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Blue Jackets zielen auf die vierte Playoffteilnahme

NHL.com/de 31 in 31: In Columbus müssen sich alle weiterentwickeln um die Abgänge adäquat zu ersetzen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Columbus Blue Jackets.

Die Columbus Blue Jackets mussten im Sommer herbe Verluste hinnehmen. Das Team, dass in der ersten Runde der Stanley-Cup-Playoffs 2019 den Presidents-Trophy-Gewinner, die Tampa Bay Lightning, sweepte, verlor vier ihrer Top-Spieler. Artemi Panarin, Sergei Bobrovsky, Matt Duchene und Ryan Dzingel hätten es ausnahmslos in die Kategorie Schlüsselspieler geschafft. Nun müssen die Blue Jackets hoffen, dass die Lücken von den nachrückenden Talenten geschlossen werden.

Neben den Nachwuchsakteuren setzt Columbus auf eine neu gewonnene Siegermentalität. Als eins von nur sieben Teams konnten die Blue Jackets sich in den drei vergangenen Saisons immer für die Playoffs qualifizieren und 2019 erstmals die erste Runde überstehen. Ein Erfolg auf dem aufgebaut werden kann.

Die Schlüsselspieler

Nachdem den Blue Jacketes die vier Free-Agent-Verluste fehlen, müssen neue Schlüsselspieler gefunden werden, die die entstandenen Lücken füllen können. Hierbei werden die Spieler aus der zweiten Reihe nun einen weiteren Schritt in ihrer Entwicklung machen müssen.

Seth Jones verbuchte 2018/19 46 Punkte (neun Tore, 37 Vorlagen). Ein für einen Verteidiger guter Wert, doch im Vergleich zur Vorsaison (57) baute der Defender ab. Mit der geringeren Feuerkraft aus den Sturmreihen wird es auch an Jones liegen seine Punkteausbeute wieder nach oben zu korrigieren.

Video: Top Fünf Spielzüge aus 2018/19: Cam Atkinson

Cam Atkinson muss nach dem Abgange von Panarin beweisen, dass die Formation mit ihm und Pierre-Luc Dubois auch ohne den Ausnahmespieler funktioniert. Nach seiner Top-Saison 2018/19 mit 41 Toren und 69 Punkten ist Atkinson der Go-To-Guy in der neu zu formierenden Offensive in Columbus. Unterstützt wird er dabei von seinem Reihenkollegen der vergangenen Saison, Dubois. Der Center verbesserte die Punkteausbeute aus seiner Rookie-Spielzeit (2017/18, 48) auf 61 Zähler. Die zweite Außenposition der ersten Reihe dürfe an Gustav Nyquist gehen, der mit 500 NHL-Partien viel Erfahrung mitbringt und die Geschwindigkeit der Reihe weiter erhöht. 

Über Lugano nach Columbus

Während es an deutschsprachigen Akteuren bei den Blue Jackets mangelt, kommt zumindest den Schweizern ein Name im Kader bekannt vor. Elvis Merzlikins durchlief seit 2009/10 alle Jugendteams des HC Lugano und konnte sich seit 2013/14 in der Nationalliga A durchsetzen. Der Goalie absolvierte in sechs Jahren 216 Matches für Lugano und hatte in allen Spielzeiten Fangquoten von über 91 Prozent. Der Lette lief mit einer Schweizer Lizenz auf, so dass er nicht in das Ausländerkontingent von Lugano zählte. In Columbus muss er sich an die anderen Winkel der kleinen Eisfläche gewöhnen. Im Zweikampf mit Joonas Korpisalo um die Goalie-Position gilt es Sergei Bobrovsky zu ersetzen. Eine große Aufgabe für den Rookie Merzlikins.

Sie könnten nachrücken

Die Abgänge der Free-Agent-Phase schaffen in Columbus den Platz, den Nachwuchsspieler benötigen, um sich in der NHL zu behaupten. Die Blue Jackets werden in der kommenden Saison jünger sein, als in der abgelaufenen und mit Alexandre Texier, Elvis Merzlikins,Emil Bemstrom und Vadislav Gavrikov stehen in allen Mannschaftsteilen Nachwuchsspieler in den Startlöchern.

