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Im Stanley Cup Finale 2022 kommt es zum Duell der Giganten, wenn die Tampa Bay Lightning und die Colorado Avalanche ab Mittwoch aufeinandertreffen. Tampa gewann den Cup in den vergangenen beiden Saisons und hofft auf den ersten Titel-Hattrick in der NHL seit dem Beginn der 80er-Jahre (New York Islanders 1980-83), doch nun steht das Team vor seiner härtesten Prüfung. Während in den vorherigen Jahren mit den Dallas Stars und den Montreal Canadiens zwei eher überraschende Gegner warteten, gehörten die Avalanche von Beginn der Saison zu den absoluten Favoriten.

"Ich bin froh, dass wir gegen Tampa spielen, gegen das beste Team", äußerte sich Colorados Starstürmer Nathan MacKinnon zu dem Duell. "Da gibt es keine Cinderella-Story, hier treffen zwei der besten Teams der Liga aufeinander. Ich freue mich auf diese Herausforderung. Das wird sehr schwierig, aber ich glaube an diese Mannschaft, wir glauben alle aneinander und hoffentlich schaffen wir es."
Die Avalanche bestätigten die hohen Erwartungen in der regulären Saison, indem sie sich mit 119 Punkten (56-19-7) als bestes Team der Western Conference durchsetzten und die Presidents' Trophy für das beste Team der gesamten Liga nur um drei Zähler verpassten. Mit Cale Makar stellen sie einen der drei Finalisten für die Norris Trophy, mit der der beste Verteidiger ausgezeichnet wird. Im Angriff stellen die Avalanche mit Gabriel Landeskog, MacKinnon und Mikko Rantanen die vielleicht beste Reihe der NHL.

"Wir haben in den Playoffs noch nicht gegen sie gespielt, aber aus dem Videostudium wissen wir, dass sie ein gutes Umschaltspiel haben, schnell und einfach ein starkes Team sind", warnte Tampas Abwehrchef Victor Hedman vor dem Gegner. "Sie sind nicht ohne Grund hier. Sie sind das beste Team im Westen, wir im Osten... wir müssen sichergehen, dass wir ihre Stärken und Vorlieben kennen. Sie sind ein erstklassiges Team und das wird eine echte Herausforderung für uns."
Die Lightning beendeten die Saison mit 110 Punkten (51-23-8) auf Rang drei der Atlantic Division. Hedman, der die Norris Trophy 2018 gewann, ist zum sechsten Mal in Folge unter den Finalisten für die Auszeichnung. Erfahrene Spitzenspieler wie Steven Stamkos, Nikita Kucherov, Ondrej Palat und Brayden Point geben der Offensive gewaltige Durchschlagskraft und mit Andrei Vasilevskiy steht einer der besten Torhüter seiner Generation zwischen den Pfosten. Wer auch immer sich am Ende durchsetzt, wird sich den Titel hart erkämpfen müssen.

TBL@NYR, Sp5: Palat fälscht ihn entscheidend ab

"Wahrscheinlich den besten Gegner, gegen den wir bis jetzt gespielt haben", antwortete Colorados Nico Sturm auf die Frage, was er im Finale erwarte. "Man gewinnt nicht ohne Grund zwei Stanley Cups in Folge. Ich glaube, dass das eine sehr erfahrene Mannschaft ist, mit dem wahrscheinlich besten Torhüter im Moment. Dementsprechend schwer wird es werden. Gerade hinten haben sie große und kräftige Verteidiger. Von daher haben wir unseren Gameplan auch dementsprechend angepasst. Aber wir wollen so spielen, wie schon in der ganzen Saison und auch in den Playoffs: Mit unserem Speed mit unserem Nord-Süd-Spiel und dann glaube ich, können wir es auch den Tampa Bay Lightning schwer machen."
Angesichts des Niveaus beider Teams über die vergangenen Jahre, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie sich im Finale gegenüberstehen. In den vier Saisons seit 2018/19 liegen die Lightning mit 192 Siegen an der Spitze der Liga, Colorado mit 175 Siegen auf Platz drei. In den meisten anderen Statistiken liegen beide Teams über diesen Zeitraum ebenfalls weit vorne.
Die durchschnittlich 3,54 Tore der Lightning kann kein anderes Team überbieten, die Avalanche liegen mit 3,44 auf Platz vier. Bei den Gegentoren pro Spiel liegt Tampa (2,72) auf dem fünften Platz nur knapp vor Colorado (2,75). Tampas Powerplay belegt mit einer Erfolgsquote von 24,6 Prozent Platz zwei, für Colorado (22,0) reicht es immerhin noch für Rang neun. In den laufenden Playoffs stellen die Avalanche mit 4,64 Toren pro Spiel die beste Offensive, die Lightning mit 2,41 Gegentoren pro Spiel die zweitbeste Defensive hinter den Dallas Stars (2,14).
"Es gab Jahre, da haben wir gegen die New York Islanders, Boston Bruins, Dallas Stars, die defensivstärksten Teams gespielt... Jetzt müssen wir gegen die Toronto Maple Leafs, Florida Panthers, New York Rangers und Colorado ran, diese explosiven und offensivstarken Teams. Unsere Spieler haben einen Weg gefunden, wir mussten uns anpassen, um diese Teams zu schlagen."
Für die Avalanche spricht der starke Lauf durch die Playoffs. Zwei Sweeps, nur zwei Niederlagen in drei Serien, vier der neun besten Scorer der Playoffs sind kaum zu ignorieren. Die Lightning können hingegen auf ihre Erfahrung und ihren Ruf als Playoff-Monster bauen. Seit der Saison 2014/15 gewannen sie nicht nur zwei Stanley Cups, sondern erreichten nun bereits zum vierten Mal das Finale und weitere zwei Male das Western Conference Finale. Tampas Trainer Jon Cooper sagte in der ersten Runde gegen die Maple Leafs, dass das Team mit den zwei Cups noch nicht zufrieden sei.
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"Die Herausforderung auf dem Eis ist offensichtlich", gab Colorados Trainer Jared Bednar zu. "Wir spielen gegen das beste Team der letzten drei Jahre. Sie sind kompromisslos in der Abwehr, es wird schwierig zu Torchancen zu kommen, da müssen wir geduldig bleiben. Wenn sie zu Chancen kommen, nutzen sie sie. Sie haben viel Talent, ein gefährliches Powerplay, einen großartigen Torwart und einen guten Trainer."
Es wartet ein spannendes Duell auf allerhöchstem Niveau mit zwei der besten Verteidiger der Liga, einigen der besten Stürmer und dem wohl besten Torhüter. Wer am Ende gewinnen wird ist kaum abzuschätzen, nur das keine Langeweile aufkommen wird, ist praktisch garantiert.