Roope Hintz #24, Mikko Rantanen #96 and Jake Oettinger #29 of the Dallas Stars celebrate a victory over the Edmonton Oilers after the game at Rogers Place on March 26, 2025, in Edmonton, Alberta, Canada. (Photo by Andy Devlin/NHLI via Getty Images)

Vor dem Start der NHL Preseason 2025/26 am 20. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Dallas Stars

Stars-Torhüter Jake Oettinger gab dieser Tage einen interessanten Einblick in seine Gefühlswelt und legte dabei zugleich die Marschroute für die nahe Zukunft in Dallas fest. „Ich habe noch nie den Stanley Cup gewonnen. Von daher endete jede NHL-Saison meines Lebens mit einer Enttäuschung. Aber ich habe mich davon nicht entmutigen lassen, sondern daraus gelernt und bin jedes Mal besser geworden“, sagte er. Wichtig sei, dass man sich für den enormen Aufwand irgendwann belohne – sei es nächstes Jahr oder in fünf Jahren – und den ersehnten Cup-Sieg unter Dach und Fach bringe.

In den vergangenen Jahren spielten die Stars in den Stanley Cup Playoffs stets eine gute Rolle. Sie verpassten es jedoch stets, den letzten Schritt zu machen. Zuletzt scheiterten sie dreimal in Folge in der Endspielserie der Western Conference. 2023 bissen sie sich an den Vegas Golden Knights die Zähne aus. 2024 und 2025 zogen sie jeweils gegen die Edmonton Oilers den Kürzeren. Das jüngste Aus kostete Trainer Peter DeBoer den Job. Nach dessen drei vergeblichen Versuchen, das Stanley Cup Finale zu erreichen, trauten ihm die Verantwortlichen der Stars um General Manager Jim Nill nicht mehr zu, den Bock umzustoßen und setzten auf frische Impulse.

Neuer Mann an der Bande ist Glen Gulutzan. Er hat eine Stars-Vergangenheit. Von 2011 bis 2013 stand er bereits einmal als Chefcoach an der Bande von Dallas. In den zurückliegenden sieben Jahren fungierte er als Assistenztrainer bei den Oilers.

Gulutzan besitzt eine klare Vorstellung, was er am Auftreten seiner Mannschaft ändern möchte. „Wir müssen während der gesamten regulären Saison mit mehr Körpereinsatz spielen. Wenn man das in den 82 Spielen nicht tut, ist es schwer, in Partie 83 den Schalter umzulegen“, sagte er bei seiner offiziellen Präsentation durch die Klubleitung. „Wir haben hier einige gute Spieler. Aber es ist nötig, mehr Wert auf das physische Element zu legen. Das gilt besonders für das Forechecking. Dies bildet die Grundlage, damit wir besser vorbereitet in die Playoffs gehen können.“

Um diesen Aspekt des Spiels zu stärken, holten die Stars den Center Radek Faksa zurück. Er war der einzige prominente Neuzugang während des Transfersommers. Nach neun Jahren in Dallas hatte sich Faksa zur Saison 2024/25 den St. Louis Blues angeschlossen. Nun folgte die Rolle rückwärts. „Wir haben Radek in der abgelaufenen Spielzeit vermisst“, räumte GM Nill ein. „Er besitzt eine beeindruckende Statur, arbeitet gut im Spiel nach hinten und ist ein herausragender Penalty-Killer und Bully-Spieler. Diese Qualitäten von ihm hätten wir in den Playoffs gut gebrauchen können.“

