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Hurricanes und Bruins sind Seidenberg dankbar

Der deutsche Verteidiger hat bei den Conference-Finalisten im Osten bleibende Eindrücke hinterlassen

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Ein deutscher NHL-Spieler dürfte die Finalserie in der Eastern Conference zwischen den Boston Bruins und den Carolina Hurricanes mit besonderem Interesse verfolgen. Die Rede ist von Dennis Seidenberg, der in seiner Karriere für beide Teams aufgelaufen ist und dort einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Mit Boston gewann der inzwischen 37 Jahre alte Schwenninger im Jahr 2011 den Stanley Cup. In Carolina zählte der Verteidiger ebenfalls zu den Schlüsselspielern.

Seine früheren Mannschaftskameraden Rod Brind'Amour, heute Trainer der Hurricanes, und Brad Marchand, Stürmer der Bruins, erinnern sich gerne an die gemeinsame Zeit mit Seidenberg zurück. Dessen Tugenden, allen voran sein unbändiger Einsatzwille und seine professionelle Arbeitshaltung, seien gerade jetzt in der entscheidenden Phase der Playoffs gefragt, betonten beide gegenüber NHL.com/de.

"Seids (Seidenberg - d. Red.) war ein elementarer Bestandteil unserer Truppe", erinnerte sich Brind'Amour. "Spieler wie ihn brauchst du unbedingt in einer Mannschaft. Auf der einen Seite gibt es die Stars, über die alle reden. Aber was könnten sie alleine ausrichten, wenn es auf der anderen Seite nicht noch weitere Leute mit viel Qualität im Kader gäbe? Zu dieser Kategorie zählte Seids. Am Anfang seiner Laufbahn und in der Phase, in der wir miteinander gespielt haben, ist er meiner Meinung nach häufig unterbewertet worden", meinte Carolinas Coach.

Seidenberg kam im Januar 2007 im Rahmen eines Tauschgeschäfts von den Phoenix Coyotes zu den Hurricanes. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten eroberte er sich in Raleigh einen Stammplatz. Zwischendurch hatte der Defensivspezialist jedoch immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, die ihn teilweise länger außer Gefecht setzten. Seine stärkste Saison in Carolina spielte der Deutsche 2008/09. Er absolvierte 70 Einsätze in der Hauptrunde und qualifizierte sich mit seinem Team für die Playoffs. Die Hurricanes stießen bis ins Conference-Finale vor, in dem sie schließlich gegen den späteren Stanley Cup Champion Pittsburgh Penguins nach vier Duellen glatt mit 0:4 den Kürzeren zogen.

 

In der regulären Saison lief Seidenberg zwischen 2007 und 2009 in 137 Partien für die Vertretung aus Raleigh auf. Dabei verbuchte er 51 Scorerpunkte (6 Tore, 45 Vorlagen). In den Playoffs fügte er sechs Zähler (ein Tor, fünf Assists) in 16 Auftritten hinzu.

Nach einem Intermezzo bei den Florida Panthers wechselte Seidenberg im März 2010 zu den Bruins. Mit dem Triumph im Stanley Cup im darauffolgenden Jahr erlebte er in Boston den Höhepunkt seiner NHL-Laufbahn.

Marchand schätzt seinen früheren Teamkollegen noch heute. "Er ist ein toller Kerl. Ich mag Seids wirklich sehr gerne. Wir alle vermissen ihn. Er war ein großartiger Spieler und ein richtiges Arbeitstier. Kein anderer von uns hat abseits des Eises so viel an seiner Fitness gearbeitet wie er", sagte der Top-Scorer der Bruins in den laufenden Playoffs. "Manchmal hat er es aber ein wenig übertrieben mit all den Geräten, die er angeschleppt hat", fügte er schmunzelnd hinzu.

 Video: CBJ@BOS, Sp5: Marchand nutzt eigenen Nachschuss

Die Arbeitsauffassung, wie sie Seidenberg an den Tag gelegt habe, sei noch heute maßgebend bei den Bruins. "Die Einstellung ist einer der wesentlichen Punkte, auf den unsere Organisation bei potenziellen Neuzugängen schaut", sagte Marchand. "Wir erwarten von jedem Teammitglied harte Arbeit und Leidenschaft, auch abseits des Geschehens auf dem Eis. Es geht nicht nur darum, wie jemand spielt, sondern auch, wie er sich vorbereitet. Unsere aktuelle Führungsriege mit Bergy (Patrice Bergeron - d. Red.) und Z (Zdeno Chara) sowie Backs (David Backes) sind in dieser Beziehung leuchtende Vorbilder. Seids gehörte ebenso dazu."

Seidenberg spielte bis 2016 bei den Bruins. In der Hauptrunde bestritt er 401 Begegnungen für den Klub aus Massachusetts. Er schoss 23 Tore und bereitete 94 Treffer vor, was sich zu 117 Scorerpunkten summierte. In den Playoffs streifte er sich 50 Mal das Trikot von Boston über und verzeichnete 15 Zähler (2 Tore, 13 Assists).

 

[Hier findest du alles über die BOS-CAR Serie]

 

Zuletzt stand Seidenberg in Diensten der New York Islanders. Sie hatten ihn im Februar mit einem Vertrag bis zum Saisonende 2018/19 ausgestattet. Eingesetzt wurde er allerdings nicht. Ob er sich in der im Juli beginnenden Free Agency noch einmal auf Vereinssuche begibt oder die Schlittschuhe an den Nagel hängt, ist noch unklar.

Spiel 3 der Finalserie in der Eastern Conference zwischen den Bruins und den Hurricanes wird am Dienstag in der PNC Arena von Raleigh ausgetragen (8:00 p.m. ET; NBCSN, CBC, SN, TVAS, NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ).

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