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Die Boston Bruins verloren ihre Serie der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2023 in der Eastern Conference am Sonntag im TD Garden mit einer 3:4-Heimniederlage nach Verlängerung in Spiel 7 gegen die Florida Panthers. Nach einer Saison voller Rekorde galten die Bruins als klarer Favorit auf den Stanley Cup, erlagen aber dem Fluch der Presidents' Trophy. NHL.com/de analysiert die Gründe für das Aus der Bruins.

Ausgang der Serie lässt Bruins sprachlos zurück

Als Carter Verhaeghe am Sonntag in der 69. Minute einen Schuss unter die Latte platzierte, während Matthew Tkachuk Bostons Torwart Jeremy Swayman die Sicht nahm, stürmte Floridas Spielerbank jubelnd aufs Eis. Die Spieler der Bruins standen und saßen hingegen fassungslos, sprachlos und geschockt vor ihrem Publikum.

"Das tut weh", gab Kapitän Patrice Bergeron zu. "Aber so ist es gelaufen. Man arbeitet hart, kämpft die ganze Saison. Das ist sehr bitter."

Die Bruins stellten in der regulären Saison mit 135 Punkten und 65 Siegen Rekorde auf. Mit 2,12 Gegentreffern pro Spiel stellten sie die beste Abwehr, mit 3,67 Toren pro Spiel die beste Offensive, mit 87,3 Prozent Erfolgsquote die beste Unterzahlformation. Doch all diese Statistiken und Bestleistungen verloren in den Playoffs ihre Bedeutung.

"Das ist wirklich schwierig", suchte Bergeron weiter nach den richtigen Worten. "Das ist natürlich nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht hatten und wir sind extrem enttäuscht. Besonders mit der Mannschaft, die wir hatten. Das war nicht, was wir erwartet hatten."

BOS@BUF: Bergeron trifft früh im 1. Drittel

Dabei schien die Serie zunächst gut zu laufen. Die Bruins gewannen drei der ersten vier Spiele und hatten drei Matchbälle, um die Panthers aus dem Rennen zu werfen. Spiel fünf brachte aber mit einer 3:4-Niederlage nach Verlängerung die Wende. Florida fand einen Weg sich von 2,75 Toren pro Spiel in den ersten vier Begegnungen auf fünf Tore pro Spiel in den letzten drei Partien zu steigern. Die Offensive der Bruins verzeichnete gleichzeitig einen leichten Rückgang von vier Toren auf 3,67 Tore. Aufgrund ihrer Torflut gewannen die Panthers unerwartet drei Spiele in Folge.

"Wie es ausgegangen ist, ist egal. Die Saison ist vorbei", äußerte sich Bostons Trainer Jim Montgomery. "Im Moment kommen mir nur die Worte Enttäuschung und Verwirrung in den Sinn."

Die Panthers bewiesen mit zwei Siegen in der Verlängerung nicht nur, dass sie viele Tore schießen können, sondern auch, dass sie im richtigen Moment die Nervenstärke besitzen, sich das entscheidende Tor zu erarbeiten.

"Es ist ein enges Spiel", erklärte Bruins-Stürmer Brad Marchand. "Ich hatte Spiel fünf ein paar Sekunden vor dem Ende auf der Schaufel. Ich habe meine Chance nicht genutzt und sie nutzen ihre Möglichkeiten. Sie haben stärker dagegengehalten, mehr gekämpft."

Die Serie wurde für die Bruins auch dadurch nicht leichter, dass sie alle 16 Teams der Playoffs mit 139 Strafminuten anführten. Allein fünf ihrer Gegentore kassierten sie in Unterzahl, darunter das dritte Tor bei der 3:4-Niederlage in Spiel fünf, den 5:5-Ausgleich beim 5:7 in Spiel sechs und das 0:1 in Spiel sieben.

"Um ehrlich zu sein, war Florida heute einfach das bessere Team", zog Montgomery sein Fazit nach der letzten Partie. Bergeron fügte hinzu: "Sie verdienen alle Anerkennung. Sie haben es geschafft. Sie haben die Tore geschossen, als sie sie brauchten. Da gibt es keine Entschuldigung. Ich suche keine Ausreden. Sie haben ihren Job erledigt. Sie kommen weiter."

Sky Sport Spiel 7 Zusammenfassung: FLA 4, BOS 3 F/OT

Schwierige Verhandlungen und dünner Prospect-Pool

Vor General Manager Don Sweeney liegt ein schwieriger Sommer. Zahlreiche Verträge laufen aus, darunter das Engagement der Kernspieler Bergeron und David Krejci. Bergeron wird zudem von einem Bandscheibenvorfall geplagt und wollte sich nicht darauf festlegen, ob er seine Karriere fortsetzt.

Eine Verstärkung durch eigene Prospects wäre eine komfortable Lösung. Da die Bruins in den vergangenen Jahren aber immer in den Playoffs standen und die reguläre Saison meist auf den vorderen Plätzen abschlossen, kamen sie im NHL Draft spät zum Zug und hatten wenig Möglichkeit sich Spitzentalente zu angeln.

Drei Namen, die man sich im Nachwuchs der Bruins sicherlich merken sollte, sind Fabian Lysell (NHL Draft 2021, 1. Runde, Nr. 21), Mason Lohrei (2020, 2. Runde, Nr. 58) und Matthew Poitras (2022, 2. Runde, Nr. 54). Lysell erzielte diese Saison in der American Hockey League 37 Punkte (14 Tore, 23 Assists) für die Providence Bruins und könnte Bostons Angriff bereits kommende Saison verstärken. Lohrei ist ein 1,93-Meter-Abwehrhüne und überzeugte für die Ohio State University mit 32 Zählern (4 Tore, 28 Assists) auch in der Offensive. Poitras ist mit 19 Jahren der jüngste der drei, hat aber vielleicht das höchste Potenzial. In der Ontario Hockey League erzielte der schnelle, intelligente und bissige Center 95 Punkte (16 Tore, 79 Assists) für Guelph Storm.