Hurricanes mit OT-Sieg in Spiel 5 weiter

Die harte Nuss der Sorte Carolina Hurricanes war für die New Jersey Devils nicht zu knacken. Nach dem 2:3 n.V. am Donnerstag in Spiel 5 der zweiten Runde schied die Vertretung aus Newark aus den Stanley Cup Playoffs 2023 aus. In den fünf Duellen mit dem Kontrahenten aus Raleigh gab es lediglich einen Sieg für die Devils. NHL.com/de hat sich mit den Ursachen für das vorzeitige Postseason-Ende der Mannschaft um Kapitän Nico Hischier beschäftigt und nennt Gründe, weshalb sie trotzdem nicht verzagen muss.

Dem Gegner in mehreren Kategorien nicht ebenbürtig

New Jersey war dem Gegner aus Carolina in mehreren Kategorien nicht ebenbürtig. Vor allem die Offensive der Hurricanes erwies sich für die Defensive der Devils als mindestens eine Nummer zu groß. 12:24 lautete das Torverhältnis nach den fünf Begegnungen aus Sicht von New Jersey. Das entspricht einem Gegentorschnitt von 4,80. Ausschlaggebend für diesen äußerst dürftigen Wert waren in erster Linie die 1:5-Pleite in Spiel 1 sowie die beiden 1:6-Schlappen in Spiel 2 und Spiel 4. Selbst beim einzigen Triumph, dem 8:4 in Spiel 3, wirkte die Abwehr keineswegs sattelfest.

Fehlende Sicherheit in der Serie gegen die Hurricanes war nicht nur bei den Defensivspielern, sondern auch bei den Torhütern Akira Schmid und Vitek Vanecek erkennbar. Nachdem Schmid in der Runde zuvor gegen die New York Rangers seinen Teamkollegen nach zwei Spielen als Starter verdrängt hatte und mit tollkühnen Paraden und zwei Shutouts zum Helden avancierte, geriet er gegen Carolina frühzeitig ins Straucheln. Der Berner begann die zwei ersten Partien der Serie, wurde aber beide Male im Verlauf des Matches gegen Vanecek ausgetauscht. In Spiel 4 wiederholte sich das Ganze unter umgekehrten Vorzeichen. In Spiel 5 rechtfertigte Schmid seine erneute Nominierung von Anfang an und parierte 39 Schüsse bis zum bitteren Gegentor in der Overtime.

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Inwieweit das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel die Verunsicherung der Goalies verstärkt hat, lässt sich von außen schwer beurteilen. Diese Frage sollte jedoch Gegenstand der internen Playoff-Analyse bei den Devils sein.

Neben den Abwehrschwächen machte sich die im Vergleich mit Carolina deutlich geringere Playoff-Erfahrung von New Jersey bemerkbar. In der Overtime von Spiel 5 bekamen die Devils diesen Nachteil in einer Situation ganz besonders zu spüren. Jonas Siegenthaler leistete sich einen Lapsus und bekam eine Zweiminutenstrafe wegen Spielverzögerung aufgebrummt. Das nutzten die ausgebufften Hurricanes eiskalt zum entscheidenden Schlag durch Jesper Fast.

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Für New Jersey war es die erste Teilnahme an der Postseason seit 2018 gewesen. Die Hurricanes standen dagegen zum fünften Mal in Folge in der Endrunde. 2019 hatten sie sogar das Eastern Conference Finale erreicht (0:4 in der Serie gegen die Boston Bruins). Dort sind die Hurricanes nun erneut vertreten.

Zu wünschen übrig ließ außerdem das Powerplay der Devils. Nur zwei von zwölf Gelegenheiten münzten sie in einen Treffer um, was einer Erfolgsquote von 16,7 Prozent entsprach. Das ist zu wenig, um sich mit Hilfe des Überzahlspiels ein Momentum zu verschaffen.

Schweizer Quartett mit ordentlichen Vorstellungen

Das Schweizer Quartett in Reihen der Devils mit Hischier, Timo Meier, Siegenthaler und Schmid bot in den zwei Playoff-Runden insgesamt gesehen ordentliche Leistungen. Hischier brachte es auf sieben Punkte (ein Tor, sechs Assists) in zwölf Einsätzen und belegte damit in der teaminternen Scorerwertung einen geteilten zweiten Platz. Der Walliser war der einzige Akteur aus der Riege der Eidgenossen, der alle Spiele in der Endrunde bestritt. Meier kam auf vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists) aus elf Auftritten und blieb mit dieser Ausbeute zweifellos hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück, die sich mit seiner Verpflichtung von den San Jose Sharks vor der NHL Trade Deadline verbanden. Aber der Herisauer hatte zwischendurch immer wieder mit Blessuren zu kämpfen.

Blueliner Siegenthaler lief ebenfalls elfmal auf und hatte drei Punkte (ein Tor, zwei Assists) sowie eine Plus-Minus-Bilanz von -3 vorzuweisen. Mit 20:48 Minuten Eiszeit im Schnitt leistete der Zürcher das dritthöchste Arbeitspensum nach John Marino (22:42) und Dougie Hamilton (20:52) ab. Für Schlussmann Schmid waren neun Spiele, ein Gegentorschnitt von 2,35 pro Partie und eine Fangquote von 92,1 Prozent registriert.

Gründe für Optimismus

Zu Trübsal besteht für die Devils trotz des Ausscheidens kein Anlass. Die Zukunft ist nämlich vielversprechend. Mit Trainer Lindy Ruff steht ein erfahrener Trainer an der Bande, unter dessen Regie die Mannschaft in diesem Jahr nach Punkten (112) die erfolgreichste reguläre Saison in der Franchise-Geschichte hingelegt hat. Er kommt an bei seinen Schützlingen mit seiner manchmal knorrigen, aber doch immer zugänglichen Art.

Innerhalb des Teams stimmen die Chemie und die Mischung zwischen Jung und Alt ebenso. Hinzu kommt, dass sich am Korsett in der neuen Saison nichts ändern wird. Die Schlüsselspieler Hischier, Jack Hughes, Ondrej Palat, Marino, Hamilton und Siegenthaler stehen allesamt noch längerfristig unter Vertrag.

Auf MySports: Hischiers Torpremiere in den Playoffs

Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob die Angreifer Meier (Restricted Free Agent) und Erik Haula (Unrestricted Free Agent) weiter das Devils-Trikot tragen. Sollten sie bleiben, wäre New Jersey für die kommende Spielzeit optimal aufgestellt. Zumal mit den Verteidigern Luke Hughes und Simon Nemec sowie Angreifer Alexander Holtz einige vielversprechende Talente mit den Hufen scharren und sich einen Stammplatz erkämpfen wollen.