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Mit dem NHL Draft 2021 am 23. und 24. Juli und dem Beginn der Free-Agent-Phase am vergangenen Mittwoch veränderte sich das Kräfteverhältnis in der NHL. Gerade durch die Erweiterung der Liga um die Seattle Kraken kam es zu viel Aktivität und spannenden Entwicklungen. Grund genug, um einen Blick auf die Teams zu werfen, die sich in der Sommerpause bislang am stärksten verbessert haben.

Boston Bruins
Den Boston Bruins gelang es den Vertrag mit Tylor Hall um vier Jahre zu verlängern. Zwar mussten sie den Abgang von David Krejci verkraften, der seine Karriere in seiner tschechischen Heimat fortsetzen wird, doch mit Nick Foligno, Erik Haula und Tomas Nosek konnten die Bruins drei Angreifer verpflichten, die besonders in der Tiefe eine Verstärkung darstellen werden.

WSH@BOS, Sp3: Hall trifft 56 Sekunden später

Auf die Unsicherheit bezüglich Torhüter Tuukka Rask, der sich einer Hüft-Operation unterziehen muss, reagierten die Verantwortlichen mit der Verpflichtung von Linus Ullmark, der sich die Torwart-Rolle mit Jeremy Swayman teilen wird. Ullmark konnte in Buffalo in 20 Starts neun Siege einfahren und mit einer Fangquote von 91,7 Prozent überzeugen.
Boston verstärkte sich auch in der Defensive und verpflichtete mit Derek Forbort einen Verteidiger, der für Stabilität sorgen soll. Mit 1,93 Metern wird Forbort in der eigenen Zone zusätzlich Größe mitbringen, die den Bruins noch fehlte.
Es scheint, als ob in Boston die Schwachstellen der Vorsaison genau analysiert wurden und mit den Verpflichtungen ein Kader geformt wurde, der zu den Top-Titelkandidaten zählen dürfte.
Seattle Kraken
Nach dem Expansion Draft schienen die Seattle Kraken noch nicht konkurrenzfähig. Viele Top-Spieler, die zur Wahl gestanden waren, wurden nicht ausgewählt. Viel mehr achteten die Verantwortlichen auf ausreichend Platz unter der Gehaltsobergrenze, der zu Beginn der Free-Agent-Phase schnell genutzt wurde.

Highlights von Philipp Grubauer

Mit Philipp Grubauer sicherten sich die Neulinge einend er Top-Torhüter der NHL. Der Deutsche war Kandidat auf die Vezina Trophy und konnte für weniger als 6 Millionen US-Dollar pro Jahr verpflichtet werden. Ein geringer Preis für einen herausragenden Schlussmann, der das Gesicht der Kraken werden kann.
Mit Jaden Schwartz und Alexander Wennberg verpflichteten die Kraken noch zwei Angreifer, die die dünne Offensivdecke verbessern sollten. Im Expansion Draft lag der Fokus auf der Fähigkeit Gegentore zu verhindern. Mit Schwartz und Wennberg stoßen zwei Angreifer zu Seattle, die gute Hände haben, sich aber nicht zu schade sind auch in der eigenen Zone hart zu arbeiten.
Auch wenn die Kraken sicher nicht zu den Titelkandidaten in ihrer ersten Saison zählen, konnte in der Free-Agent-Phase eine klare Kaderverbesserung erreicht werden. Mit Grubauer und der defensiven Ausrichtung werden sie einige Kontrahenten zur Verzweiflung bringen.
Edmonton Oilers
Die Probleme, vor denen die Edmonton Oilers standen, sind nicht neu. Mangelnde Tiefe im Angriff und eine Verteidigung, die sich in der NHL nicht vollumfänglich behaupten kann. Mit Adam Larsson verloren die Oilers zudem einen wichtigen Defensiv-Baustein an die Seattle Kraken.
Mit Beginn der Free Agency konnte Edmonton viele der Baustellen angehen. Sie verpflichteten Cody Ceci und verlängerten mit Tyson Barrie. So wurde die Verteidigung zumindest etwas verstärkt, auch wenn hinter Oscar Klefbom, aufgrund einer chronischen Schulterverletzung ein Fragezeichen steht.

Barrie-1

Im Angriff sicherten sich die Oilers die Dienste von Zach Hyman und Derek Ryan. Beide sollen der Offensive die Tiefe geben, die hinter Connor McDavid und Leon Draisaitl häufig fehlte. Gerade Hyman ist, nach 33 Punkten in 43 Spielen 2020/21 als Verstärkung anzusehen. 50 Zähler in einer vollen Saison scheinen hier nicht außer Reichweite. In einem Trade mit den Carolina Hurricanes sicherten sich die Oilers zusätzlich Warren Foegele.
Foegele bringt optimale Voraussetzungen mit, um mit Draisaitl oder McDavid zu harmonieren. Gerade seine Geschwindigkeit sollte Edmonton in der Tiefe mehr Durchschlagkraft geben.
Innerhalb von einer Woche konnten sich die Oilers gezielt verstärken und um die beiden Superstars McDavid und Draisaitl eine schlagkräftige Truppe aufbauen, die durchaus ein Wort in den Stanley Cup Playoffs 2022 mitreden könnte.
Los Angeles Kings
Mit Anze Kopitar hatten die Los Angeles Kings bislang einen Top-Center in ihren Reihen. Dahinter wurde es schnell dünn. Gerade auf der wichtigen Mittelstürmer-Position waren die Kings unterdurchschnittlich besetzt, wenn es um die zweite und dritte Reihe ging. Mit Philip Danault konnten sie sich genau auf dieser Position verstärken.

TBL@MTL, Sp3: Danault trifft mit Hilfe des Pfostens

Gerade beim Bullyspiel werden die Kings in der kommenden Spielzeit eine Macht sein. Kopitar konnte 2020/21 57,3 Prozent seiner Anspiele gewinnen. Danault glänzte mit einer Quote von 52,5 Prozent. Ganz nebenbei wird Danault als eher defensiv orientierter Center, der in den Playoffs 2021 für die Canadiens häufig gegen die Top-Formation der Gegner gestellt wurde, die Stabilität in der Kings-Zone erhöhen. Ein wichtiger Nebeneffekt für das Team mit den elftmeisten Gegentoren in der regulären Saison.
Ein weiterer Baustein für die eigene Zone wurde in Alex Edler gefunden, der mit einem Einjahresvertrag ausgestattete 35-jährige Verteidiger bringt den Kings viel Erfahrung. Er wird in der NHL erstmals nicht im Dress der Vancouver Canucks auflaufen, von denen er 2004 in der dritten Runde gedraftet wurde.
Zwei Ergänzungen bei den Kings machen die Filmstädter zu einem Kandidaten für eine Playoff-Teilnahme. Auch wenn zum großen Wurf noch ein paar Puzzlestücke fehlen dürften kann sich Co-Trainer Marco Sturm auf eine schlagkräftige Mannschaft freuen.