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Deutschland unterliegt Dänemark nach Verlängerung

Rückschlag im Kampf ums WM-Viertelfinale - Stürmer verzweifeln am gegnerischen Goalie Dahm

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

KÖLN - Die Hoffnungen der deutschen Nationalmannschaft auf den Einzug ins Viertelfinale bei der IIHF Weltmeisterschaft haben einen Dämpfer erhalten. Am Freitag verlor das Team gegen Dänemark mit 2:3 nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer erzielte Peter Regin in der zweiten Minute der Overtime.

Deutschland startete mit viel Tempo in die Partie. Bereits nach 25 Sekunden hatte Fredrik Tiffels den ersten Treffer auf dem Schläger, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz. Nur wenige Augenblicke später zischte ein Schlagschuss von Christian Ehrhoff knapp am dänischen Gehäuse vorbei. Die Dänen taten sich in der Anfangsphase im Spielaufbau schwer und kamen nur selten gefährlich vor das von Danny aus den Birken gehütete Tor. Lediglich Nikolaj Ehlers und Mads Christensen hatten in der Anfangsphase nennenswerte Gelegenheiten.

In der 9. Minute ging Deutschland verdient mit 1:0 in Führung. Yasin Ehliz zog auf links von der blauen Linie ab. Dänemarks Schlussmann Sebastian Dahm konnte den Schuss mit dem Blocker nur nach oben abwehren. Patrick Reimer nahm den Abpraller volley aus der Luft und bugsierte die Scheibe ins Tor. NHL-Profi Dennis Seidenberg bekam ebenfalls einen Assist gutgeschrieben. Es war bereits seine sechste Vorlage im fünften Spiel des WM-Turniers.

Gerade einmal 1:17 später baute das Team von Bundestrainer Marco Sturm den Vorsprung aus. Yannic Seidenberg hatte sich an der rechten Bande durchgespielt und den Puck scharf mit der Rückhand an den Torraum der Dänen gepasst. Brooks Macek stand goldrichtig und vollendete ohne Mühe zum 2:0.

In der Folgezeit ließen die Deutschen etwas die Konsequenz in ihren Aktionen vermissen. Dadurch fanden die Dänen besser ins Spiel. In der deutschen Defensive stimmte vor allem die Zuordnung nicht mehr wie über weite Strecken des ersten Drittels. Folgerichtig gelang den Skandinaviern durch Fredrik Storm der Anschluss zum 1:2 (17.). 25 Sekunden später war der schöne Vorsprung der Deutschen komplett dahin. Morten Poulsen nutzte eine weitere Unstimmigkeit in der Abwehr zum 2:2-Ausgleich. "Wir haben in der eigenen Zone zu viel zugelassen und die Nachschüsse nicht ordentlich abgeräumt", sagte Torschütze Reimer selbstkritisch über die letzten Minuten des ersten Drittels.

Im zweiten Abschnitt erwischte Dänemark den besseren Start und machte mächtig Betrieb in der deutschen Zone, ohne sich jedoch zwingende Torchancen zu erarbeiten. Auf der Gegenseite war es Macek, der im Powerplay eine gute Gelegenheit ausließ (32.). Vier Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels musste die deutsche Mannschaft eine brenzlige Situation überstehen. Tiffels und Denis Reul saßen zur gleichen Zeit auf der Strafbank. Dank der starken Abwehrarbeit von Seidenberg, Ehrhoff und Gerrit Fauser überstand das deutsche Team diese 5-gegen-3-Überzahl der Dänen schadlos. So stand es nach 40 Minuten weiter 2:2. "Für meinen Geschmack ging es ein wenig zu viel hoch und runter im zweiten Drittel. Wir müssen uns wieder mehr in der Zone der Dänen festsetzen und weniger Turnovers zulassen", sagte Fauser beim Gang in die Kabine

Im letzten Drittel war Deutschland klar überlegen und besaß eine Reihe guter Möglichkeiten, das Match in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden. Doch Dahm wuchs an diesem Abend über sich. Mit spektakulären Saves, unter anderem gegen Philip Gogulla und Yannic Seidenberg, rette er sein Team in die Verlängerung. Dort hatten die Dänen das glücklichere Ende für sich. Nachdem die Deutschen zuvor einmal mehr an Dahm gescheitert waren, versenkte Regin den Puck im direkten Gegenzug auf Zuspiel von Ehlers zum entscheidenden 3:2 ins deutsche Tor (62.).

Marco Sturm trauerte im Anschluss an die Niederlage den vergebenen Chancen seines Teams nach und lobte den gegnerischen Schlussmann. Dennoch war er mit der Vorstellung seines Teams zufrieden. "Wir haben gut gespielt, wenn man von der einen Phase im ersten Drittel absieht, in der wir etwas geschlafen haben. Aber generell war die Leistung in Ordnung. Wir hatten genügend Chancen, das Spiel zu gewinnen", sagte er im Interview mit dem Fernsehsender Sport 1.

Mit sechs Punkten aus fünf Spielen liegt Deutschland in der Gruppe A auf Platz fünf und hat drei Zähler Rückstand auf den Viertplatzierten Lettland. Die Letten haben allerdings eine Partie weniger ausgetragen. Die deutsche Mannschaft muss ihre beiden noch ausstehenden Spiele gegen Italien am Samstag und Lettland am Dienstag unbedingt gewinnen. Dabei mithelfen sollen zwei weitere Spieler aus der NHL. Neben Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers stößt auch Goalie Philipp Grubauer von den Washington Capitals zum Team. Draisaitl könnte bereits gegen die Italiener auflaufen. "Er brennt, hier in Köln dabei zu sein", sagte Sturm. Grubauer soll nach Auskunft des Bundestrainers dagegen erst im letzten Gruppenspiel gegen die Letten zum Einsatz kommen.

Die weiteren Begegnungen vom Freitag:

In Nachmittagsspiel der Gruppe A siegten die Schweden mit 8:1 gegen Italien. John Klingberg schnürte dabei einen Doppelpack. In der Gruppe B schlug Tschechien die Mannschaft aus Slowenien mit 5:1. Gastgeber Frankreich bezwang Weißrussland mit 4:3 nach Penaltyschießen.

So geht es am Samstag weiter:

Insgesamt stehen sechs Begegnungen auf dem Spielplan. In der Gruppe A in Köln treffen mittags die USA auf Lettland. Am Nachmittag kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Russland und der Slowakei. Im Abendspiel hat es die deutsche Mannschaft mit Schlusslicht Italien zu tun. In der Gruppe B in Paris gibt es tagsüber die Partien Norwegen gegen Finnland und Slowenien gegen Weißrussland. Am Abend stehen sich Kanada und die Schweiz gegenüber.

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