BUF 6, PHI 3

In den letzten Wochen hatten sich die Philadelphia Flyers noch einmal aufgebäumt und in sieben Spielen in Folge gepunktet (5-0-2). Am Samstagabend aber setzte es eine 3:6-Niederlage gegen die Buffalo Sabres, was die Elimination aus dem Playoff-Rennen bedeutete. Philadelphia verpasst somit zum dritten Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs. NHL.com/de analysiert die Gründe des Scheiterns.

Zu wenig Torgefahr und andere Probleme
Auch unter dem neuen Trainer John Tortorella setzte in der "City of Brotherly Love" noch keine Trendwende ein. Zwar brachte der neue Coach die Defensive einigermaßen in den Griff, doch waren klare Mängel in der Offensive, bei den Special Teams und im Goaltending erkennbar.
Die Flyers stellten mit nur 2,71 Toren pro Spiel die viertschlechteste Offensive in der NHL. Kein einziger Spieler erzielte mehr als 30 Tore, nur zwei Spieler überquerten die Marke von 50 Scorerpunkten (Travis Konecny, 28-27-55; Kevin Hayes 17-36-53). Auch von der blauen Linie entfachte Philadelphia zu wenig Torgefahr: Nur 32 Treffer sowie 142 Punkte von Verteidigern bedeuten jeweils den sechsschlechtesten Wert der Liga.

PHI@CGY: Konecny zeigt beim 1:0 seine Schnelligkeit

Schmerzlich vermisst wurde Assistenz-Kapitän und Stürmer Sean Couturier, der sich im Oktober einer zweiten Rücken-OP unterziehen musste und seit dem 19. Dezember 2021 kein Spiel mehr bestreiten konnte. Er ist damit genauso ohne Saison-Einsatz wie Verteidiger Ryan Ellis, der ebenfalls wegen einer Rücken-Verletzung seit dem 14. November 2021 nicht mehr spielen konnte. Ihm droht sogar das Karriereende. Hinzu kamen weitere längere Ausfälle der Angreifer Konecny (absolvierte nur 53 Spiele) und James van Riemsdyk (54 Spiele). Auch die Abwehrspieler Rasmus Ristolainen (68 Spiele) und Tony DeAngelo (68 Spiele) mussten kürzertreten.

PHI@CGY: Konecny zeigt beim 1:0 seine Schnelligkeit

Hinzu kamen schwache Special Teams: Die Flyers stellten mit 16,1 Prozent Erfolgsquote das zweitschlechteste Powerplay in der NHL und hatten mit 75,1 Prozent im Penalty Killing das achtschlechteste Unterzahlspiel. Zu wenige Schüsse (29,1 pro Partie, Rang 26) und eine schwache Quote im Faceoff-Kreis (45,8 Prozent gewonnene Bullys, Platz 29) waren ebenfalls keine Hilfe für eine erfolgreichere Saison.
Das galt übrigens auch für die Torhüter: Starter Carter Hart (90,9 Prozent Fangquote) strahlte zu wenig Sicherheit aus und wurde von seinen beiden schwedischen Backups Felix Sandstrom (88,2 Prozent) und Samuel Ersson (89,8 Prozent) kaum herausgefordert.
Schwächephasen im November und Februar
Auch schien Philadelphia am Ende der Spiele die Luft auszugehen. So hatten die Flyers nur drei Comeback-Siege im dritten Drittel in der gesamten Saison. Nur die Calgary Flames haben hier einen schlechteren Wert (1). Nach der regulären Spielzeit, also nach 60 Minuten, konnte Philadelphia nur drei von 16 Partien gewinnen (18,8 Prozent), was einen Liga-Negativwert darstellt. Insbesondere die Overtime-Statistik war ernüchternd (ein Sieg, zwölf Niederlagen, 7,7 Prozent Siegquote).
Probleme hatten die Flyers auch innerhalb ihrer eigenen Staffel: Gegen Konkurrenten aus der Metropolitan Division konnte Philadelphia nur sechs Vergleiche gewinnen (6-11-6). Viel zu wenig, um einen der Top-3-Plätze zu erreichen, doch auch die Wildcard-Ränge gerieten angesichts einen 16-22-8-Bilanz in der Eastern Conference in weite Ferne.
Die Weichen für ein Saisonende nach der Hauptrunde wurden wohl schon in einem schwachen November gestellt: In diesem Monat verloren die Flyers zehn Spiele in Serie (0-7-3) mit 20:44 Toren und verheerend-schwachen Special Teams (6,9 Prozent im Powerplay; 59,3 Prozent im Penalty Killing). In dieser Phase sprach auch Tortorella Klartext, ging hart mit seiner Mannschaft ins Gericht und blaffte markige Worte wie "We Suck!" (deutsch: "Wir sind miserabel") in die Mikrofone. Eine niederschmetternde Schwächephase erlebten die Flyers auch nochmal im Februar mit nur zwei Siegen aus zehn Spielen in diesem Monat (2-7-1, 18:40 Tore).
Ein Schweizer im Talentepool
Was Philadelphia Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht, ist, dass die jungen Spieler wie Verteidiger Cam York (22) oder Stürmer wie Joel Farabee (23) und Morgan Frost (23) noch nicht am Ende ihrer Entwicklung stehen und eine Menge Steigerungspotenzial mitbringen.

PHI@BUF: Farabee mit seinem neunten Saisontor

Erste Schritte in der NHL gingen in dieser Saison bereits die Angreifer Tyson Foerster (21) und Elliot Desnoyers (21), die beide in der AHL überzeugen konnten.
Zum Talentepool zählen mit Cutter Gauthier (19, Draft 2022, 1. Runde, 5. Stelle), Devin Kaplan (19, Draft 2022, 3. Runde, 69. Stelle) und Samu Tuomaala (20, Draft 2021, 2. Runde, 46. Stelle) auch noch drei vielversprechende Stürmer.
Noch ein wenig brauchen wird der Schweizer Verteidiger Brian Zanetti (20, Draft 2021, 4. Runde, 110. Stelle), der bisher in der Juniorenliga OHL aktiv war und in der kommenden Saison in der Heimat für die SCL Tigers die Schlittschuhe schnüren wird.