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Die Colorado Avalanche war alleine aufgrund des Gewinns der Presidents‘ Trophy als bestes Team der regulären Saison 2025/26 der automatische Top-Favorit auf den Gewinn des Stanley Cup. Doch im Western Conference Finale erlebte die Mannschaft aus Denver ein böses Erwachen und wurde von den Vegas Golden Knights gesweept (0:4 in der Best-of-7-Serie).

„Wir haben alle vier Spiele verloren, das ist hart und enttäuschend. Gesweept zu werden, macht die Sache noch schlimmer“, sagte Verteidiger Josh Manson. 

„Es fühlt sich wie eine Verschwendung an“, so Stürmer Logan O’Connor. „Nach 82 Spielen hat man das Gefühl, ein Team zu haben, das etwas Besonderes erreichen kann. Und für uns gilt letztendlich das, was wir schon im Training Camp festgelegt haben: Entweder der Stanley Cup oder gar nichts. Wir sind weit hinter diesem Ziel zurückgeblieben.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und den Colorado Avalanche

Die Gründe für das Aus

Der offensichtlichste Grund sind die Verletzungen gleich mehrerer Leistungsträger: Offensivverteidiger Cale Makar verpasste die Spiele 1 und 2. Nummer-1-Center Nathan MacKinnon war nach einem geblockten Schuss Mitte von Spiel 3 schwer angeschlagen.  Power Forward Valeri Nichushkin schied in Spiel 3 früh aus und fehlte komplett in Spiel 4. Diesen personellen Aderlass konnte die Avalanche nicht auffangen.

Sehr schwer wog, dass Colorado nicht gut mit Führungen umging. In Spiel 2 setzte es eine 1:3-Niederlage trotz eines 1:0-Vorsprungs. In Spiel 3 wurde eine 3:0-Führung nach dem ersten Drittel aus der Hand gegeben - am Ende hieß es 3:5.

„Wir haben die Spiele 2 und 3 aus der Hand gegeben“, haderte O’Connor. „Das war absolut untypisch für unsere Mannschaft, vor allem in zwei aufeinanderfolgenden Spielen.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und den Colorado Avalanche

„Wenn man zurückblickt, dann gab es Phasen, in denen wir zu unserem Spiel gefunden haben. Das Problem war, dass wir Wege gefunden haben, Spiele zu verlieren“, rang Kapitän Gabriel Landeskog nach einer Erklärung. „In der regulären Saison sowie in der Ersten und Zweiten Runde der Playoffs war das noch genau das Gegenteil. Auch wenn wir nicht unser bestes Spiel gebracht haben, konnten wir Wege finden, zu gewinnen. Ein gutes Hockey-Team wie die Golden Knights lassen dich für deine Fehler bezahlen.“

Verteidiger Devon Toews (0-3-3, -3) tat sich ohne Nebenmann Makar (0-0-0) sichtlich schwer. Sam Malinski (0-0-0, -4), der für Makar in der ersten Reihe einsprang, war mit dieser Rolle überfordert. Abgesehen von Kapitän Gabriel Landeskog (3-0-3) kam von der ersten Reihe mit MacKinnon (0-2-2, -2) und Martin Necas (0-2-2, -3) zu wenig. Stürmer wie Brock Nelson (0-0-0, -4), Artturi Lehkonen (0-0-0, -1), Nicolas Roy (0-0-0, -5) und O’Connor (0-0-0, -3) tauchten komplett ab und blieben allesamt ohne einen einzigen Scorerpunkt.

„Kein einziger Spieler war gut genug, wirklich kein einziger in der ganzen Serie“, legte O’Connor den Finger in die Wunde.

Überhaupt blieb die zuvor gefürchtete Avalanche-Offensive angesichts von durchschnittlich 1,75 Toren/Spiel im Western Conference Finale blass. Gleiches gilt für das Powerplay (10 Prozent). Das Überzahl-Spiel war schon in der regulären Saison Colorados Achillesferse gewesen (17,1 Prozent) und blieb auch in der Ersten Runde der Playoffs (9,1 Prozent gegen die Los Angeles Kings) blass. 

In Golden Knights-Goalie Carter Hart (2,22 Gegentore/Spiel, 92,4 Prozent Fangquote) fand die Avalanche ihren Meister. Hinzu kam, dass Colorado mit dem harten Checking-Game von Vegas kaum zurecht kam. 130 Checks ließen die Golden Knights in vier Spielen auf die Avalanche einprasseln. 

„Ich glaube, es liegt an ihrem Checking-Game, und ich fand, dass Carter Hart zeitweise eine unglaubliche Serie hingelegt hat“, so Avalanche-Trainer Jared Bednar. „Ihre Mannschaft hat es uns extrem schwer gemacht, gute Torchancen zu kreieren, und wenn wir es doch geschafft haben, hat er die Pucks gehalten.“

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Schlüsselspieler wie MacKinnon (30 Jahre alt, Vertrag bis 2031), Landeskog (33, bis 2029), Necas (27, bis 2034), Nichushkin (31, bis 2030), Nelson (34, bis 2028), Nazem Kadri (35, bis 2029) und Toews (32, bis 2031) stehen noch langfristig unter Vertrag; Makar (27, bis 2027), Lehkonen (30, bis 2027) und Roy (29, bis 2027) zumindest noch in er kommenden Saison 2026/27. Colorado wird also voraussichtich auf denselben Kern bauen.

MIN@COL, GM 5: MacKinnon findet eine Lücke und gleicht spät zum 3:3 aus

„Das hoffe ich natürlich und ich glaube daran“, sagt Landeskog. „Es tut weh. Aber ich bin trotzdem stolz auf die Jungs hier. Es war ein verdammt hartes Jahr, aber wir kommen wieder…“

Die Möglichkeit für einen Umbau in der Defensive hat General Manager Chris MacFarland insbesondere in der Abwehr, wo mit Jack Ahcan (29), Nick Blankenburg (28), Brent Burns (41) und Brett Kulak (32) gleich vier Verträge von kommenden Unrestricted Free Agents auslaufen.

Eine Blutauffrischung würde der Avalanche trotzdem guttun. Beim AHL-Farmteam Colorado Eagles, die in den Calder Cup Playoffs ebenfalls bis ins Western Conference Finale vorgerückt sind, spielen sich Talente wie Ivan Ivan (23), T.J. Hughes (24), Gavin Brindley (21), Sean Behrens (23) und Matthew DiMarsico (22) in den Fokus. Mit Ilya Nabokov (23) könnte bald auch ein Torwart-Talent den Konkurrenzkampf erhöhen.

Die Grundlagen sind in Colorado vorhanden, was eine berauschende Hauptrunde eindrucksvoll hinterlegt hat. Mit etwas mehr Glück in Sachen Verletzungen hätte für die Avalanche weit mehr gehen können. Entsprechend dürfte das Team aus Denver auch 2026/27 zum ultimativen Favoritenkreis zählen.

„Der Hunger ist da“, betont O’Connor. „Natürlich müssen wir einen Neuanfang wagen. In der Sommerpause müssen wir uns wirklich Gedanken machen, und jeder muss besser zurückkommen. In dieser Liga ist nichts garantiert, und es wird wieder ein langer Weg werden, aber in dieser Mannschaft herrscht großes Vertrauen in das Talent und die Leute, die wir haben. Aber letztendlich müssen wir einfach alle, bis auf den letzten Mann, viel besser sein.“

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