team finland wjc 2021

Im Auftaktspiel der Juniorenweltmeisterschaft 2022 musste die deutsche Nationalmannschaft im Rogers Place in Edmonton gegen Finnland in der Gruppe A eine 1:3-Niederlage hinnehmen, zeigte aber eine überzeugende Leistung, die Lust auf mehr machte. Während Gastgeber Kanada und die USA Favoritensiege einfuhren, konnte Schweden Russland besiegen.

Finnland - Deutschland 3:1 (1:0/1:1/1:0)
Finnland könnte man sogar schlagen, hatte Kapitän Florian Elias vor dem Turnier selbstbewusst gesagt. Dieses Selbstvertrauen bestätigte seine Mannschaft im ersten Spiel des Turniers auch auf dem Eis. Die deutschen Junioren begegneten den Favoriten aus Finnland von Beginn an auf Augenhöhe und lieferten ein unterhaltsames Duell.
"Das war ein gutes Spiel", lobte Torwart Nikita Quapp seine Mitspieler. "Wir waren viel besser als in den Vorbereitungsspielen, hatten einen guten Spielaufbau und keine Probleme den Puck aus der eigenen Zone zu bringen."

Die 10:8 Torschüsse zugunsten von Finnland nach dem ersten Drittel bestätigten den Eindruck eines ausgeglichenen und offensiv geführten Spiels. Dennoch führten die Finnen nach 20 Minuten durch ein glückliches Tor. Brad Lamberts lockerer Schuss von der blauen Linie traf in der 13. Minute seinen Mitspieler Samuel Helenius und prallte ins Tor ab. Quapp war dabei nichts vorzuwerfen, er erwies sich mit starkem Stellungsspiel und guter Rebound-Kontrolle als verlässlicher Anker.
Die deutsche Mannschaft ließ sich von dem Gegentor nicht beeindrucken, erspielte sich weiter Chancen und belohnte sich in der 24. Minute schließlich mit einem Powerplaytor. Alexander Blank, der insgesamt zu den auffälligsten Spielern gehörte, brachte den Puck mit einem starken Solo aus dem eigenen Drittel in die Offensivzone. Dort stocherte ein Verteidiger den Puck von Blanks Schläger, doch die Scheibe landete bei Luca Münzenberger, der einen Handgelenkschuss aus dem hohen Slot im Tor unterbrachte.
"Unser Stürmer hatte den Puck und hat versucht gegen drei Gegner durchzukommen, da hat er die Kontrolle über den Puck verloren", analysierte der Torschütze. "Der kam dann zu mir und ich habe einfach abgezogen."
Die Finnen erhöhten daraufhin das Tempo und dominierten den Spielverlauf für den Rest des Drittels. In der 28. Minute eroberten sie die Führung zurück, wenn auch erneut mit viel Glück. Als sie sich erstmals wirklich lange im deutschen Drittel festsetzten, prallte ein Schuss von der blauen Linie von Münzenbergers Schlittschuh ab und landete neben dem Tor ausgerechnet bei Joel Maatta, Münzenbergers Teamkollegen an der University of Vermont. Quapp war gegen dessen Schuss erneut chancenlos.
"Wir kennen uns aus Vermont und wussten, dass wir im ersten Spiel aufeinandertreffen würden", äußerte sich Münzenberger zu dem Duell mit Maatta. "Das war ein großes Thema für das Team in Vermont und sie haben sich das Spiel zusammen angeschaut. Ich habe noch nicht auf mein Handy geschaut, aber da werden sicherlich einige Nachrichten sein. Es war auch super, dass ich zum Ausgleich getroffen habe, aber dann hat er auch getroffen, also hat uns das nicht wirklich geholfen."

Von hängenden Köpfen war aber auch im Schlussabschnitt keine Spur. Deutschland erspielte sich weiter Chancen, scheiterte jedoch immer wieder an Torhüter Leevi Merilainen. Nach einem aussichtsreichen Angriff der Deutschen, der beinahe den Ausgleich durch Markus Schweiger gebracht hätte, trugen die Finnen dann einen Konter für das Lehrbuch vor. Ville Koivunen brachte den Puck an der Bande entlang in die Angriffszone, legte auf Lambert zurück und der spielte einen perfekten Pass auf Helenius, der in der Mitte nur noch den Schläger hinhalten musste. Trainer Tobias Abstreiter ließ nichts unversucht und nahm am Ende noch Quapp für den sechsten Skater vom Eis, es blieb aber beim 1:3.
Punkte konnte Deutschland aus dem ersten Spiel nicht mitnehmen, aber viele positive Zeichen. Quapp zeigte sich zwischen den Pfosten in Spitzenform, die Abwehr machte dem favorisierten Gegner das Leben schwer und die Offensive erspielte sich genug Möglichkeiten. Mit dem gezeigten Kampfgeist und einer solch konzentrierten Teamleistung können Elias und seine Teamkollegen auch mit breiter Brust in die Partie gegen Tschechien am Montag (Di. 1 Uhr MEZ) gehen.
Russland - Schweden 3:6 (0:1/1:2/2:3)
Schweden erzielte vier Tore mit Hilfe der Special Teams - eines mit einer Ein-Mann-Überzahl, zwei mit einer Zwei-Mann-Überzahl und ein weiteres in Unterzahl - auf dem Weg zu einem 6:3-Sieg gegen Russland in der Gruppe B in Red Deer. Verteidiger Simon Edvinsson, der für Frolunda in Schweden spielt und im NHL Draft 2021 von den Detroit Red Wings als Nummer 6 ausgewählt wurde, war der dominierende Spieler des Spiels. Er erzielte ein Tor, war im Spielaufbau omnipräsent und verteidigte in 23:43 Minuten Eiszeit sehr souverän. Russlands 17-jähriges Talent Matvei Michkov erzielte zwei der drei Tore seiner Farben.
Tschechien - Kanada 3:6 (3:3/0:2/0:1)
Die Kanadier holten einen 1:3-Rückstand im ersten Drittel auf und besiegten die Tschechen in der Gruppe A in Edmonton mit 6:3. Owen Power - die Nummer eins der Buffalo Sabres im NHL Draft 2021 - erzielte als erster kanadischer Verteidiger in der Geschichte des Turniers in seinem ersten Spiel bei einer U20-WM einen Hattrick. Der spielstarke Stürmer Cole Perfetti steuerte drei Assists bei.
USA- Slowakei 3:2 (2:0/1:0/0:2)
Die USA begannen ihre Titelverteidigung in der Gruppe B mit einer durchweg starken Leistung und besiegten eine entschlossene Slowakei mit 3:2. Drew Commesso, der bei der letztjährigen Weltmeisterschaft als dritter Torwart nicht eingesetzt worden war, zeigte mit 23 Saves eine hervorragende Leistung, ebenso wie sein Gegenüber Simon Latkoczy mit 39 Saves.