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Die deutsche U20 hat bei der IIHF Junioren-Weltmeisterschaft erstmals das Viertelfinale erreicht. Sie setzte sich am Mittwoch im Rogers Place von Edmonton mit 5:4 gegen die Schweiz durch und sicherte sich damit den dritten Platz in der Gruppe A. Die Schweiz landete ohne Sieg auf dem fünften und letzten Rang. Für sie ist das Turnier damit beendet. In der zweiten Begegnung der Gruppe A fertigte Finnland die Slowakei mit 6:0 ab. Die einzige Begegnung in Gruppe B entschied Russland mit 4:3 n. V. gegen Schweden für sich.

Hier die Spiele des Tages im Einzelnen:
Schweiz - Deutschland 4:5 (0:3/0:1/4:1)
In einer am Ende dramatischen Begegnung rettete Deutschland einen zwischenzeitlich klaren Vorsprung knapp ins Ziel. John-Jason Peterka erzielte einen Hattrick und verbuchte zudem zwei Assists. Ebenfalls fünf Punkte gelangen Tim Stützle. Er schnürte einen Doppelpack und lieferte drei Torvorlagen. Die erfolgreichsten Scorer der Schweiz waren Noah Meier mit einem Treffer und einem Assist sowie Dario Allensbach mit zwei Vorlagen.
Peterka brachte die deutsche Junioren-Auswahl per Nachschuss mit 1:0 in Front (5.). Stützle erhöhte auf 2:0 (10.), nachdem er an der blauen Linie der Schweiz einen Pass angenommen und sich gegen den Schweizer Verteidiger Cedric Fiedler behauptet hatte. Kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts war erneut Peterka zur Stelle und schoss zum zum 3:0 (18.) ein.
Mit der klaren Führung im Rücken kontrollierte Deutschland im zweiten Drittel die Partie. Doch die Abwehr der Schweiz stand nun wesentlich sicherer als in den ersten 20 Minuten. Bei einer Aktion musste sie sich jedoch geschlagen geben. Peterka spielte auf Stützle, der gekonnt in den Slot zog und zum 4:0 vollendete (34.).

Mitte des letzten Abschnitts kämpfte sich die Schweiz mit einem Doppelschlag innerhalb von 56 Sekunden ins Match zurück. Noah Delemont hieß der Torschütze zum 1:4 (50.). Ronny Dähler markierte das 2:4 (51.). Kurz vor dem Ende schien die endgültige Entscheidung gefallen, als Peterka seinen Hattrick mit einem Empty-Net-Goal zum 5:2 (58.) perfekt machte. Doch die Schlussphase wurde noch einmal richtig spannend.
Deutschlands Angreifer Justin Volek handelte sich eine Fünfminutenstrafe wegen eines Crosschecks ein. In Überzahl brachten die Schweizer ihren Gegner gehörig ins Schwitzen. Meier verkürzte auf 3:5 (59.) und Simon Knak gelang 24 Sekunden gar das 4:5. 17 Sekunden vor Schluss verhinderte der deutsche Schlussmann Florian Bugl mit einer Glanzparade den Ausgleich. Danach war Schluss.
Die Freude beim DEB-Team übers Weiterkommen kannte keine Grenzen. "Ich bin stolz auf unsere Mannschaft und das, was wir in den letzten Tagen geschafft haben. Wir haben uns das alles redlich verdient. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir am Anfang nur 14 Spieler zur Verfügung hatten. Ich kann es jetzt kaum erwarten, das Viertelfinale zu spielen", sagte ein erleichterter und glücklicher Tim Stützle im Anschluss an die Partie.
Den Schweizern dagegen stand die Enttäuschung über ihr Ausscheiden ins Gesicht geschrieben. "Wir haben insgesamt kein schlechtes Spiel gezeigt. Gerade in den ersten 20 Minuten hätten wir das ein oder andere Tor machen müssen. Dann lagen wir auf einmal 0:4 hinten. Da ist es natürlich schwer, noch einmal zurückzukommen. Aber am Ende haben wir Charakter gezeigt. Das ist ein gutes Signal für nächstes Jahr", analysierte Noah Delemont.
Das DEB-Team trifft als Dritter der Gruppe A am Samstag im Viertelfinale auf den Zweiten der Gruppe B. Gegner sind entweder die USA oder Russland, je nachdem wie das Duell zwischen Schweden und der USA am Donnerstag endet.

