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Pittsburgh gegen Washington in Top-Form

Im ewig jungen Duell der alten Rivalen präsentierten sich die Penguins motiviert wie in besten Zeiten

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die Spiele zwischen den Pittsburgh Penguins und den Washington Capitals sind schon seit über einem Jahrzehnt etwas ganz Besonderes. Im Laufe der Zeit hat sich zwischen beiden Organisationen eine Rivalität ausgebildet. 

Seit dem Stanley Cup-Sieg im Jahr 2018 begegnen die Capitals dem Titelträger der Jahre 2016 und 2017, der ihnen unter anderem auf dem Weg dahin schmerzliche Niederlagen in den Stanley Cup Playoffs zugefügt hatte, neuerdings mit einem anderen, einem gestiegenen Selbstbewusstsein. 

Am Mittwochabend stellten beide Mannschaften ihre von gegenseitiger Abneigung geprägten Konkurrenzsituation noch einmal auf eine neue Ebene. Beim knappen 2:1-Sieg der Penguins in der Capital One Arena in der US-Hauptstadt beendeten die Pinguine zugleich die jüngsten Erfolgsserien von Alex Ovechkin, der in den vergangenen Tagen nach Belieben gepunktet hatte. Damit war es im Duell gegen die Penguins vorbei. 

Die Gäste bewiesen, dass mit ihnen trotz des mäßigen Saisonstarts in diesem Jahr erneut zu rechnen sein dürfte, wenn es darauf ankommt. Erstmals nach zuvor fünf doppelten Punktgewinnen hintereinander verließen die Capitals das Eis als Verlierer. 

Vielleicht deutlich ärgerlicher im sporthistorischen Zusammenhang: Es rissen die beiden persönlichen Erfolgsserien von Capitals-Kapitän Ovechkin. Zum ersten Mal seit sieben Spielen traf dieser in einer NHL-Begegnung nicht und erstmals seit 15 Partien gab es für ihn keinen Scorerpunkt. Damit endete die Karrierebestleistung des Routiniers. Nie zuvor hatte der Russe so regelmäßig hintereinander Punkte zum Teamerfolg beigesteuert. 

Capitals-Trainer Todd Reirden trug es mit Fassung: "Es war ein hart umkämpftes Spiel von beiden Seiten. Wir wussten, dass es ein großer Kampf und ein intensives Spiel werden würde. Viele Spieler haben den Preis dafür gezahlt, haben Schüsse geblockt und Checks eingesteckt, um Spielzüge zu ermöglichen. Am Ende waren wir leider nicht auf der Seite der Gewinner."

Ausgerechnet der Superstar auf der anderen Seite, Pittsburghs Sidney Crosby, glänzte mit einem Tor und einer Vorlage. Auch Torhüter Matt Murray wusste mit 31 Rettungstaten zu überzeugen.

Video: PIT@WSH: Crosby trifft nach einem Schuss von Malkin

Während die Erfolgsserien der Capitals ein jähes Ende fanden, verbesserte sich der Ex-Champion auf eine Bilanz von 6-2-1 aus den jüngsten neun Spielen. "Wenn du in solchen Spielen gegen Rivalen spielst, dann wird die Emotionalität auf ein neues Niveau gehoben. Meiner Erfahrung nach ist Sidney Crosby in solchen Situationen immer am besten", lobte Trainer Mike Sullivan die Leistung seines Teamkapitäns in diesem Zusammenhang ausdrücklich. 

Das Tor von Lars Eller und die 28 Paraden von Torhüter Braden Holtby reichten nicht für einen Punktgewinn der Gastgeber. Am Einsatz von Ovechkin lag es nicht, dass es keinen Grund zur Freude für ihn und seine Mannschaftskollegen gab. In 25:14 Minuten Eiszeit gab er 14 Torschüsse ab. Immerhin fünf von ihnen kamen auf den Kasten. Das Netz fanden sie aber nicht.

 

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"In den Spielen gegen sie geht es immer besonders zur Sache", fasste auch Capitals-Verteidiger John Carlson den Abend treffend zusammen. "Es ärgert mich extrem, dass wir diesmal den Kürzeren gezogen haben. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Leistung grundsätzlich gut genug war, um heute zu punkten." 

Dass es in der Tat sehr knapp war, das belegt nicht nur das reine Ergebnis. Die Hausherren grämten sich nach dem Spielende lange über ihre vergebenen Chancen. Die Klarste vergab Evgeny Kuznetsov im dritten Drittel unglücklich. Sein Schuss in der 47. Spielminute knallte an den Pfosten und wurde dann von Riley Sheahan aus der Gefahrenzone befördert. Murray war in dieser Situation schon geschlagen, die Penguins in diesen Augenblicken mit dem Glück des Tüchtigen im Bunde.

Wenige Minuten später galt es für die Gäste eine nächste Gefahrensituation zu überstehen, als ein weiterer Versuch des Angreifers von Marcus Pettersson spektakulär im Fallen von der Torlinie gekratzt wurde. 

Wie viel Glück in diesen Szenen mit im Spiel war, dessen war sich Pettersson hinterher bewusst: "Ich stand glücklicher Weise dort und konnte aushelfen, nachdem der Puck bei Murray trotz der guten Aktion durchgerutscht war."

Längst vergessen war zu diesem Zeitpunkt die Tatsache, dass die Capitals in der siebten Minute des Mitteldrittels sogar zunächst in Führung gegangen waren. Eller war der Schütze der vielumjubelten Führung. 

Doch die Freude darüber währte nicht lange. Crosbys Ausgleich fiel keine drei Minuten später. Komplett gedreht war das Spiel kurz vor Ende des Mitteldrittels. Bryan Rust zeichnete für die Führung verantwortlich. 

Video: PIT@WSH: Rust stochert die Scheibe rein

"Es war extrem knapp heute", bilanzierte Holtby. "Wir hatten in einigen Szenen wirklich Pech, aber so ist das eben manchmal."

Deutlich positiver fiel das Fazit auf der Gegenseite aus. Crosby frohlockte nach dem gelungenen Auswärtssieg regelrecht. "Diese intensiven und emotionalen Spiele liegen uns. Jetzt müssen wir aber rasch einen Haken hinter dieses Spiel machen. Die nächsten Aufgaben warten schon. Auch da müssen wir dann mit einer vergleichbaren Intensität und Aggressivität zu Werke gehen, wenn wir dann wieder siegen wollen."

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