Schaue die besten Tore der Stars in der Saison 2024/25 an

Positiv für die Stars sollte es sich zudem auswirken, dass Verteidiger Miro Heiskanen seine Verletzung aus der Vorsaison zu 100 Prozent auskuriert hat. „Alles ist im grünen Bereich“, ließ der Blueliner im Vorfeld der in zwei Wochen beginnenden Preseason wissen. Nach einer Knieoperation im Februar kehrte er für die letzten acht Playoff-Spiele zurück, war jedoch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Gespannt sind alle auf die erste volle Saison von Mikko Rantanen im Stars-Trikot. Der Stürmer wechselte vor der NHL Trade Deadline 2025 von den Carolina Hurricanes nach Texas. Der Rechtsaußen bildete zusammen mit Linksaußen Jason Robertson und Center Roope Hintz die erfolgreiche Topreihe von Dallas. Das Trio dürfte den Kontrahenten in der neuen Saison erneut eine Menge Kopfzerbrechen bereiten. Mit Matt Duchene, Wyatt Johnston und Kapitän Jamie Benn verfügt das Team über weitere Angreifer, die für 70, 80 Scorerpunkte gut sind.

Ebenfalls vor der ersten kompletten Spielzeit bei den Stars steht Verteidiger Lian Bichsel. Der Schweizer feierte am 12. Dezember 2024 sein NHL-Debüt und machte sich im weiteren Verlauf der Saison unverzichtbar. Der 21-jährige Oltner passt hervorragend zum Spielstil, den der neue Coach Gulutzan in Dallas etablieren will. Mit 155 Hits aus gerade einmal 38 Einsätzen führte er das Check-Ranking der Stars am Saisonende an. Gleiches galt für die 75 Hits aus seinen 18 Partien in den Playoffs. Bichsel wird in der kommenden Saison voraussichtlich mit Nils Lundqvist das dritte Defensivpaar bilden.

In der Spitze haben die Stars im Kader über den Sommer nichts an Substanz eingebüßt und mit Faksa sogar dazugewonnen. Unklar ist jedoch, ob die Tiefe unter den Abgängen der Stürmer Mikael Granlund (zu den Anaheim Ducks), Mason Marchment (Seattle Kraken), Evgenii Dadonov (New Jersey Devils) sowie der Verteidiger Cody Ceci (Los Angeles Kings) und Matt Dumba (Pittsburgh Penguins) leiden wird. Die Preseason und die ersten Wochen der neuen Saison werden darüber sicherlich Aufschluss geben.

Voraussichtliche Aufstellung

Jason Robertson – Roope Hintz – Mikko Rantanen
Matt Duchene – Wyatt Johnston – Tyler Seguin
Jamie Benn – Sam Steel – Mavrik Bourque
Oskar Back – Radek Faksa – Colin Blackwell
Esa Lindell – Miro Heiskanen
Thomas Harley – Ilya Lyubushkin
Lian Bichsel – Nils Lundqvist
Jake Oettinger
Casey DeSmith

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Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Justin Hryckowian (C) – Dem 24 Jahre alten Center traut man in Dallas eine große Zukunft zu. „Er ist ein außergewöhnlicher Zwei-Wege-Center und verfügt über einen ausgeprägten Eishockey-Sinn. Er ist variabel einsetzbar und zeigt kaum noch Schwächen“, lobte ihn Sportdirektor Rich Peverley. In der vergangenen NHL-Saison durfte Hryckowian erstmals NHL-Luft schnuppern. Er kam auf fünf Einsätze und einen Assist. Im AHL-Farmteam Texas Stars trumpfte er mit 60 Punkten (22 Tore, 38 Assists) in 68 Begegnungen auf. Der Stürmer wird sicherlich weitere Chancen im NHL-Team bekommen, selbst wenn es zu Saisonbeginn vielleicht noch nicht für einen Stammplatz reicht.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Im Grunde können die Stars nicht hinter das zurück, was sie in den letzten drei Jahren erreicht haben, sprich das Conference Finale im Westen. Und wenn es nach Schlussmann Oettinger geht, soll endlich der nächste Schritt vollzogen werden. Ob es tatsächlich für den Titelgewinn reicht, hängt aber von vielen Faktoren ab, die sich nicht planen lassen. Sollten die Leistungsträger diesmal alle gesund bleiben und die Mannschaft ein wenig mehr Glück in den entscheidenden Spielen haben als in der jüngsten Vergangenheit, liegt der Cup-Sieg durchaus im Bereich des Möglichen.

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