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Colorado zeigt nach Desaster Reaktion

Nur einen Tag nach der 1-10 Klatsche in Montreal fuhren sie einen Sieg in Toronto ein

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

10-1 verliert man als Team im Profibereich nicht alle Tage. Die Colorado Avalanche machten ihrem Tabellenstand am Samstag alle Ehre und zogen zweistellig gegen die Montreal Canadiens den Kürzeren. In den ersten 14 Minuten kassierten die Avs sechs Treffer und wurden bis auf das Mark getroffen.

Lange Zeit darüber nachzudenken hatte Colorado nicht, denn nur 24 Stunden später stand die Partie bei den Toronto Maple Leafs auf dem Programm. Eine gute alte Weisheit sagt, dass angeschlagene Mannschaften besonders gefährlich sind. Eine Tatsache, die sich wieder einmal bewahrheitete.

Torhüter Semyon Varlamov wuchs buchstäblich über sich hinaus und wehrte 51 Torschüsse der Gastgeber ab. Er festigte so einen 3-1 Erfolg, der keineswegs selbstverständlich war und mit jeweils 21 Torschüssen der Leafs im ersten und dritten Drittel auf wackeligen Beinen stand.

"Ihr Jungs wisst gar nicht, was ich letzte Nacht nach dem Spiel durchgemacht habe", sagte Varlamov, der in Montreal sechs Tore bei 16 Schüssen zuließ, nach der Partie in Toronto. "Es war ein Horror. Ich wüsste nicht ob ich [zuvor] schon jemals so gespielt hätte. Ich dachte gestern Abend jeder Schuss geht rein und ich war nach dem Spiel niedergeschlagen. Heute Morgen wachte ich auf und sagte, 'Heute ist ein neuer Tag, eine neue Möglichkeit ein Spiel zu gewinnen.' Das ist die NHL. Du musst schnell vergessen und dich neu ordnen."

Video: COL@TOR: Varlamov mit 51 Saves beim Sieg gegen Leafs

So sehr es einerseits gut zu sehen war, welche Reaktion die Mannschaft auf das Desaster in Montreal durch den Sieg in Toronto gezeigt hat, lässt sich anderseits unken, dass es bei 51 Torschüssen der Gegner auch gut und gerne wieder eine Packung hätte geben können. Von daher stellt sich nach wie vor die Frage, wie es mit der Franchise unter Trainer Jared Bednar und General Manager Joe Sakic weitergeht.

Letzterer hat mit Nathan MacKinnon, Matt Duchene, Gabriel Landeskog, Erik Johnson, Tyson Barrie und Varlamov ein Mannschaftsgerüst gebildet, welches für viel Geld den Kern der Mannschaft mit langfristigen Verträgen ausgestattet bilden soll. Angesichts von verpassten Playoffs zwei Jahre in Folge und nur 23 Punkten aus 27 Spielen in dieser Saison stellt sich jedoch langsam die Frage, ob es die Richtigen sind, auf die gesetzt wird.

Sakic bleibt gelassen, wenn er darauf angesprochen wird und äußert sich nur dahingehend, dass es keine Sache des Stammes, sondern der Mannschaft sei. Aber sein Stamm muss mehr zeigen, als einfach nur gut zu spielen. Das reicht einfach nicht aus, um heutzutage so in der NHL in die Playoffs einzuziehen.

Gefragt vom Stamm sind Führungseigenschaften und den Rest der Mannschaft mitzureißen. Eigenschaften, die zuletzt in Denver schmerzlich vermisst wurden. Noch sind es nur sieben Punkte Rückstand vom Tabellenende auf die Playoffplätze. Machbar, wenn regelmäßig gepunktet wird. Doch die anderen Teams schlafen auch nicht.

Das Gefühl drängt sich auf, dass etwas im Grund bei Colorado nicht stimmt und dieses besteht nicht erst seit dem nebulösen freiwilligen Abgang von Ex-Trainer Patrick Roy im August. Wir dürfen gespannt sein, wie es wohl bei der Avalanche weitergeht.

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