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Red Wings versprühen Hoffnung für die Zukunft

Nach vier Siegen in Folge trotz Verletzungspechs zeigt Detroit das Potenzial, das im Team steckt

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Je mehr Verletzte sie haben, desto stärker scheinen derzeit die Detroit Red Wings zu werden. Am Freitag gewannen sie in der Little Caesars Arena mit 4:0 gegen die New Jersey Devils und sind durch ihren vierten Sieg hintereinander die Mannschaft mit der derzeit längsten Siegesserie in der NHL. Diese Tatsache überrascht nicht nur wegen der prominenten Ausfälle wie Verteidiger Jonathan Ericsson und Center Frans Nielsen, sondern auch, weil die Red Wings bereits im dritten Jahr in Folge die Stanley Cup Playoffs verpassen werden.

Langsam in Vergessenheit, zumindest bei den jüngeren NHL-Fans, gerät dabei die glorreiche Zeit, die Detroit in den vergangenen 30 Jahren durchschritten hatte. Vor ihrer aktuellen Misere qualifizierten sich die Red Wings von 1991 an 25 Mal am Stück für die Playoffs und drangen in diesem Zeitraum in acht Jahren ins Conference Finale sowie sechs Mal ins Stanley Cup Finale vor. In vier Anläufen holten sie den Stanley Cup (1997, 1998, 2002 und 2008). Diese Zeiten wünschen sich die Fans der Original-Six-Franchise natürlich zurück, wenn sie ab Mitte April erneut Playoffs ohne ihre Lieblingsmannschaft verfolgen müssen.

Trotz dieser Enttäuschung könnten sie jedoch etwas Hoffnung schöpfen, angesichts der Tatsache, dass die Mannschaft sich nicht aufgegeben hat und bereits für die kommende Saison im übertragenen Sinne Pluspunkte sammeln möchte.

Video: NJD@DET: Athanasiou erzielt sein 30. Saisontor

"Wir haben die Saison noch nicht abgehakt", betonte Center Dylan Larkin, der einer der Hoffnungsträger auf eine bessere Zukunft ist. "Ich denke, es könnte als bedeutungsloses Eishockey gesehen werden, aber wir haben einige junge Spieler nach oben geholt und jeder weiß, wofür er spielt."

Andreas Athanasiou und Larkin sind die ersten Spieler der Red Wings seit der Saison 2008/09, die mindestens 30 Saisontore erzielt haben. Damals waren es so klangvolle Namen wie Marian Hossa (40), Johan Franzen (34), Pavel Datsyuk (32) und Henrik Zetterberg (31), die diese Marke erreichten und am Ende nur knapp in sieben Spielen im Stanley Cup Finale gegen die Pittsburgh Penguins an der Titelverteidigung scheiterten. Es war das letzte große Jahr von Detroit. Zehn Jahre ist das nun schon her.

Ein Name, der eng mit dieser vergangenen Erfolgsperiode in Verbindung steht, ist Chris Chelios. Der kompromisslose Verteidiger war zusammen mit dem Techniker Nicklas Lidstrom die Schaltzentrale der Red-Wings-Defensive von damals. Seit Freitag haben sie in Detroit wieder einen Chelios, nachdem Chris' Sohn Jake Chelios sein NHL-Debüt im bereits fortgeschrittenen Alter von 28 Jahren gab. Doch sollte er so lange spielen wie sein Vater, dann hat er trotzdem noch eine Karriere von 20 Jahren vor sich.

 

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"Ich denke, er hatte sich diese Chance verdient, nicht nur wegen seinen Leistungen in diesem Jahr in der AHL, sondern auch schon davor", verdeutlichte Trainer Jeff Blashill seine Entscheidung, Chelios auflaufen zu lassen. "Er spielt sehr konstant und hat seine Sache heute gut gemacht. Er hatte Spaß und das ist das Wichtigste, um locker zu sein."

Chelios, der 17:11 Minuten Eiszeit bekam und einen Plus-Minus-Wert von +1 verbuchte, war schon der neunte Spieler von Detroit, der in dieser Saison zu seiner NHL-Premiere kam. Es sind erstmals seit der Saison 2013/14 wieder so viele Neulinge von den Red Wings eingesetzt worden. In der gesamten NHL hatten nur die Devils in diesem Jahr gleich viele Debütanten.

Ein Wermutstropfen für die Gastgeber war, dass der stark haltende Torhüter Jonathan Bernier nach 21 Paraden in der zweiten Drittelpause mit einer Oberkörper-Verletzung in der Kabine bleiben musste. Jimmy Howard ersetzte ihn zwar mit sieben Saves perfekt und brachte die Partie ohne Gegentor über die Zeit, doch erneut ist das Lazarett der Red Wings größer geworden, da nicht klar war, ob Howard am Sonntag bei der schweren Aufgabe zu Hause gegen die Boston Bruins wieder zur Verfügung stehen würde.

Die Red Wings müssen bereits auf die Verteidiger Mike Green (Virus), Ericsson (Unterkörper) und Trevor Daley (Rücken) sowie die Stürmer Justin Abdelkader (Fuß), Thomas Vanek (mittlerer Körper), Michael Rasmussen (Oberkörper), Nielsen (Unterkörper), und Jacob de la Rose (Herzprobleme) verzichten.

Aber genau dieses Verletzungspech führt dazu, dass sich in dieser Phase neue und größtenteils junge Spieler, wie Chelios, Ryan Kuffner, Matt Puempel oder Dylan McIlrath auf NHL-Niveau präsentieren und Perspektiven für die Zukunft aufzeigen können. Trotz des ernüchternden 27. Platzes in Gesamtwertung mit 70 Punkten (30-38-10) ist dies ein Hoffnungsschimmer.

"Wir stehen in der Tabelle nicht da, wo wir hinwollten, aber ich bin der Meinung, dass sich jeder jetzt schon anstrengt, um im nächsten Jahr besser abzuschneiden", brach Athanasiou eine Lanze für das Team.

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