Orlov-Graves-Klingberg

Am Samstag, 1. Juli, beginnt in der NHL die Free Agency und damit die heiße Wechselfrist. Alle vertragslosen Spieler können dann mit neuen Teams verhandeln und Verträge abschließen. NHL.com/de wirft einen Blick auf die besten Unrestricted Free Agents (UFA) auf den verschiedenen Positionen.

In dieser Ausgabe: Die Verteidiger

Dmitry Orlov (Boston Bruins)

BOS@FLA, Sp4: DeBrusk trifft in Überzahl

Mit 31 Jahren steht Dmitry Orlov vor einem der größten Verträge seiner Karriere. Der Verteidiger verfügt mit 709 NHL-Einsätzen über viel Erfahrung und steht in seinem Leistungszenit.

Von den Washington Capitals wurde er zur NHL Trade Deadline an die Boston Bruins abgegeben. Der Verteidiger ist in jeder Mannschaft als Top-4-Verteidiger zu sehen und kann deutlich über 20 Minuten Eiszeit abreißen.

Sowohl in der Defensive als auch im Spielaufbau sowie in der Angriffszone weiß Orlov zu überzeugen und ist damit der vermutlich begehrteste Zwei-Wege-Verteidiger in der Free Agency. Gerade deswegen darf sich Orlov vermutlich über eine ordentliche Vertragslaufzeit mit ansprechendem Gehalt freuen.

Mathew Dumba (Minnesota Wild)
Unter den Verteidigern sind die rechtsschießenden Akteure besonders begehrt. Sollte ein solcher dann noch offensive Qualitäten mitbringen und zum UFA werden, dürften einige Mannschaften Schlange stehen.

Mit Matt Dumba läuft der Vertrag eines solchen Blueliners aus. Ob eine Verlängerung in Minnesota möglich ist, steht in den Sternen. Nach einer eher durchwachsenen Saison mit 14 Punkten aus 79 Spielen könnte Dumba ein Tapetenwechsel guttun.

In einer normalen Saison ist Dumba für über 20 Punkte gut. Sein Spitzenwert von 50 Zählern aus der Spielzeit 2017/18 sollte jedoch nicht der Maßstab sein.

John Klingberg (Minnesota Wild)
Ein weiterer rechtsschießender Offensivverteidiger der Wild gehört ebenso wie Dumba zur Top-Kategorie der UFA-Defensivspezialisten. Klingberg wechselte erst zur Trade Deadline nach Minnesota, nachdem er zuvor für die Anaheim Ducks auf 24 Punkte in 50 Spielen kam.

Mit Klingberg bekommt ein Team einen herausragenden Powerplay-Spezialisten mit starkem Skating und gutem Eishockeyverstand. Einzig in der eigenen Zone hat der 30-Jährige noch Verbesserungspotential, was seine -28 in der Plus-Minus-Bilanz für die Ducks unterstreichen.

Ryan Graves (New Jersey Devils)

NJD@CBJ: Graves bringt Puck in finalen Sekunden heim

Ein weiterer großer Fisch im Verteidiger-UFA-Pool ist Ryan Graves. Er stellt mit 1,91 Metern und 100 Kilogramm eine stattliche Erscheinung dar und kann auf beiden Seiten des Eises überzeugen. In 78 Spielen für die New Jersey Devils netzte er achtmal ein und legte 18 Tore auf. In den zehn Playoff-Partien fiel er mit nur einer Vorlage jedoch etwas ab.

Graves weiß gerade in der eigenen Zone zu überzeugen und kann durch seine Statur Zweikämpfe häufig für sich entscheiden. Eine Plus-Minus-Bilanz in der abgelaufenen Saison von +34 unterstreicht diese Defensivstärke.

Mit 28 Jahren ist Graves im besten Eishockeyalter und trotzdem noch steigerungsfähig.

Darüber hinaus bringt er die Erfahrung von 302 NHL-Matches aus fünf Spielzeiten mit.

Radko Gudas (Florida Panthers)
Eine Mannschaft, die auf der Suche nach Körperspiel und Physis für die eigene Zone ist, dürfte den Blick auf Radko Gudas werfen. Der Verteidiger sammelte in 72 Hauptrundenspielen 79 Strafminuten, nachdem er in der Vorsaison bei 77 Begegnungen auf 105 Minuten in der Kühlbox gekommen war. 2020/21 (250) und 2021/22 (355) war er jeweils der NHL-Spieler mit den meisten gefahrenen Checks.

In den Playoffs war die harte Spielweise von Gudas (34 Strafminuten in 21 Spielen) ein wichtiger Grund für den Erfolg der Panthers. Der Tscheche bringt neben seiner aufopferungsvollen Art die Erfahrung von 682 Spielen und elf Saisons in der NHL mit.

Erik Johnson (Colorado Avalanche)
Mit 35 Jahren geht die Karriere von Erik Johnson zwar langsam dem Ende entgegen, doch der Verteidiger, der in der Vorsaison 63 Partien für die Colorado Avalanche absolvierte, dürfte noch nicht mit der NHL abgeschlossen haben. Seine Routine aus 920 Spielen und 16 Saisons in der besten Liga der Welt und einem Stanley Cup (2022 mit Colorado) dürften einigen Mannschaften gut zu Gesicht stehen.

Selbst wenn die Offensivleistung von Johnson im vergangenen Jahr (8 Vorlagen in 63 Spielen) gelitten hat, kann er noch als stabiler Verteidiger für Entlastung der Top-Formationen sorgen.

Weitere UFA-Verteidiger
Die UFA-Klasse 2023 der Verteidiger ist durchaus stark besetzt. Neben den genannten Spielern sind mit Shayne Gostisbehere, Damon Severson, Brian Dumoulin, Kevin Shattenkirk, Ian Cole, Carson Soucy und Travis Hamonic weiter prominente Namen noch ohne Vertrag für die kommende Saison. Es bleibt spannend, welches Team sich mit welchem Akteur verstärken wird.

CAR@ARI: Gostisbehere trifft für die Hurricanes