SkinnerThompson728

Comeback-Geschichten erfreuen sich nicht nur im Sport großer Beliebtheit. Sie passieren auch jedes Jahr aufs Neue in der NHL. Auch die Spielzeit 2021/22 hatte wieder Spieler, die nach einer enttäuschenden Vorsaison plötzlich aufdrehten. NHL.com/de stellt die fünf besten Bounce-Back-Player des Jahres vor.

Rang 5: Tage Thompson (Buffalo Sabres)
Tage Thompson schien nie wirklich in Buffalo angekommen zu sein. Der hochtalentierte Erstrunden-Pick der St. Louis Blues (2016 an 26. Stelle) konnte nach seinem Trade zu den Sabres im Jahr 2018 nie wirklich überzeugen. In drei Jahren an den Niagarafällen erzielte der Stürmer zusammengerechnet nur 18 Tore. Auch die Saison 2020/21 war mit einer 8-6-14-Ausbeute aus 38 Spielen eher enttäuschend.

COL@BUF: Thompson schießt 3. Tor im 2.

Ein Jahr später allerdings hatte Sabres-Trainer Don Granato eine zündende Idee und stellte Thompson nicht mehr als Flügel-, sondern als Mittelstürmer auf. Mit durchschlagendem Erfolg: Der 2,00 Meter große und 99 Kilogramm schwere Rechtsschütze startete durch und erzielte unglaubliche 38 Tore für Buffalo. In 78 Einsätzen sammelte er 68 Scorerpunkte (38-30-68) und erlebte so ein Karrierejahr. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte er also seine Scoring-Ausbeute von 0,37 auf 0,86 Punkte pro Spiel. Statt eines Fehleinkaufs gilt der in Glendale/Arizona geborene US-Amerikaner nun als eines der Gesichter des Neuanfangs.
Rang 4: Teuvo Teravainen (Carolina Hurricanes)
Teuvo Teravainen ist als ein Leistungsträger bei den Carolina Hurricanes fest eingeplant. Umso schmerzlicher wurde der 27-jährige Finne vermisst, als er 2020/21 regelrecht abtauchte. Verletzungsbedingt kam der Stürmer nur auf 21 Spiele in der regulären Saison, hatte eine Ausbeute von 5-10-15 und erzielte kein einziges Powerplay-Tor. Diese Anlaufschwierigkeiten zogen sich bis in die Stanley Cup Playoffs, wo der 1,80 Meter große und 87 Kilogramm schwere Linksschütze in elf Spielen sechs Scorerpunkte markierte (2-4-6).

BOS@CAR, Sp7: Teravainen trifft nach Domis Pass

2021/22 erlebte Teravainen eine Bounce-Back-Saison: Zwar kam er nicht ganz verletzungsfrei durch das Jahr, sammelte in 77 Spielen aber starke 65 Punkte (22-43-65) und war auch im Powerplay wieder eine Waffe mit neun Überzahltoren und 31 Punkten. Selbst in Unterzahl gelangen dem Angreifer aus Helsinki zwei Shorthander und drei PK-Punkte. Auch in den Playoffs lief es wieder besser: In 14 Partien hatte er eine 4-7-11-Ausbeute. Teravainen ist also wieder der Top-Angreifer, den die Hurricanes brauchen.
Rang 3: Vladimir Tarasenko (St. Louis Blues)
Auch Stanley Cup Champions sind vor einem Leistungseinbruch samt Comeback im Folgejahr nicht gefeit. Das zeigt das Beispiel von Vladimir Tarasenko. Der 30-jährige Russe gewann im Jahr 2019 den Stanley Cup mit den St. Louis Blues, erlebte in der Folge aber zwei ganz schwere und von Verletzungen geplagte Jahre: 2019/20 absolvierte er nur zehn Spiele (3-7-10), 2020/21 nur deren 24 (4-10-14). Um den einstigen Top-Stürmer rankten sich erste Trade-Gerüchte.

STL@MIN, Sp5: Tarasenko mit drei Toren im 3.

