen Draft, nachdem er in der National League einer der Schlüsselspieler bei Aufsteiger EHC Kloten war und 22 Punkte (3 Tore, 19 Assists) erzielte. Adam Engstrom, Mattias Norlinder und Jayden Struble sorgen für die nötige Tiefe an der blauen Linie.

Im Tor sicherte sich Montreal mit dem 69. Pick beim Draft 2023 Jacob Fowler. Er verstärkt die Auswahl hinter Lukas Dobes. Der Tscheche war beim Draft 2020 der 136. Pick, überzeugte in den vergangenen beiden Jahren aber an der Ohio State University.