Auf ProSieben MAXX: Pastrnaks Hattrick, 60. Tor

Nicht auf die Suche nach Ostereiern sondern auf die Jagd nach Rekorden machten sich die Boston Bruins am Ostersonntag im Wells Fargo Center von Philadelphia, wo sie den Philadelphia Flyers einen Besuch abstatteten. Die Bruins entschieden das Gastspiel mit 5:3 für sich und untermauerten zum wiederholten Male, welche Ausnahmestellung sie dieses Jahr in der NHL einnehmen.

24 Stunden nach ihrem 2:1-Erfolg gegen die New Jersey Devils, bei dem sie die NHL-Bestmarke der Detroit Red Wings (1995/96) und Tampa Bay Lightning (2018/19) von 62 Siegen in einer regulären Saison einstellten, setzten sie noch einen drauf und sind nun alleiniger NHL-Rekordhalter. Zum Matchwinner ihres jüngsten Triumphes avancierte David Pastrnak, der an vier ihrer fünf Tore beteiligt war.
"Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass es eine Menge Spaß gemacht hat. Es macht Spaß, besonders mit der Gruppe, die wir hier haben. Wir wussten natürlich, was auf dem Spiel steht, und es ist definitiv etwas Besonderes, in einem Spiel wie diesem zu treffen. Wir haben heute Geschichte geschrieben", freute sich der Tscheche über sein 4-Punkte-Spiel und den 63. Saisonsieg.
Er richtete den Blick aber auch nach vorne: "Wir konzentrieren uns jeden Tag darauf, von Spiel zu Spiel besser zu werden und uns auf die Playoffs vorzubereiten.

BOS@PHI: Pastrnak erzielt das Führungstor

Natürlich ist der Rekord erstaunlich, aber wir bauen auf etwas Größeres als den NHL-Rekord hin. Das ist unser Fokus."
Nachdem es zur ersten Pause durch zwei frühe Tore von Charlie Coyle für Boston und Wade Allison für Philadelphia noch 1:1-Unentschieden gestanden hatte, legten die Bruins im Mittelabschnitt noch einen Zahn zu und hatten mit Pastrnak einen Vollstrecker par excellence in ihren Reihen. Der 26-jährige Tscheche schoss seine Bruins mit 3:1 in Front und stand nun bei 59 Saisontoren und 299 in seiner NHL-Karriere. Die 60 und 300 voll, machte der treffsichere Flügelstürmer nach 39 Sekunden im Schlussdrittel beim Stande von 3:2. Verteidiger Hampus Lindholm fing in der eigenen Zone einen Fehlpass der Flyers ab und bediente Pastrnak, der nach Doppelpass mit Tyler Bertuzzi trocken zum 4:2 abschloss.
"Es ist einfach, wenn man ihm den Puck zuspielt. Er hatte heute Abend das Gespür. Es ist eine starke Leistung von ihm. Er ist in diesem Jahr ein großartiger Spieler für dieses Team. Es ist schön zu sehen, dass er es geschafft hat", so Torvorbereiter Bertuzzi.
Mit dem Treffer zu seinem 15. NHL-Hattrick erreichte Pastrnak gleich zwei persönliche Meilensteine. Er ist nach Connor McDavid (64 Tore) von den Edmonton Oilers der zweite Spieler in dieser Saison, der die 60-Tore-Marke erreichte. Zum ersten Mal seit der Saison 1995/96 (Mario Lemieux 69 Tore, Jaromir Jagr 62 Tore) und zum erst neunten Mal nach 1992/93 (5), 1989/90 (2), 1988/89 (3), 1985/86 (2), 1984/85 (2), 1982/83 (3), 1981/82 (3) in der über 100-jährigen NHL-Geschichte gelangen mindestens zwei Spielern 60 Tore in einer Spielzeit.
Da capo Pastrnak! Er ist der erste Spieler der Bruins mit mindestens 60 Saisontoren seit der NHL-Legende Phil Esposito mit 61 Toren in der Saison 1974/75.

BOS@PHI: Pastrnak versenkt Onetimer zum 59. Saisontor

Pastrnak verdankt es seinem Teamkollegen Brad Marchand, dass er 60 Tore für möglich hielt.
"'Marchy' sagte mir vor vielen, vielen Jahren, als ich jung war: 'Du musst immer zehn Tore mehr anstreben, als du glaubst, dass du erreichen kannst'. Also habe ich mir die 60 zum Ziel gesetzt. Ich habe nicht wirklich gedacht, dass ich dies erreichen würde", verriet Pastrnak.
Einhergehend mit dem Torhunger des aus Havirov stammenden Stürmers, ziehen die Bruins von Erfolg zu Erfolg. Keinen Abbruch tat dies, dass sie mit Stürmer Patrice Bergeron, den Verteidigern Charlie McAvoy und Dmitry Orlov sowie mit Torwart Linus Ullmark auf vier verletzte Spieler nicht zurückgreifen konnten. Auch Stürmer Taylor Hall, der erst am Samstag sein Debüt nach einer Verletzungspause gegeben hatte, wurde vorsichtshalber nicht eingesetzt. Mittlerweile sind die Bruins seit sechs Spielen ungeschlagen und führen mit 131 Punkten (63-12-5), einem Vorsprung von 22 Punkten auf die Carolina Hurricanes (50-20-9), souverän die Liga an.
"Für unsere Mannschaft bedeutet es, dass alles, woran wir glauben, prozessorientiert ist, im Moment bleiben, sich umeinander zu kümmern, einander zu respektieren und hart füreinander zu spielen, ich denke, das Wort Team wird durch diese Gruppe verkörpert", erklärte Bostons Trainer Jim Montgomery.
131 Saison-Punkte erreichten vor den Bruins in der NHL-Historie nur die Montreal Canadiens (60-8-12, 132 Punkte) in der Saison 1976/77 und die Red Wings 1995/96 (62-13-7, 131 Punkte). Ihre zwei letzten Saisonpartien bestreitet das Team von Montgomery am Dienstag gegen die Washington Capitals im heimischen TD Garden (7:00 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 01:00 Uhr MESZ) und am Donnerstag in der frankokanadischen Metropole Montreal (7:00 p.m. ET; NHL.tv; Fr. 01:00 Uhr MESZ).

BOS@PHI: Bruins stellen mit 63. Sieg Bestwert auf