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Am 28. und 29. Juni 2023 findet der 61. NHL Draft statt. Gastgeber wird diesmal die Stadt Nashville sein. Langjährige Fans der Liga werden das womöglich für ein gutes Omen halten, wenn sie sich an die Tatsache erinnern, dass der NHL Draft 2003, also der vor genau 20 Jahren, ebenfalls dort stattgefunden hat. Dieser gilt bis heute als einer der bestbesetzten seiner Art. NHL.com/de erinnert deshalb heute noch einmal an einen Draft-Jahrgang, der die Liga über viele Jahre hinweg geprägt hat und dieser teilweise bis in die Gegenwart hinein noch seinen Stempel aufdrückt.

Ausgezeichnet hat sich der Jahrgang 2003 im Rückblick nicht nur durch eine immense Anzahl von hochkarätigen Talenten, sondern zudem auch durch eine ungewöhnlich hohe Summe an Erfolg bringenden Picks außerhalb der ersten Runde. Diese Tatsachen ermöglichten den Franchises die Hinzunahme von einer ungewöhnlich großen Anzahl von Spielern, die im weiteren Verlauf ihrer Karrieren zu echten Superstars der Liga wurden. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Patrice Bergeron (Nr. 45, Boston), Shea Weber (Nr. 49, Nashville) oder Dustin Byfuglien (Nr. 245, Chicago).

Sage und schreibe 29 von 30 Erstrundenpicks von einst schafften später den Sprung in die NHL. 13 von ihnen übertrafen die Marke von 300 Ligaspielen, immerhin neun wurden im weiteren Verlauf ihrer Karrieren zu All-Stars. Im Einzelnen betrachtet gelten die jeweils als erfolgversprechendes Talent gestarteten späteren Top-Stars wie Bergeron, Ryan Getzlaf, Marc-Andre Fleury, Brent Bruns, Weber und Joe Pavelski in den Augen vieler als sichere zukünftige Mitglieder der Eishockey Hall of Fame in Toronto.

Doch auch viele weitere Akteure entwickelten sich rasch zu Spielerpersönlichkeiten, die Eishockeyfans noch heute ein fester Begriff sein dürften. Zu nennen sind hier Größen wie Corey Perry, Corey Crawford, Ryan Suter, Jeff Carter, Mike Richards, Zach Parise, Dion Phaneuf, Byfuglien, der Österreicher Thomas Vanek, Dustin Brown, Ryan Kesler, David Backes, Loui Eriksson oder auch Nathan Horton.

Der punktbeste Spieler aus diesem Draft-Jahrgang ist Eric Staal, der es nach 1.365 Spielen der regulären Saison für die Carolina Hurricanes, New York Rangers, Minnesota Wild, Buffalo Sabres, Montreal Canadiens und Florida Panthers auf 1.063 Zähler in der NHL brachte und zuletzt mit den Panthers noch einmal im Stanley Cup Finale stand, wo er den Vegas Golden Knights mit 1:4 in der Best-of-7-Serie unterlag.

Wie besonders der Jahrgang 2003 war, das verdeutlicht auch die Tatsache, dass die Nashville Predators seinerzeit vier Spieler verpflichtet haben, die später alle einmal gemeinsam in der Starformation des Klubs stehen sollten. Wie der damalige General Manager der Predators David Poile kürzlich im Zusammenhang mit dem NHL Draft von 2023 noch einmal frisch in Erinnerung rief, war sein Team im Jahr 2003 in erster Linie darauf fixiert, den Abwehrverbund im Kader zu stärken.

Deshalb wählte Draft-Gastgeber Nashville seinerzeit Ryan Suter als Nummer 7. Mit der Nummer 37 der zweiten Runde wurde dann Kevin Klein geholt. Hinzu kam ein junger Mann namens Shea Weber an Position 49. Die Predators holten außerdem den Deutschen Alexander Sulzer ebenfalls in der dritten Runde (Position 92). Mit ihm, Suter, Klein und Weber hatten alle vier ausgewählten Defensivspezialisten bis zur Saison 2008/09 die NHL als Aktive erreicht. "Vier Verteidiger, die in einem Draft-Jahr gezogen wurden und gleichzeitig für das Team in der NHL spielen, das ist ziemlich einzigartig", bestätigte Poile stolz im Rückblick.

