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Die erste Führung ist mehr als die halbe Miete

Bei Nashville kennen die Zuschauer nach dem ersten Treffer bereits den Sieger, denn mit einer Führung gewinnen die Predators immer

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Ein Sprichwort sagt: "Wer eins null führt, der stets verliert", doch in der NHL scheinen die Uhren anders zu ticken, als in der Weisheit dargestellt. Das erste Tor ist von entscheidender Bedeutung und gibt den Teams den entscheidenden Vorteil, der häufig in zwei Punkte umgemünzt werden kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

 

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21 der 31 NHL-Teams können eine positive Bilanz vorweisen, wenn Sie als Erstes in Führung gegangen sind. Mit den Colorado Avalanche, Nashville Predators, New York Islanders, Buffalo Sabres, Toronto Maple Leafs und Vancouver Canucks sind sechs Mannschaften nach eigener Führung noch ohne verlorenen Punkt. Für die Fans dieser Teams ist eine 1:0-Führung ein sicheres Anzeichen für einen erfolgreichen Abend. Die Nashville Predators konnten bei allen sieben Siegen als Erstes treffen. Die einzige Niederlage kassierte Nashville am 10. Oktober gegen die Calgary Flames, nachdem Goalie Pekka Rinne als erstes hinter sich greifen musste.

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Unter diesen sechs, nach erster Führung perfekten, Teams sind lediglich die Toronto Maple Leafs auch als Aufholkünstler bekannt. In sieben Partien lagen die Leafs früh zurück und konnten davon noch vier siegreich gestalten. Mit ihren 57,1% Siegen nach 1:0-Rückstand liegt Toronto zwar auf Rang sechs dieser inoffiziellen Statistik, doch die Spitzengruppe ist den Leafs weit enteilt. Die statistischen Comeback-Könige der Liga sind die New Jersey Devils und die Tampa Bay Lightning. Beide Teams konnten alle Partien, in denen sie erst zurücklagen noch drehen und gewinnen. Die 100% sind bei einem (New Jersey) beziehungsweise zwei (Tampa Bay) gedrehten Spielen jedoch nicht unbedingt aussagekräftig. Ein Blick auf die totalen Zahlen zeigt, dass die Minnesota Wild sich von Rückständen am wenigsten beeindrucken lassen.

Aus sechs Matches, in denen der Gegner in Führung ging, konnten die Wild noch neun von zwölf möglichen Punkten holen. Vier Partien gewann Minnesota und einmal mussten die Wild sich erst in der Overtime geschlagen geben. Auf der anderen Seite lag Minnesota erst einmal selbst früh in Front, dieses Spiel ging verloren. Gerade die Begegnungen, in denen ein Team nach einem frühen Rückstand noch punktet oder sogar siegt, begeistern Zuschauer und Fans. Die Spannung, dass ein Tor Vorsprung nicht ausreichend ist und binnen weniger Momente gedreht werden kann, macht Eishockey aus. In nur 33% der Fälle konnten Teams in dieser Saison Partien drehen, in denen sie zuerst hinten lagen.

Das jüngste Comeback vollbrachten die Winnipeg Jets am Montag gegen die St. Louis Blues. Nach 0:2-Rückstand konnten die Jets das Spiel schlussendlich noch in die Overtime bringen. Der Weg bis zum Sieg nach Verlängerung war hart, folgte auf den Ausgleich doch ein erneuter Rückstand. Erst 1:40 Minuten vor Ende konnte Bryan Little den umjubelten 4:4-Ausgleich erzielen. Das Momentum des egalisierenden Treffers nutzten die Jets in der anschließenden Verlängerung direkt für den Siegtreffer.

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"Es geht nur darum, dem Team die Fesseln zu lösen. Es scheint, als ob wir viel Last auf unseren Schultern tragen, hohe Erwartungen und das hindert uns daran, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken", antwortete Jets-Kapitän Blake Wheeler auf die Frage, was seine Mannschaft in der zweiten Pause aufgeweckt hat. Schon zweimal zuvor konnten die Jets einen 1:0-Rückstand in Siege umwandeln. Der Erfolg gegen die Blues nach zweimaligem Zwei-Tore-Defizit und dem Nackenschlag nach dem ersten Ausgleichstreffer, unterstreicht die mentale Stabilität Winnipegs. Die Angst der Blues vor der Niederlage war für Torhüter Jake Allen der Hauptgrund für die Aufholjagd der Jets im Schlussabschnitt: "Ich denke, dass wir derzeit Angst haben zu verlieren. Wir sind in der Tabelle hinten dran, das wissen wir. Wir wissen, dass jeder Punkt entscheidend ist und im dritten Drittel sind wir aufgetreten, als ob wir Angst hätten zu verlieren."

Die Angst zu verlieren spielt bei den Blues anscheinend nach Führungen eine große Rolle. Bereits zweimal konnten sie nach dem ersten Treffer nicht erfolgreich das Eis verlassen. Besonders die Niederlage gegen die Jets war zwar für die Beobachter mitreisend, doch für St. Louis ernüchternd. Einen Vorsprung mit mehr als einem Treffer zu verspielen ist frustrierend für die eine Partei, begeisternd für die andere. Das Spiel der Blues und Jets war bereits der 16. Fall in dieser Saison.

Bei 121 absolvierten Partien wird also in durchschnittlich jeder siebten bis achten das Ergebnis trotz zwei oder mehr Toren Unterschied gedreht. Für die Fans ein mitreißendes Erlebnis, dass die Faszination NHL-Eishockey ausmacht, für ein Team die pure Enttäuschung, für das Andere ein außergewöhnliches Erfolgserlebnis. Für Trainier wie Mike Yeo von den St. Louis Blues ist eine solche Niederlage besonders bitter: "Wir haben das erste Drittel gewonnen., wir haben das zweite Drittel gewonnen und wir haben das dritte Drittel deutlich verloren. Wir haben das Spiel verloren. Wir haben es einfach nicht zu Ende gebracht."

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