Doch der 1,84 Meter große und 102 Kilogramm schwere Scharfschütze lieferte 2021/22 ein Bilderbuch-Comeback: In 75 Spielen lieferte der Linksschütze satte 82 Scorerpunkte ab (34-48-82). Tarasenko war damit wieder die treibende Kraft in Gateway City und schloss die Saison als Top-Scorer und Top-Torjäger ab. Außerdem war er mit neun Game Winning Goals der Nummer-1-Spielentscheider. Auch in den Playoffs war auf den Mann aus Yaroslavl mit einer 6-3-9-Ausbeute aus zwölf Partien Verlass. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte Tarasenko seinen Scoring-Touch von 0,58 auf 1,09 Punkte pro Spiel.
Rang 2: Matt Duchene (Nashville Predators)
Seit seiner Ankunft in Music City im Jahr 2019 war Center Matt Duchene trotz seines großen Namens eigentlich nie ein großer Faktor bei den Nashville Predators. Das galt insbesondere für die Saison 2020/21, in der der 31-jährige Kanadier in 66 Spielen nur für 42 Scorerpunkte (13-29-42) sorgte. Sein Torriecher schien ihm abhanden gekommen zu sein, denn eine Schusseffizienz von 8,2 Prozent bedeutete den schlechtesten Wert in seiner gesamten NHL-Karriere. Auch im Powerplay zeigte sich dieser "Schnupfen" mit nur einem Überzahl-Tor (1-2-3).

NSH@SJS: Duchene mit seinem zweiten Treffer

Wer also hätte damit gerechnet, dass Duchene im Folgejahr eine regelrechte Leistungsexplosion aufs Eis legt? Unglaublich, aber wahr: Der 1,80 Meter große und 88 Kilogramm schwere Rechtsschütze erzielte 43 Tore, sammelte 86 Scorerpunkte (43-43-86) in 78 Spielen und spielte damit ein Karrierejahr: Weder bei den Colorado Avalanche, noch bei den Ottawa Senators oder Columbus Blue Jackets war Duchene je besser. Seine Effektivität steigerte der Mittelstürmer auf 18,9 Prozent und hob auch sein Spiel im Powerplay mit einer 16-13-29-Ausbeute auf ein neues Niveau. NHL-weit war er damit auf Platz 20 unter den Scorern sowie auch achtbester Torjäger der gesamten Liga. Zum Vergleich: 2020/21 sammelte Duchene 0,38 Punkte pro Partie, 2021/22 waren es 1,1. Und auch in den Playoffs profitierte der Center von seinem Formhoch mit 1,0 Punkten/Partie (3-1-4).
Rang 1: Jeff Skinner (Buffalo Sabres)
Auch die Geschichte von Jeff Skinner könnte in einem Bounce-Back-Bilderbuch veröffentlicht werden: Mit der Hypothek eines millionenschweren und langfristigen Vertrags (im Schnitt neun Millionen US-Dollar bis 2027) galt der 30-jährige Kanadier als eine der größten Kaderleichen in der NHL. Diesen Eindruck verstärkte die Saison 2020/21, in der Skinner in 53 Spielen auf eine magere 7-7-14-Ausbeute kam, phasenweise als Healthy Scratch aus der Aufstellung verbannt und im Expansion Draft nicht geschützt wurde.

BUF@MTL: Skinner mit 4 Treffern gegen die Canadiens

Doch die Saison 2021/22 bedeutete einen Wendepunkt, den so wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten erwartet hätten: Der linksschießende Stürmer erzielte 33 Tore, was den drittbesten Wert seiner Karriere bedeutete. Auch sammelte er 63 Scorerpunkte (33-30-63), was ein geteilter Bestwert in seiner NHL-Zeit ist. Skinner verdoppelte seine Schusseffizienz von 6,3 auf 12,6 und verdreifachte seinen Scoring-Touch von 0,26 auf 0,79 Punkte pro Spiel. Der 1,80 Meter große und 89 Kilogramm schwere Angreifer ist auf einem guten Weg, das auch vertraglich in ihn gesetzte Vertrauen wieder zurückzuzahlen und schrieb wohl die größte Comeback-Story in der abgelaufenen Saison.