Finnland - Slowakei 6:0 (1:0/2:0/3:0)
Mit einem ungefährdeten 6:0 gegen die Slowakei hat Finnland den dritten Sieg im dritten Spiel des WM-Turniers gefeiert. Zu den herausragenden Akteuren beim Gewinner zählten Doppeltorschütze Samuel Helenius und Anton Lundell, der ein Tor erzielte und zwei Treffer vorbereitete.
Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase nutzten die Finnen einen kapitalen Schnitzer der Slowaken zur Führung. Martin Chromiak vertändelte die Scheibe in der eigenen Zone. Kasper Simontaival war zur Stelle und bediente Kapitän Lindell mit einem perfekten Pass, den dieser ohne Mühe zum 1:0 ins Tor lenkte (9.). In der Folge hatte Finnland zwei gute Gelegenheiten, den Vorsprung auszubauen, doch der gegnerische Verteidiger Andrei Golian klärte jeweils in letzter Sekunde. Die beste Chance der Slowakei vergab David Mudrak. Nach einem Konter in Unterzahl fand er in Finnlands Schlussmann Kari Piiroinen seinen Meister.

Im zweiten Durchgang schaltete Finnland einen Gang höher. Gegen das Forechecking und die Spielfreude der Skandinavier fanden die Slowaken kein probates Mittel. Der verdiente Lohn war das 2:0 durch Topi Niemala (27.). Wenig später erhöhten die Finnen unter gütiger Mithilfe ihres Kontrahenten auf 3:0 (30.). Simontaival scheiterte zunächst an Torwart Samuel Hlavaj, doch Verteidiger Oliver Turan drückte den Puck ins eigene Tor.
Im letzten Abschnitt sorgten die Finnen mit einem Doppelschlag endgültig für klare Verhältnisse. Zunächst markierte Santeri Hatakka mit einem satten Schuss über Hlavajs Schulter das 4:0 (47.). Helenius ließ das 5:0 folgen (48.). Der gleiche Spieler zeichnete mit seinem zweiten Treffer im Match für den 6:0-Endstand (54.) verantwortlich.

Nach der Partie zeigte sich Finnlands Angreifer Lundell hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Wir hatten ein gutes erstes Drittel und waren in den folgenden zwei Perioden sogar noch besser", meinte er. "Die Chemie hat gestimmt. Jeder hat für den anderen gearbeitet. Es läuft einfach bei uns im Moment."
Anders war die Gemütslage beim slowakischen Trainer Robert Petrovicky. "Der Gegner war uns in allen Belangen überlegen. Außerdem haben wir zu viele Strafzeiten kassiert. Wir sollten das Spiel so schnell wie möglich aus unseren Köpfen streichen", sagte er.
Trotz der Niederlage hat sich die Slowakei fürs Viertelfinale qualifiziert. Finnland kämpft am Donnerstag (Fr. 0 Uhr MEZ) im Spiel gegen Kanada um den Gruppensieg.
Russland - Schweden 4:3 n. V. (2:1/0:1/1:1/1:0)
Für Schweden ist eine stolze Serie bei U20-Weltmeisterschaften zu Ende gegangen. Nach 54 Siegen hintereinander in der Vorrunde mussten sie erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft unterlag in einem hochklassigen Spiel der Auswahl von Russland mit 3:4 n. V. Für die Entscheidung sorgte Marat. Er traf sechs Sekunden vor Ablauf der Overtime im Powerplay.

Beide Kontrahenten begegneten sich von Beginn an mit offenem Visier. Yegor Afanasiev brachte die Russen mit 1:0 nach vorne (7.). Doch Schweden zeigte sich von dem Rückstand keineswegs geschockt. Arvid Costmar besorgte den 1:1-Ausgleich (15.). Kurz vor Ablauf des ersten Drittels gelang Rodion Amirov das 2:1 (20.). Der einzige Treffer im mittleren Abschnitt ging auf das Konto von Schwedens Alexander Holtz (36.). Beim Stand von 2:2 wechselten beide Team ein weiteres Mal die Seiten.
Im letzten Durchgang der regulären Spielzeit legte Russland erneut vor. Kirill Kirsanov beförderte den Puck zum 3:2 ins Netz (50.). 60 Sekunden vor Ultimo rettete Noel Gunler die Schweden mit seinem Tor zum 3:3 (59.) in die Verlängerung. Dort bekamen sie jedoch von Khusnutdinov den K.o.-Schlag verpasst.