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NHL-History: Das Jahrzehnt von 1950 bis 1959

Die Detroit Red Wings und die Montreal Canadiens holen neun von zehn Titel

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum blickt NHL.com/de an jedem ersten Samstag eines Monats in chronologischer Reihenfolge auf jeweils ein Jahrzehnt in der ruhmreichen Geschichte der NHL zurück.

Die Jahre 1950 bis 1959:

Der Wiederaufbau, einhergehend mit dem Wirtschaftswunder, sind Assoziationen mit den 50er Jahren in Deutschland. Der Nierentisch gehörte zum Mobiliar einer durchschnittlichen deutschen Nachkriegswohnung und der Toast Hawaii wurde zum Synonym für die Sehnsucht nach Beständigkeit und gleichzeitigem Fernweh - welch ein Oxymoron.

Die 50er Jahre waren das erste, und bis heute das einzige Jahrzehnt in der NHL, in dem es zu keinerlei Veränderungen in der Ligazusammensetzung kam. Die Boston Bruins, Chicago Black Hawks, Detroit Red Wings, Montreal Canadiens, New York Rangers und die Toronto Maple Leafs spielten Jahr für Jahr untereinander den Stanley Cup Champion aus.

Stanley Cup Finale mit fünf Overtimespielen

Neun der vergebenen zehn Titel gingen dabei an zwei Teams, die Detroit Red Wings und die Montreal Canadiens. Nur die Maple Leafs konnten zum Ende ihrer ersten Blütezeit 1951 noch einmal, zum fünften Mal in sieben Spielzeiten seit 1945, die begehrte Trophäe in die Stadt am Ufer des Ontariosees entführen. Mit 4-1 Siegen bezwangen sie ihren ewigen Rivalen, die Montreal Canadiens. Zum ersten Mal in der Geschichte der Liga wurden alle Finalspiele erst in der Verlängerung entschieden. Den Treffer zum Cup-Sieg erzielte Bill Barilko auf Vorarbeit von Howie Meeker. Es sollte das letzte NHL-Tor des Verteidigers, der seine gesamte Karriere lang den Maple Leafs treu geblieben war und mit ihnen viermal (1947, 48, 49, 51) den Stanley Cup gewinnen konnte, gewesen sein. Im Sommer 1951 stürzte Barilko auf dem Rückweg von einem Angelausflug mit dem Flugzeug ab und verstarb. Barilkos Trikonummer 5 ist die einzige neben der Trikotnummer 6 von Ace Bailey, die bei den Maple Leafs nicht mehr vergeben wird.

Schier unschlagbare Red Wings

Seit Ende der 40er Jahre dominierte Detroit die reguläre Saison. Die Spielzeiten 1948/49 bis 1954/55 schlossen die Red Wings jeweils als punktbeste Mannschaft der Liga ab. Nach der Verpflichtung von Torwart Terry Sawchuk zur Saison 1949/50 waren sie in allen Mannschaftsteilen hervorragend besetzt. In der Abwehr standen ein Bob Goldhum, ein Marcel Pronovost und ein Red Kelly. Im Sturm leistete die 'Production Line' mit Gordie Howe als Rechtsaußen, Ted Lindsay auf Linksaußen und Center Sid Abel ganze Arbeit. In den Jahren 1950 und 1952 schoss diese Ausnahmesturmreihe die Red Wings zu zwei Titelgewinnen. Nachdem Abel Detroit in Richtung Chicago verlassen hatte, übernahmen Alex Delvecchio und anschließend Earl Reibel die Position in der Mitte zwischen Howe und Lindsay. 1954 und 1955 ging der Stanley Cup erneut an die Franchise aus der Autostadt.

Die Canadiens übernehmen das Ruder

Die Phalanx von Detroits Stanley Cup Triumphen konnten 1953 die Canadiens durchbrechen, die sich mit 4-1 Siegen gegen die Boston Bruins ihre siebte Meisterschaft sichern konnten. In den ersten zwei Partien der Finalserie stand der damals 24-jährige Jacques Plante im Kasten der Canadiens, in den noch folgenden drei Spielen musste Plante zwar noch einmal Gerry McNeil, der zwei Shutouts feiern konnte, den Vorzug lassen, doch es war der Anfang der Wachablösung im Tor der Canadiens.

Die Spielzeit 1955/56 schlossen die Frankokanadier zum ersten Mal seit neun Jahren als punktbeste Mannschaft der Liga ab. Jean Beliveau gewann mit 88 Scorerpunkten die Art Ross Trophy vor einem Gordie Howe (79), gefolgt von zwei weiteren Canadiens, Maurice Richard (71) und Bert Olmstead (70). Plante wurde zum ersten Mal mit der Vezina Trophy als bester Torwart der Liga ausgezeichnet. Weitere fünfmal durfte er im Laufe seiner Karriere die Trophäe in Empfang nehmen. Unter Headcoach Toe Blake entwickelten sich die Habs zu einer Macht, der keine andere Mannschaft gewachsen war. Von 1956 bis 1960 feierte Montreal fünf Stanley Cup Siege in Folge - eine Erfolgsserie, die bis zum heutigen Tage keinem anderen Team mehr gelungen ist.

Namhafte Spieler aus dieser Epoche:

Maurice Richard, Stürmer, Stanley Cup Champion (1944, 1946, 1953, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960), HHOF (61/62)

Doug Harvey, Verteidiger, Stanley Cup Champion (1953, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960), HHOF (73/74)

Bernie Geoffrion, Stürmer, Stanley Cup Champion (1953, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960), HHOF (72/73)

Terry Sawchuk, Torwart, Stanley Cup Champion (1952, 1954, 1955, 1967), HHOF (71/72)

Marcel Pronovost, Verteidiger, Stanley Cup Champion (1950, 1952, 1954, 1955, 1967), HHOF (78/79)

Red Kelly, Verteidiger, Stanley Cup Champion (1950, 1952, 1954, 1955, 1962, 1963, 1964, 1967), HHOF (69/70)

Gordie Howe, Stürmer, Stanley Cup Champion (1950, 1952, 1954, 1955), HHOF (72/73)

Ted Lindsay, Stürmer, Stanley Cup Champion (1950, 1952, 1954, 1955), HHOF (66/67)

Alex Delvecchio, Stürmer, Stanley Cup Champion (1952, 1954, 1955), HHOF (77/78)

Jean Beliveau, Stanley Cup Champion (1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1965, 1966, 1968, 1969, 1971), HHOF (72/73)

Jacques Plante, Torwart, Stanley Cup Champion (1953, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960), HHOF (78/79)

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