Bürde der schwachen ersten Saisonhälfte war zu groß
Für viele galten die Blackhawks im Hinblick auf eine K.o.-Runden-Teilnahme bereits zu Saisonbeginn im vergangenen Herbst als großer Außenseiter. Im Umfeld des Klubs rechneten nur die wenigsten mit einem Einzug in die Stanley Cup Playoffs 2023. Doch die erste Saisonhälfte misslang dem Team dermaßen, dass ungewöhnlich schnell klar wurde, dass eine Qualifikation tatsächlich nur ein unerfüllter Traum bleiben würde.
Nach der jüngsten Niederlage in Arizona, die auch die letzten theoretischen Chancen auf einen Einzug in die Playoffs eliminierte, haben die Blackhawks eine Saisonstatistik von 24-39-6. Mit den daraus resultierenden 54 Punkten liegt Chicago in der Central Division auf Rang acht. Ligaweit belegt die Mannschaft den 30. Rang unter den 32 Kontrahenten. Damit konnte sich die Truppe von Coach Luke Richardson zuletzt tabellarisch leicht verbessern. Zur Halbzeit der Hauptrunde rangierte der Stanley Cup Champion der Jahre 2010, 2013 und 2015 auf dem letzten Platz in der NHL.
Nach 41 Spielen konnten die Blackhawks lediglich auf 26 Punkte verweisen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kellerkinder hinter den Blue Jackets (27 Punkte), den Ducks (28) und den Coyotes (31) die wenigsten Punkte auf dem Konto. Zwei Kontrahenten konnten im weiteren Saisonverlauf noch überholt werden. Zu mehr reichte es bisher aber nicht, sodass das vorzeitige Aus im Playoff-Rennen schon länger zu erwarten war. Die Bürde des schwachen Starts erwies sich im Rückblick schlicht als zu groß, um sich in der Tabelle noch weiter in Richtung der Wildcard-Plätze zu bewegen.
Zwar stabilisierte sich die Mannschaft zuletzt etwas, doch drei Siege aus den vergangenen zehn Begegnungen (3-6-1) waren zu wenig, um die theoretischen Hoffnungen auf die Playoffs länger aufrechtzuerhalten.
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Verletzungspech wurde ein steter Begleiter
Erschwert wurde das Unterfangen einer erfolgreichen Aufholjagd nach dem schwachen Start in die Saison zudem durch die Tatsache, dass der Kader mit erheblichen Ausfällen zu kämpfen hatte. Center Jonathan Toews bestritt sein letztes Saisonspiel am 28. Januar gegen die Edmonton Oilers. Er wurde zum 7. Februar auf die Verletztenliste gesetzt. Der 34-Jährige leidet schon länger an Post-COVID-19-Symptomen, die es ihm unmöglich machen, in der Liga zu spielen.
Ein weiterer Spieler, der derzeit nicht zur Verfügung steht, ist Cole Guttman, der in dieser Spielzeit erfolgreich sein NHL-Debüt gab. Er konnte nach dem 11. März nicht mehr eingesetzt werden und muss sich in diesen Tagen einer Schulteroperation unterziehen, die die Saison für ihn beenden wird. Er hatte zuvor 14 Spiele für das im Umbau befindliche Team bestritten, in denen er vier Tore erzielte und zwei Assists gab.
Reese Johnson befindet sich seit dem 25. Februar aufgrund einer Gehirnerschütterung auf der Verletztenliste. Der Spieler hat seit dem 19. Februar nicht mehr gespielt und zuvor in der NHL-Saison 2022/23 für die Chicago Blackhawks in 46 Spielen vier Tore erzielt.
Colin Blackwell hatte sich im Spiel gegen die Ducks am 27. Februar eine Leistenzerrung zugezogen, die ihn an weiteren Einsätzen hinderte. Das Ausmaß seiner Verletzung ist nach wie vor unklar. Auch Verteidiger Andreas Englund und Flügelstürmer Anders Bjork stehen derzeit nicht zur Verfügung. Mit einem solchermaßen ausgedünnten Kader ist es naturgemäß schwer, sich erfolgreich weiterzuentwickeln und in der Tabelle weiter nach oben zu klettern.
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Abgang von Legende Kane zur Trade Deadline
Als die Blackhawks-Legenden Patrick Kane und Toews im Dezember 2022 ihr 1.000. gemeinsames NHL-Spiel bestritten, war allen Beteiligten wohl insgeheim schon klar, was in den kommenden Monaten folgen könnte. Nachdem beide prägende Gesichter der großen Erfolgsphase des Klubs waren, trennten sich ihre Wege zur NHL Trade Deadline vor wenigen Wochen. Kane zog es zu den New York Rangers, wo er in diesem Frühjahr einen nächsten Anlauf auf den Gewinn eines Stanley Cups nehmen will. Toews hingegen blieb in Chicago und erwägt nach Medienberichten derzeit sogar ein mögliches Karriereende nach dem Hauptrundenfinale im April. Für die Fans der Blackhawks war diese Entwicklung ein weiterer emotionaler Nackenschlag, der die große Ära der Blackhawks, mit drei Meisterschaften, endgültig beendete.