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Für die Dallas Stars begann das Stanley Cup Finale wie gewünscht, doch nach dem 4:1-Erfolg in Spiel 1 folgten zwei Niederlagen gegen die Tampa Bay Lightning. Bei den beiden verlorenen Partien hatten die Stars immer mit einem Rückstand nach dem ersten Abschnitt zu kämpfen.

Den schwachen Start konnten sie weder bei der 2:3-Niederlage in spiel 2, noch beim 2:5 am Mittwoch im dritten Vergleich wettmachen. Während Tampa Bay volle 60 Minuten konzentriert spielte und die sich bietenden Chancen nutzte, schaffte es Dallas in den beiden vergangenen Begegnungen nicht das gesamte Spiel konstant zu sein.
Keine Zeit für schwache Phasen
In den Finalsüpielen entscheiden oft Nuancen über Sieg oder Niederlage. Den Stars, die in den Western Conference Finals gegen die Vegas Golden Knights alle ihre vier Siege mit nur einem Treffer Unterschied einfahren konnten, sollte das durchaus bewusst sein.
Umso erstaunlicher ist es, dass sich das Team von Rick Bowness in den Spielen 2 und 3 jeweils mindestens ein Drittel nicht voll konzentriert zeigte. "Unsere Effizient und unser Fokus auf Details muss von Beginn an besser sein", wusste Joe Pavelski um die Schwächen bei den beiden Niederlagen. "Wir müssen uns auch darauf konzentrieren zusammenzuarbeiten und uns nicht auseinanderziehen zu lassen."

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Nach einem durchschnittlichen ersten Abschnitt in Spiel 3 folgte ein schwaches Mitteldrittel. "So wie wir aus der Kabine gekommen sind, hat mir unser erstes Drittel gefallen", fasste Pavelski die ersten 20 Minuten zusammen. "Wir hatten viel Energie. Sie haben ein bisschen von unseren Puckverlusten profitiert. Das sollte unser Spiel vom ersten zum zweiten Drittel nicht so verändern, wie es das getan hat."
Auch Trainer Rick Bowness sah einen guten Start seines Teams, der nicht belohnt wurde. "Im ersten Drittel haben wir viele Chancen generiert, aber manchmal kannst du einfach nur den Hut vor dem gegnerischen Torwart ziehen. Er hat, besonders im Powerplay, viele gute Paraden gezeigt."
Bereits nach den ersten 20 Minuten lagen die Stars mit 1:2 zurück, doch der Mittelabschnitt war der Genickbruch. Bereits 54 Sekunden nach dem Eröffnungsbully zum zweiten Drittel stellte Victor Hedman auf 3:1. Zwei weitere Treffer folgten und entschieden das Spiel.
Für Pavelski ist die Aufgabenstellung klar. "Jetzt geht es darum zu unserem Spiel zurückzufinden", blickte der Veteran voraus und stellte direkt im Anschluss fest, dass das "für eine längere Phase" notwendig sein wird. "Wir haben noch nicht das Level erreicht, dass wir erreichen können," war seine Quintessenz nach der Niederlage. Besonders die Strafzeiten ärgerten Pavelski.
Disziplin als Faktor
Besonders in der zweiten Partie der Serie scheiterten die Stars an den Special Teams. Zwar traf Pavelski selbst in Überzahl, doch die Lightning schlugen schon im ersten Abschnitt doppelt zu und stellten mit zwei Powerplay-Treffern auf 2:0. Auch der 3:1-Treffer von Victor Hedman am Mittwoch fiel bei numerischer Überlegenheit Tampa Bays.
Bis in das Finale waren die Special Teams ein wichtiger Faktor für Dallas. Die Stars stehen trotz der drei Gegentreffer in Unterzahl noch bei einer Quote von 82,1 Prozent. "Die Special Teams sind immer wichtig. Auf dem bisherigen Weg waren sie für uns großartig", resümierte Pavelski. Der erfahrene Angreifer, der in seinen zweiten Stanley Cup Finals erstmals den Titel holen möchte, weiß aber auch, dass undisziplinierte Aktionen schnell in Problemen enden können. Insbesondere dann, wenn diese sich häufen. "Über einen Abend verteilt können wir zwei, drei, vier Strafen überstehen, aber wenn du ihnen drei hintereinander gibst, dann fühlen sie es und finden einen Weg. Daraus hat Tampa Bay Selbstvertrauen gezogen."

