GER USA

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2021 in Riga zum dritten Mal hintereinander verloren. Trotz einer starken kämpferischen Leistung unterlag das Team von Bundestrainer Toni Söderholm am Montag den USA mit 0:2. So kommt es am morgigen Dienstag (19:15 Uhr, live auf Sport1) gegen WM-Gastgeber Lettland zu einem Endspiel um den vierten Platz in der Gruppe B und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale.

USA - Deutschland 2:0
Im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Finnland vom Samstag bot Söderholm einige neue Spieler auf. Im Tor stand Felix Brückmann. Die etatmäßige Nummer eins Mathias Niederberger bekam eine Ruhepause verordnet. Er saß deshalb nicht einmal als Backup auf der Bank. Angreifer Lukas Reichel war wieder fit, nachdem er wegen eines Checks gegen den Kopf im Spiel gegen Kasachstan ausgeschieden war und gegen die Finnen pausieren musste. Erstmals in die Mannschaft rückten Verteidiger Dominik Bitter und der nachnominierte Stürmer Dominik Kahun von den Edmonton Oilers.
Kahun hatte die beste Torchance der Deutschen in diesem Spiel. Mit einem Handgelenkschuss traf er bei einer 6-gegen-4-Überzahlsituation kurz vor Schluss den Außenpfosten. Es wäre der hochverdiente Ausgleich gegen die US-Amerikaner gewesen, die Ende des zweiten Drittels im Powerplay mit 1:0 in Führung gingen. Jason Robertson hatte Brückmann im Nachsetzen überwunden (38.). Kurz nach der Aktion von Kahun band die Vertretung der USA den Sack endgültig zu. Nach einem Scheibenverlust der Deutschen in der Angriffszone besorgte Colin Blackwell den 2:0-Endstand (60.).

Kahun war ein belebendes Element für die Offensive, auch wenn seine Bemühungen wie die seiner Teamkollegen nicht von Erfolg gekrönt waren. Der Münchner bildete zusammen mit Matthias Plachta und Markus Eisenschmid eine Sturmreihe. "Er ist mit sehr viel Energie reingekommen, war schnell unterwegs und hat die Scheibe gut bewegt in der Angriffszone. Was den Spielaufbau und das Tempo betrifft, hat er wie alle anderen eine starke Leistung abgeliefert", sagte der Bundestrainer über Kahun und dessen Einstand bei dieser WM.
Generell zeigte sich Söderholm angetan, wie seine Mannschaft gegen die USA agierte und bis zuletzt nicht aufsteckte. "Hut ab vor den Jungs. Das war ein sehr guter Auftritt. Leider haben sie am Ende nicht das gekriegt, was sie eigentlich verdient gehabt hätten", lautete sein Fazit.
Deutschland hatte deutlich mehr Spielanteile und darüber hinaus ein deutliches Plus bei den Torschüssen (33:15). Im Abschluss fehlte jedoch das nötige Quäntchen Glück, um das Defensivbollwerk der US-Amerikaner um Goalie Cal Petersen zu knacken.
Nach Ansicht von Kapitän Moritz Müller war das Match gegen die USA eines der besten Spiele des deutschen Teams während des Turniers. Das stimmt ihn positiv für den Showdown gegen die Letten. "Wenn wir morgen so spielen wie heute, wird das Glück schon kommen, wenn man überhaupt von Glück und Pech sprechen mag. Ich denke, dass wir unser Schicksal in der eigenen Hand haben", meinte er.
Bundestrainer Söderholm ist nach der Vorstellung gegen die USA nicht bange vor der entscheidenden Partie gegen Lettland am Dienstag. "Wir können sehr viel Selbstvertrauen aus der Partie von heute mitnehmen, auch wenn der Ausgang natürlich schmerzhaft war. Es gab viele positive Szenen und spielerisch gute Elemente. Schön für unsere Spieler ist sicherlich, dass morgen Zuschauer in der Halle sein werden", führte der Coach im Hinblick auf das letzte Spiel der Gruppenphase aus.
Die weiteren Spiele in Kürze:
Gruppe A
Tschechien - Dänemark 2:1 n. P.
Die Tschechen rannten lange Zeit einem frühen Rückstand durch einen Treffer von Nicklas Jensen (4.) hinterher. Trotz drückender Überlegenheit dauerte es bis ins letzte Drittel, ehe Dominik Kubalik der 1:1-Ausgleich gelang (46.). Als Turm in der Schlacht erwies sich Dänemarks Torhüter Sebastian Dahm, der insgesamt 37 Schüsse in der regulären Spielzeit und der Verlängerung parierte.
Die Entscheidung fiel in einem kuriosen und torreichen Penaltyschießen. Für Tschechien verwandelten Robin Hanzl, Jakub Vrana, Jan Kovar und Filip Chytil ihre Versuche. Für Dänemark waren Mathias Bau, Nicklas Jensen und Alexander True erfolgreich. Nicolai Mayer und Niklas Andersen scheiterten. Vor den letzten beiden Sololäufen hatten beide Teams ihre Torhüter gewechselt.
Russland - Schweden 3:2 n. P.
Die erste faustdicke Überraschung der IIHF-WM 2021 ist perfekt. Durch die Niederlage nach Penaltyschießen hat Schweden das Viertelfinale verpasst. Selbst wenn Tschechien die letzte Partie gegen die Slowakei in der regulären Spielzeit verlieren sollte, hätte die Mannschaft wegen des direkten Vergleichs mit den punktgleichen Schweden die Nase vorne und würden als Gruppenvierter durchs Ziel gehen.
Die Schweden lagen zunächst durch ein Tor von Jesper Froden mit 1:0 vorne (9.). In der Schlussphase drehte Russland auf und ging in der 53. Minute nach einem Doppelschlag innerhalb von 13 Sekunden durch Anton Slepyshev und Alexander Barbanov mit 2:1 in Führung. Victor Olofsson rettete die Schweden mit dem 2:2 (56.) in die Verlängerung. Nachdem in der Overtime keine Tore mehr fielen, musste der Sieger im Shootout ermittelt werden. Dort hatte Russland das bessere Ende für sich. Vladimir Tarasenko verwandelte den entscheidenden Penalty.
Gruppe B
Norwegen - Kasachstan 3:1
Die Norweger verabschiedeten sich mit einem Erfolg von der WM in Lettland. Nach dem 0:1 durch Dmitri Shevchenko (16.) fuhren die Skandinavier durch Treffer von Thomas Valkvae Olsen (28.), Stefan Espeland (42.) und Mathis Olimb (59.) noch den durchaus verdienten Sieg ein.