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Capitals im Torrausch

Washingtons Angriffsmaschinerie präsentiert sich in 2017 als brandgefährlich und trifft wie am Fließband

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Dass die Washington Capitals kein Problem mit dem Toreschießen haben, sollte eigentlich eine Tatsache sein, die keine Randnotiz Wert ist. Mit dem sechsfachen Maurice Richard Trophy Gewinner Alexander Ovechkin haben die Capitals den wohl gefährlichsten Torjäger des 21. Jahrhunderts in ihren Reihen. Ovechkin, der im Jahr 2005 nach Washington kam, verkörperte die zentrale Figur des Capitalssturm über Jahre. Zuletzt vier Mal in Folge wurde der Linksaußen mit der Trophäe für den erfolgreichsten Torschützen der NHL-Hauptrunde ausgezeichnet.

Nach der überragenden Vorsaison, in der die Capitals die Presidents Trophy für das punktbeste Team der Hauptrunde ergatterten und mit 248 Toren (durchschnittlich 3,02 Tore pro Spiel) hinter den Dallas Stars die zweittorgefährlichste Mannschaft waren, waren die Erwartungen für die laufende Spielzeit 2016-17 hoch gesetzt.

Vor allem in den ersten Monaten konnten diese bei weitem nicht erfüllt werden. Nahezu sämtliche Offensivkräfte der Capitals hatten mit Ladehemmungen zu kämpfen. In den ersten 36 Spielen konnten die Capitals lediglich 98 Tore für sich verbuchen, durchschnittlich 2,68 Tore pro Spiel waren lediglich der dreizehntbeste Wert der Liga.

Befürchtungen wurden laut, dass die Abgänge der verlässlichen Torschützen Jason Chimera, Troy Brouwer und im Vorjahr Joel Ward nicht zu kompensieren sind. Doch pünktlich zur zweiten Saisonhälfte drehten die Capitals an den richtigen Stellschrauben. Die Angriffsmaschinerie wirkt im Jahr 2017 generalüberholt und stottert nicht mehr wie ein zotteliger Vorkriegsackerdiesel sondern dreht wieder hoch wie ein Rennaggregat.

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Im letzten Monat treffen die Capitals wie am laufenden Band. Die Offensivkräfte zimmern Puck um Puck in die Maschen der gegnerischen Gehäuse und haben nun 72 Tore in den letzten 15 Spielen erzielt. Das Resultat dieser Offensivpower lässt sich aus der Tabelle ablesen. Zwölf Siege bei zwei Niederlagen nach regulärer Spielzeit und einer weiteren Niederlage nach Verlängerung im 8-7 Wildwestspiel gegen die Pittsburgh Penguins am 16. Januar stehen im letzten Monat für die Capitals zu Buche.

War es bis zum Dezember noch der Sturm der New York Rangers, der die gegnerischen Defensivreihen in Angst und Schrecken versetzte, haben nun die Capitals diese Rolle eingenommen.

Bravourös meisterten die Capitals ihre jüngste sechs Spiele Auswärtsserie. Siegen in der gegen die Boston Bruins (5-3) und die Montreal Canadiens (3-2) folgten in der vergangenen Woche deutliche Erfolge gegen die Los Angeles Kings (5-0), die Carolina Hurricanes (5-0), die Detroit Red Wings (6-3) und die Anaheim Ducks (6-4).

Dass die Reihe um Nicklas Backstrom, Alex Ovechkin und T.J. Oshie funktioniert und brandgefährlich ist, überrascht kaum. Eher dürfte der Konkurrenz Furcht einflössen, dass es keineswegs die Topspieler alleine sind, die die Angriffszone dominieren. Im Monat Februar schafften es Akteure aus allen vier Sturmreihen auf die Torschützenliste. Dies macht die Capitals nahezu unberechenbar.

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Die zweite Sturmformation um Marcus Johansson (19 Tore, 21 Assists), Evgeny Kuznetsov (12 Tore, 32 Assists) und Justin Williams (18 Tore, 14 Assists) erweist sich als äußerst effektiv. Alle drei Stürmer sind auf dem besten Wege, die 20-Tore-Marke zu knacken, Johansson könnte seine bislang stärkste Saison (2014: 20 Tore, 27 Assists) toppen.

Auch die Angreifer aus der Tiefe des Kaders setzten in den vergangenen Wochen deutliche Akzente. Beispielsweise Center Lars Eller kam in den vergangenen fünf Spielen auf vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists). Rechtsaußen Brett Connolly ergatterte in den vergangenen sechs Spielen sechs Punkte. (vier Tore, zwei Assists).

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