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Aus dem Selbstvertrauen schlugen die Lightning dann Kapital und ritten auf der Erfolgswelle weiter. Mit einem Stand von 1:5 aus Sicht der Stars ging es in die Kabine, da es keinem der Dallas-Akteure gelang das Momentum der Kontrahenten zu durchbrechen. "Wenn das Spiel gegen dich läuft, dann geht es darum tief durchzuatmen, einen guten Forecheck zu haben und Zeit im Angriffsdrittel zu kreieren", zeigte Pavelski auf, wie die Reaktion von Dallas hätte ausfallen müssen. Dem Angreifer ist aber auch klar, dass "es ein neues Level für uns ist. Es muss irgendjemand den Anfang machen. Wir müssen einfach besser sein."
Dem Spiel der Stars kommen die Strafzeiten nicht entgegen, das unterstrich Pavelski. "Wenn wir auf der Strafbank festsitzen, dann schadet das unserem Momentum. Wenn es fünf-gegen-fünf geht und wir alle Reihen einsetzen können, dann ist das unser Vorteil." Doch auch bei voller Mannschaftsstärke auf dem Eis dominierten die Lightning durch ihre Top-Akteure.
Top-Spieler in der Bringschuld
Besonders die Anführer einer Mannschaft müssen in einer schweren Phase den Weg ebnen und die restlichen Akteure mitziehen. Die Lightning machen vor, wie es geht. Mit Nikita Kucherov, Steven Stamkos, Victor Hedman, Brayden Point und Ondrej Palat trafen in Spiel 3 die besten und wichtigsten Säulen im Tampa Bay Trikot, während die besten Spieler der Stars blass blieben. Von den Top-Vier-Scorern punktete lediglich Miro Heiskanen. Tylers Seguin, Jamie Benn und Alexander Radulov kamen gemeinsam auf sieben Torschüsse und eine Plus-Minus-Bilanz von jeweils -1.
"Jedes Team braucht seine besten Spieler", das gilt, so Bowness, auch für die Stars. Besonders die Reihe um Radulov, Benn und Seguin leidet jedoch unter Ladehemmungen. In Spiel 3 konnten die drei ihren Trainer jedoch davon überzeugen, dass der Knotenlöser absehbar ist. "Wir sehen es als ermutigendes Zeichen, dass sie sich Chancen erarbeiten", schürte Bowness die Hoffnung. "Wir können nur hoffen, dass eine davon rein geht. Das wird ihnen sicher viel Druck nehmen."

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Sollte sich die Torflaute nicht beheben lassen, dann haben die Trainer aber auch "kein Problem die Reihen umzustellen, wenn ein Spieler nicht in Fahrt kommt". Abhängig ist das dann von der Gesamtsituation.
So spielte Radulov auch lange in einer Reihe mit Pavelski, weil es mit Benn und Seguin zeitweise nicht harmonierte. Am Ende ist aber auch dem Chefstrategen klar, dass "wir die Offensive dieser Linie brauchen. Am Mittwoch hatten wir sie, aber der Puck wollte einfach nicht rein gehen. Sie hatten ein gutes erstes Drittel, aber die Scheibe ging einfach nicht ins Tor."
Auch ohne Tore der Top-Angreifer sieht Bowness sein Team gerüstet für einen weiteren Playoff-Kampf: "Wir sind als Gemeinschaft bis hierhin gekommen und so werden wir auch weiterhin spielen."
Am Freitag (8 p.m. ET; Sa. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport 1+; DAZN, Teleclub Sport) geht es im Rogers Place von Edmonton um den Erfolg in Spiel 4. "Wir konzentrieren uns auf das nächste Match", wagte Pavelski am Donnerstag den Blick auf die wichtige Begegnung. "Das ist ein Schlüsselmoment in der Serie. Ein 2:2 sieht viel besser aus als ein 1:3."