Ist dies nun endgültig das Ende seiner NHL-Laufbahn, das Ende einer Legende, ja einer ganzen Ära in der besten Liga der Welt? Abschließend lässt sich diese Frage noch nicht beantworten, denn es ist nicht das erste Mal, dass das Ende seiner Karriere vermutet wurde. 2008 nahm er erstmals seinen Abschied aus der Liga und stellte sich drei Spielzeiten lang in die Dienste von Avangard Omsk in der russischen KHL. Dort verzeichnete er in 155 Spielen 66 Tore und 145 Punkte.
Nach seinem Aufenthalt in Russland kehrte Jagr 2011 jedoch wieder zurück nach Nordamerika und spielte die nächsten Jahre für die Philadelphia Flyers, Dallas Stars, Boston Bruins, New Jersey Devils und Florida Panthers. Im vergangenen Sommer standen erneut Fragezeichen hinter dem Superstar. Die Panthers verlängerten seinen Vertrag nicht und auch von anderen Teams kamen keine Angebote. Jagr war bereits wieder in seiner Heimat, um für Kladno anzutreten, seinen Ausbildungsverein, dessen Eigentümer er auch ist.
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Doch die Calgary Flames wollten den Marathonmann in ihren Reihen haben und so wechselte er erneut auf die andere Seite des Atlantik. Trotz seiner Hartnäckigkeit könnte dieses Mal aber tatsächlich sein letzter Einsatz in der NHL hinter ihm liegen. Jagr wird am 15. Februar 46 und litt diese Saison unter einer hartnäckigen Verletzung. Doch auch wenn er seine Karriere in der NHL nicht fortsetzt, hat er nicht nur die Liga sondern den gesamten Sport geprägt, wie kaum ein anderer Akteur.
In 1921 Spielen sammelte Jagr 766 Tore und 1921 Punkte, alleine damit steht er schon im Olymp des Eishockeys. Nur Wayne Gretzky erzielte mehr Punkte, nur Gretzky und Gordie Howe liegen nach Toren vor ihm. Er liegt in beinahe jeder Statistik unter den besten zehn Spielern der hundertjährigen NHL-Geschichte, sowohl was die reguläre Saison, als auch die Playoffs angeht.
Die unglaubliche Erfolgsgeschichte, die aus einem Film stammen könnte, den man als übertrieben und realitätsfern abtun würde, begann 1975 in Böhmen, als der kleine Jaromir im Alter von nur drei Jahren erstmals auf Kufen stand. Nur zwei Jahre später fing er an, gefördert von seinem Vater Jaromir Senior, ein strenges Trainingsprogramm zu verfolgen und im Nachwuchs von Kladno zu spielen. Schnell war klar, dass das Wunderkind gegen gleichaltrige Spieler geradezu lächerlich unterfordert war. Daher drängte der ältere Jaromir darauf, dass sein Sohn gegen Kinder antritt, die bis zu vier Jahre älter waren.