Zwei Drittel einer Abwehrformation in einer NHL-Mannschaft, die aus einem einzigen Draft-Jahrgang stammen, das ist in der Liga höchst ungewöhnlich und verdeutlicht die große Qualität, die diese Draft-Klasse auszeichnete. Und das ist nur eine von vielen bemerkenswerten Geschichten, die der NHL Draft 2003 schrieb.

Die Pittsburgh Penguins gewannen mit Torhüter Marc-Andre Fleury, ihrem Nummer-1-Pick aus 2003, im Verlaufe der Jahre drei Stanley Cups (2009, 2016 und 2017). Die Anaheim Ducks holten die späteren Franchise-Größen und Stanley Cup Sieger (2007) Ryan Getzlaf und Corey Perry in ihre Organisation und die Philadelphia Flyers sicherten sich die Dienste ihrer heutigen Legenden Jeff Carter und Mike Richards. Diese vier wurden übrigens alle außerhalb der Top 10 ausgewählt. Die Carolina Hurricanes schnappten sich mit ihrem Nummer-2-Pick Staal, einen 1.000-Punkte-Scorer und künftigen Stanley Cup Champion (2006).

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Der Jahrgang 2003 brachte des weiteren etliche Top-Torschützen wie Carter (Pick Nr. 11), Perry (Nr. 28), Zach Parise (Nr. 17), Vanek (Nr. 5) und Pavelski (Nr. 205) in die Liga. Er war zugleich die sportliche Geburtsstunde eines zukünftigen Vezina-Trophy-Gewinners wie Fleury, beinhaltete mit Perry einen gefeierten Playoff-MVP und mit Brent Burns (Nr. 20) einen späteren Norris-Trophy-Sieger.
Der Glücksgriff des Jahres aber gelang den Boston Bruins, die sich mit Bergeron in der zweiten Runde (Nummer 45) einen Spieler angelten, der zukünftig zu einem der besten Defensivstürmer in der Geschichte der NHL reifen sollte und (bisher) fünf Selke Trophies (2012, 2014, 2015, 2017 und 2022) dafür einheimsen sollte. Eine sechste Auszeichnung könnte in Kürze erfolgen.

Aus Sicht der Spieler aus dem DACH-Raum wird natürlich in erster Linie die Karriere von Vanek in Erinnerung bleiben. Der Torjäger absolvierte 1.029 Spiele der regulären Saison, erzielte dabei 373 Tore und 789 Punkte. Er ist damit bislang der erfolgreichste deutschsprachige NHL-Spieler aller Zeiten, dürfte in dieser Beziehung aber schon bald von Leon Draisaitl abgelöst werden. Hinzu kamen 69 Auftritte in den Stanley Cup Playoffs, in denen er weitere 21 Treffer verbuchen konnte. Vanek war zweimal fünftbester Torschütze der Liga (2006/07 und 2008/09) und wurde 2007 zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt.

Alle 52 Tore von Leon Draisaitl in dieser Saison

Der Jahrgang vom NHL Draft 2003 hatte rückblickend nicht den einen Superstar zu bieten, da kein ultimativer Punktesammler oder Torjäger der absoluten Spitzenklasse dabei war. Dafür war es diese enorme Breite an Talent, die ihn zu einem, wenn nicht sogar zu dem besten Draftjahrgang der Liga-Geschichte machte. Immerhin neun Spieler aus diesem Jahr haben die Marke von 1.200 Einsätzen in der Liga erreicht.

Viele Beteiligte werden darauf hoffen, dass die diesjährige Veranstaltung in der Bridgestone Arena, bei der unter anderem über die nahe Zukunft von Top-Talent Connor Bedard und weiteren verheißungsvollen Talenten entschieden werden wird, im Rückblick eine ähnlich erfolgreiche Geschichte sein wird, wie der NHL Draft 20 Jahre zuvor.