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Deutschland verliert gegen Russland 6-3

Deutschland unterlag Russland 6-3, zeigte aber nach einem 5-0 ein starkes Comeback; Rieder, Hager fraglich

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Die deutsche Mannschaft hielt jedoch gut dagegen, kam auch selbst zu Chancen. Aber es gab dann zwei wichtige Szenen, die nicht das deutsche Tor, sondern deutsche Stürmer betrafen. NHL Star Tobias Rieder verletzte sich zunächst bei einer Torchance, als ihm Teamkollege Brooks Macek auf das Knie fiel. Er spielte nach kurzer Pause zunächst weiter, verließ später aber das Spiel endgültig.

"Er ist ins Krankenhaus zum Röntgen, es schaut nicht gut aus. Es kann sein, dass die WM für ihn vorbei ist", sagte Trainer Marco Sturm nach dem Spiel. Es könnte für dieses Turnier das aus für Rieder sein.

Die deutsche Mannschaft hielt jedoch gut dagegen, kam auch selbst zu Chancen. Aber es gab dann zwei wichtige Szenen, die nicht das deutsche Tor, sondern deutsche Stürmer betrafen. NHL Star Tobias Rieder verletzte sich zunächst bei einer Torchance, als ihm Teamkollege Brooks Macek auf das Knie fiel. Er spielte nach kurzer Pause zunächst weiter, verließ später aber das Spiel endgültig.

"Er ist ins Krankenhaus zum Röntgen, es schaut nicht gut aus. Es kann sein, dass die WM für ihn vorbei ist", sagte Trainer Marco Sturm nach dem Spiel. Es könnte für dieses Turnier das aus für Rieder sein.

Die zweite Situation betraf Patrick Hager, der in den ersten zwei Spielen mit zwei Toren und einem Assist das Herzstück der deutschen Offensive war. Er befand sich im Zweikampf mit Sergei Mozyakin und zog ihm mit dem eigenen Knie von hinten die Beine weg. Mozyakin krachte mit dem Hinterkopf aufs Eis und kehrte nicht ins Spiel zurück. Hager bekam fünf Minuten plus Spieldauer, es bleibt zu erwarten ob er für weitere Spiele gesperrt wird.

"Hagi muss sich besser benehmen, er hat uns in Schwierigkeiten gebracht", sagte Sturm weiter.

Das war wohl die Szene, die der Mannschaft unter Bundestrainer Marco Sturm das Genick brach, denn in der folgenden Überzahl trafen die Russen gleich zwei Mal. Zunächst war es erneut Shipachyov, der Greiss nach 17:10 überwand, dann legte Sergei Plotnikov 65 Sekunden später nach. Im Rest des ersten Drittel kam nicht mehr viel von Deutschland.

Im zweiten Drittel übernahmen die Russen das Spiel dann über weite strecken vollständig, die Spieler um Kapitän Christian Ehrhoff konnten sich nur um Schadensbegrenzung bemühen. Dennoch traf zunächst Nikita Gusev in Überzahl, dann führte ein deutscher Fehlpass an der gegnerischen blauen Linie zu einem Alleingang von Nikita Kucherov, der mit einer feinen Bewegung vor Greiss per Rückhand auf 5-0 erhöhte.

Es sah nach einer ganz bitteren Klatsche für Schwarz-Rot-Gold aus, doch sie ließen im Schlussabschnitt die Köpfe nicht hängen. Sie starteten in Überzahl stark in das Drittel und zeigten echten Kampfgeist, waren im dritten Drittel mindestens ebenbürtig. Nach knapp sechs Minuten gab es dann den ersten Grund zu jubeln. Brooks Macek schob einen Nachschuss unter dem Schoner von Torwart Andrei Vasilevski hindurch über die Linie.

Philip Gogulla traf dann wenig später im Powerplay auch noch zum 2-5, als er Ehrhoffs Schuss abfälschte. Sollte man nochmal Hoffnung bekommen?

Die begrub dann erneut Kucherov, als er er auf 6-2 aufstockte. Dennoch kämpfte die deutsche Mannschaft weiter und blieb gut im Spiel. 50 Sekunden vor der Schlusssirene zeigte dann noch Nachwuchstalent Frederik Tiffels, zu was er im Stande ist. Er bekam von Marcus Kink einen Pass über Bande an die rote Linie, war schneller als alle Russen, schirmte den Puck stark gegen die Rettungsversuche der Abwehr ab und schloss durch Vasilevskis Beine zum 3-6 Endstand ab.

Zwar verlor man das Spiel, zeigte aber ein beeindruckendes Comeback und ein 6-3 gegen Russland ist definitiv kein Debakel. Das dritte Drittel, das Sturms Spieler 3-1 gewannen, mach auf jeden Fall Mut für die restlichen Spiele, gegen die vermeintlich schwachen Gegner, gegen die Man Punkten muss, um ins Viertelfinale einzuziehen. Die Bilanz nach dem Monsterpaket zu Beginn des Turniers kann sich sehen lassen. Drei Punkte gegen die USA, gute Phasen gegen Schweden und immerhin gegen Spielende ein erfolgreiches Spiel gegen die Sbornaja, auch wenn dabei keine Punkte heraussprangen. Bangen muss man jetzt um den Gesundheitszustand von Rieder, die Frage, ob Hager gesperrt wird und wie es Marcus Kink geht, der mit den Knien voran in die Bande gekracht war, aber nach kurzer Pause weiterspielen konnte.

Der nach Verletzung zurückgekehrte Kapitän Ehrhoff scheint die Niederlage nicht als Dämpfer, eher als Ansporn zu sehen. "Jetzt kommen die Spiele, die sehr wichtig für die Platzierung in der Gruppe sind. Gegen die Slowaken greifen wir mit vollem Elan und Selbstbewusstsein an."

Was sonst noch geschah:

Im Parallelspiel in Paris trafen Kanada und Weißrussland aufeinander. Die Kanadier fertigten Belarus mit einem 6-0 ab. Nate MacKinnon und Jeff Skinner kamen jeweils auf drei Punkte, Calvin Pickard konnte im Tor der Ahornblätter seinen ersten Shutout feiern.

Im Abendspiel in Köln konnte sich das junge Team der USA am Ende in einem schweren Spiel durchsetzen. Beim 4-3 Sieg gerieten sie drei Mal in Rückstand und glichen drei Mal aus, am Ende konnte dann JT Compher den Siegtreffer erzielen. Jake Eichel und Dylan Larkin machten je zwei Vorlagen, Johnny Gaudreau traf zwei Mal.

Im Parallelspiel in Paris zeigten sich die Finnen gegen Tschechien wieder auf wackligen Beinen. Nach einer 3-0 Führung verloren sie das Spiel nach Penaltyschießen noch 4-3. David Pastrnak machte ein Tor und eine Vorlage, Robin Hanzl verwandelte den einzigen Penalty.

Wie es weitergeht:

Für die deutsche Nationalmannschaft wird es jetzt leichte, die ganz großen Brocken sind aus dem Weg. Mit der Slowakei steht am Mittwoch ab 20:15 aber wieder kein leichter Gegner bevor.

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