DAL@TBL, Sp5: Perry trifft in 2OT mit zweitem Tor

Die Dallas Stars haben es wieder einmal geschafft, sie drehten am Samstag einen Rückstand in Spiel 5 des Stanley Cup Finales im Rogers Place von Edmonton gegen die Tampa Bay Lightning zu einem 3:2-Sieg in der zweiten Verlängerung. Es ist bei Weitem nicht das erste große Comeback der Stars in diesen Playoffs und vielleicht auch nicht das letzte.

"Wir kämpfen einfach, komme was wolle", so Veteran Joe Pavelski. "Wir glauben an unsere Mannschaft. Wir sind hier mit 51 Leuten angekommen, und jeder davon glaubt daran, dass wir aufs Eis gehen und den Sieg holen können. Nur darauf kommt es an."
Pavelski erzielte selbst den Ausgleich zum 2:2 in der 54. Minute. Im ersten Drittel hatte Corey Perry die Stars in Führung gebracht, doch die Lightning hatten das Spiel bis zur 44. Minute gedreht. So standen die Stars mit dem Rücken zur Wand, denn beim Stand von 3:1 in der Serie hätte ein weiterer Sieg der Lightning das Ende der Playoffs bedeutet. Die Veteranen der Stars waren jedoch zur Stelle und nach Pavelskis Ausgleich sorgte Perry in der 90. Minute für den Sieg.
"Ich meine, es ist das Stanley Cup Finale", war Perrys Kommentar zu seinem starken Einsatz. "Es ging für uns um alles oder nichts und ich denke, wir haben ziemlich gut gespielt. Wir hatten viele Spieler, die wirklich gekämpft haben. Das verlangen wir im Moment von jedem. Ich habe das Siegtor geschossen, aber das hätte von jedem kommen können, und das erwarten wir von jedem Spieler."

DAL@TBL, Sp5: Pavelski gleicht mit Rekord aus

Dallas fand sich bereits zuvor in ähnlichen Situationen. In der zweiten Runde der Western Conference verschenkten die Stars einen 3:1-Serienvorsprung und lagen im entscheidenden Spiel 7 drei Mal zurück, glichen jedoch drei Mal aus und gewannen schließlich durch ein Tor von Joel Kiviranta in der Verlängerung. Gegen die Vegas Golden Knights gingen sie mit einer 3:1-Serienführung in Spiel 5, lagen 2:0 zurück, glichen im dritten Drittel mit einem Doppelpack von Benn und Kiviranta aus und entschieden die Serie in der Verlängerung durch ein Tor von Denis Gurianov.
Wie bereits gegen die Golden Knights und dem 4:1-Sieg in Spiel 1 gegen die Lightning war Torwart Anton Khudobin ein entscheidender Faktor. Der Russe hielt am Samstag 39 Schüsse. Er startete in der Postseason in 23 der 26 Spiele der Stars, hielt 91,7 Prozent aller Schüsse, kassierte 2,72 Gegentore pro Spiel und holte einen Shutout. Er stand bereits am Abend zuvor und am Mittwoch zwischen den Pfosten.
"Er hatte drei Spiele in vier Tagen, wir haben an zwei Tagen in Folge gespielt und er wollte den Platz im Tor", lobte Trainer Rick Bowness die Einstellung seines Torhüters. "Er wollte den Puck, er wollte im Tor sein. (...) Ich bin zuvor nach seinem Stil und ähnlichem gefragt worden. Das bedeutet aber alles nichts. Er hat Kampfgeist und macht alles um den Puck zu stoppen. Dass er an zwei Abenden in Folge im Tor stand und so gefangen hat wie heute und uns die Chance zum Sieg gegeben hat, spricht Bände über seinen Charakter, seinen Kampfgeist und seine Bereitschaft, alles für den Sieg zu tun."
Khudobin stand in der ersten Verlängerung immer wieder im Mittelpunkt, als Tampa Bay sein Tor belagerte. Dank vieler geblockter Schüsse fand der Puck aber nur sieben Mal den Weg zu seinem Tor. Der Einsatz seiner Teamkollegen verhinderte hier womöglich die Niederlage.

DAL@TBL, Sp5: Perry schießt freien Puck ein

"Das haben wir schon das ganze Jahr gemacht und die ganzen Playoffs über", erklärte Pavelski. "Wenn wir in verzweifelten Situationen sind, geben unsere Spieler alles. Das haben sie immer. Ich bin mir sicher, dass wir das auch weiterhin machen werden. Wir versuchen einfach das Spiel zu gewinnen und machen alles, was nötig ist. Manchmal ist eine wichtige Abwehraktion das, was dich im Spiel hält."
Am Ende sorgten Khudobin und die Veteranen der Stars für das vielleicht wichtigste Comeback ihrer Karriere. Mit viel Kampfgeist, Einsatz und Siegeswillen erhielten sie die Hoffnungen ihres Teams am Leben. Sollte es ihnen gelingen nicht nur das Spiel, sondern auch die Serie zu drehen, würden sie zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte den Stanley Cup gewinnen. Der erste Sieg gelang der Organisation 1999. Ganz so lange ist der Gewinn des Cups zumindest für Perry nicht her. Er gewann mit den Anaheim Ducks 2007 und glaubt fest an den Erfolg mit seinem neuen Team.
"Ich war damals ein junger Spieler am Anfang meiner Karriere, 22 Jahre alt und hatte die Chance den Cup zu gewinnen", erinnerte sich der 35-jährige Außenstürmer. "Jetzt sind wir hier, 13 Jahre später und wir haben die Chance, es mit dieser Mannschaft zu schaffen. In diesem Team glauben wir daran, dass wir es schaffen können und das ist das Wichtigste. Ich sage es immer wieder: Es geht die ganze Saison um Glaube und Hartnäckigkeit. Wir werden einfach aufs Eis gehen, ein Drittel nach dem anderen nehmen und weitersehen."
Die Chancen der Stars sind nicht die besten, denn ein Fehler, ein schlechter Abend, kann sie den Titel kosten. Nach ihrem jüngsten Erfolg müssen sie zwei weitere Spiele in Folge gewinnen, verlieren ist keine Option. Die nächste Prüfung steht mit Spiel 6 am Montag an (8 p.m. ET, Di. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport). Sollte es ihnen hier gelingen, kommt es zum alles entscheidenden Spiel 7 am Mittwoch. Dann wäre wieder alles offen und die Stars haben bewiesen, dass sie sich unter Druck von ihrer besten Seite zeigen.