Texier absolvierte am 5. April sein erstes NHL-Match und konnte direkt einen Treffer erzielen. Im letzten regulären Saisonmatch folgte ein weiterer Treffer. Insgesamt erarbeitete er sich schnell das Vertrauen des Trainers und lief auch in acht von zehn Playoff-Partien auf. Gegen Tampa Bay traf er in Spiel 4 doppelt. Offensiv dürfte Texier bereits jetzt neue Impulse setzen können, doch am Defensivverhalten gilt es noch zu arbeiten.

"Emil Bemstrom ist bereit für die Herausforderung. Er wird seine Chance bekommen und wir werden sehen, was er zu leisten im Stande ist," sagte Jarmo Kekalainen beim NHL Draft 2019. Bemstrom sorgte in der schwedischen ersten Liga für Aufsehen, indem er die 2018/19 die drittmeisten Tore eines Teenagers in der Geschichte erzielte (23). Er war bester Torschütze und Powerplay-Torschütze (10) der Liga. Mit Bemstrom und Texier sind die Blue Jackets mit starken offensiven Talenten besetzt.

 

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In der Defensive bekam Gavrikov in der zweiten Playoffrunde gegen die Boston Bruins bereits zwei Einsätze in der NHL. Nach sechs Spielzeiten in der russischen KHL, die er 2018/19 mit einer Plus-Minus-Bilanz von +48 anführte, wird die Spielzeit 2019/20 seine erste volle in der NHL werden. Gavrikov wir Columbus in der Defensive mehr Tiefe geben, von der auch Merzlikins im Tor profitieren wird.

Stärken

Die Blue Jackets können auf eine im Kern unveränderte Mannschaft aus der Saison 2018/19 zurückgreifen. Den Abgängen von Panarin, Bobrovsky, Duchene und Dzingel steht die Neuverpflichtung von Nyquist gegenüber. In der Defensive ändert sich im Vergleich zur Vorsaison fast nichts.

Immerhin war der Verteidigerverbund von Columbus in der vergangenen Saison mit nur 232 Gegentreffern der Elftbeste der Liga. Nur 232 Gegentore mussten die Blue Jackets hinnehmen. Ein großer Teil dieses Werts geht tatsächlich an die Defensive und nicht an Bobrovsky im Tor. Die Verteidiger ließen nur 29,5 Schüsse pro Match zu, der sechstbeste Wert der Liga. Auch in Unterzahl wussten die Blue Jackets mit 85 Prozent erfolgreich überstandenen Situationen (zweitbester Wert) zu überzeugen.

Entwicklungspotenzial

Das größte Potential bietet sich bei den Blue Jackets im Powerplay. Lediglich 15,4 Prozent konnten 2018/19 genutzt werden, was der viertschlechteste Wert der Liga ist. Mit dem Verlust der Top-Stürmer dürfte es für Columbus auch Nachholbedarf in der Offensive geben. Mit Panarin, Duchene und Dzingel fehlen den Blue Jackets 0,90 Tore pro Partie. Die so verbleibenden 2,22 Treffer pro Begegnung wären der mit Abstand schwächste Wert in der NHL. Die Blue Jackets sind jedoch zuversichtlich, dass sie das Loch schließen können.

Playoff-Chancen

Das Ziel der Blue Jackets sollte die vierte Playoff-Teilnahme in Serie sein. Trotz der Abgänge stellt Columbus eine schlagkräftige Truppe aufs Eis, die besonders aus der Defensive heraus den Gegner zur Verzweiflung bringen kann. Die erste gewonnene Playoff-Serie sollte der Franchise gezeigt haben, wie in der entscheidenden Phase gespielt werden muss. Sollte Columbus die vielbeschworene Siegermentalität gefunden haben und die Entwicklung der jungen Spieler um Texier wie gewünscht laufen, dann dürfte eine weitere Saison mit Playoffs möglich sein.

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