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Jede Woche blickt NHL.com/de auf bemerkenswerte Leistungen der deutschsprachigen, bereits gedrafteten Spieler und sich abzeichnende Entwicklungen in der AHL, der ECHL und im Junioren-Eishockey zurück. In dieser Woche die Spiele vom 16.10. bis 22.10.22.

Die AHL ist in ihre erste Woche der neuen Saison 2022/23 gestartet. Dabei kamen auch drei Deutsche und zwei Schweizer zum Einsatz.

CHI@DET: Reichel schießt ein Tor im Ersten

Einen sehr guten ersten Eindruck hinterließ der deutsche Mittelstürmer Lukas Reichel, der den Cut für einen NHL-Platz bei den Chicago Blackhawks knapp verpasst hatte und dadurch bei den Rockford IceHogs in der AHL an den Start ging. Gleich in seinem ersten Saisonspiel, auswärts bei den Manitoba Moose (5:4-Sieg n. V.), sammelte der 20-jährige Center drei Scorerpunkte (ein Tor, zwei Assists, +3). Damit setzte sich der in Nürnberg geborene, in Rosenheim ausgebildete und bei den Eisbären Berlin zum Profi gereifte deutsche Nationalspieler direkt an die Spitze der teaminternen Scorerliste und steht nach zwei Spielen gleichauf mit Luke Philp (2-1-3) und David Gust (1-2-3). Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Blackhawks ihr im Jahr 2020 an 17. Stelle gedraftetes Talent nach Chicago berufen.
Bei den Manitoba Moose (Farmteam der Winnipeg Jets) stand Reichel dessen Landsmann und Verteidiger Leon Gawanke gegenüber, der im ersten Spiel gegen die IceHogs ein Tor erzielt hatte (1-0-1, +2) und den zweiten Vergleich mit Rockford tags darauf mit 4:0 gewonnen hatte (0-0-0, +2). Weil der 23-jährige Berliner auch in seinem dritten Spiel (5:2-Auswärtssieg bei den Chicago Wolves) eine positive Plus-Minus-Bilanz vorweisen konnte (0-0-0, +1), steht Gawanke ligaweit in dieser Statistik mit +5 auf einem geteilten dritten Rang. Der 1,86 Meter große und 90 Kilogramm schwere Rechtsschütze bringt alles mit, um auch in der NHL erfolgreich zu sein, wartet aber noch auf den Call-up zu den Jets, die ihn beim NHL Draft 2017 in der 5. Runde an insgesamt 136 Stelle ausgewählt und seinen Vertrag im zurückliegenden Sommer bis 2023 verlängert hatten. Dank seiner Offensivfreude und Torgefahr vertrat der Zwei-Wege-Verteidiger Deutschland bei den letzten zwei Weltmeisterschaften 2021 und 2022.

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Nach sieben Jahren in der DEL und zwei Back-to-Back-Meisterschaften mit den Eisbären Berlin schlug Kai Wissmann zur Saison 2022/23 ein neues Kapitel in seiner Karriere auf und unterzeichnete einen NHL-Vertrag bei den Boston Bruins (Laufzeit bis 2023). Bislang kam der 26-jährige Verteidiger bei den Providence Bruins in der AHL zum Einsatz und steuerte in drei Einsätzen zwei Assists bei (0-2-2, +2). Beide Vorlagen verbuchte der 1,94 Meter große und 94 Kilogramm schwere Rechtsschütze bei der 4:5-Heimniederlage n.V. gegen die Bridgeport Islanders, bei der das ungedraftete deutsche Talent auch drei Torschüsse abgab. Mit seinen physischen Voraussetzungen passt der in Villingen-Schwenningen geborene Wissmann eigentlich perfekt ins Konzept in Boston, muss sich angesichts der großen
Konkurrenz aber zunächst über die AHL beweisen und kann die Zeit nutzen, sich an die engere Eisfläche in Nordamerika zu gewöhnen. Nach einer starken WM mit Deutschland (acht Spiele, 2-5-7) hatte Wissmann die Bruins überzeugt, ihn zu verpflichten.
Der Schweizer Torwart Akira Schmid durfte bereits in der Vorsaison 2021/22 erste NHL-Luft bei den New Jersey Devils schnuppern (sechs Einsätze, 4,83 Gegentore/Spiel, 83,3 Prozent Fangquote) und startete die laufende Spielzeit beim Farmteam Utica Comets in der AHL. In bislang zwei Spielen kommt der 22-Jährige aus Bern auf einen Gegentorschnitt von 2,02 und eine Fangquote von 91,1 Prozent: Bei den Hershey Bears (1:3) landete der 1,95 Meter lange Linksfänger 20 Saves (90,9 Prozent Fangquote), gegen die Cleveland Monsters (3:2) waren es 23 Paraden (91,3 Prozent). Schmid wurde im Jahr 2018 in der 5. Runde an 136. Stelle von den Devils gedraftet.

Cleveland Monsters

Mit Tim Berni kam ein zweiter Schweizer in der ersten AHL-Woche zum Zug: Der 22-jährige Verteidiger aus Männedorf (Kanton Zürich) steht bei den Columbus Blue Jackets unter Vertrag, kam bislang aber lediglich auf einen Einsatz bei den Cleveland Monsters und verhalf seinen Farben zu einem 6:5-Heimsieg n. P. gegen die Syracuse Crunch (zwei Torschüsse). Der Schweizer Champion von 2018 mit den ZSC Lions wurde nach dem Titel beim NHL Draft 2018 in der 6. Runde an 159. Stelle von den Blue Jackets ausgewählt und spielt nun seine zweite Saison bei den Monsters in Cleveland. Für Columbus durfte der 1,83 Meter große und 82 Kilogramm schwere Linksschütze bislang noch nicht ran.
In den kanadischen Juniorenligen kamen zudem drei bereits in der NHL gedraftete Spieler zum Einsatz: Der 19-jährige Schweizer Brian Zanetti (2021 in der 4. Runde an 110. Stelle von den Phildadelphia Flyers gedraftet) steuerte einen Assist in neun Spielen für die Peterborough Petes (OHL) bei, die vom ehemaligen DEL-Coach Rob Wilson (Nürnberg Ice Tigers) trainiert werden. Ein starkes Jahr spielt der 18-jährige Österreicher Vinzenz Rohrer (2022 in der 3. Runde an 75. Stelle von den Montreal Canadiens gedraftet) für die Ottawa 67's (OHL) mit neun Scorerpunkten aus acht Spielen (3-6-9). Der 19-jährige Deutsche Håkon Hänelt (2021 in der 5. Runde an 151. Stelle von den Washington Capitals gedraftet) sammelte drei Assists in neun Partien (0-3-3) für die Gatineau Olympiques (QMJHL).